Igel Reise Blog 2010  |  Archiv 2009 |  Archiv 2008  |  Archiv 2007  | 

  In dieser Rubrik betreiben wir unseren eigenen kleinen "Igel-Blog".
  Hier erfahrt ihr, was es so Neues bei uns gibt und wo wir am Fotografieren waren.

 Letzte Aktualisierung: 31.12.2009











Ende 2009: Das war unser "Igeljahr" 2009 - Unser kleiner persönlicher Jahresrückblick
Puh ... und schon ist wieder ein Jahr vorbei. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Gelegenheit also, wieder einmal inne zu halten und zurück zu blicken. Was wollten wir alles tun? Was haben wir davon realisiert? Und wo waren wir eigentlich überall dieses Jahr? Dank unseres kleinen Tagebuchs, das wir in unserem Blog geführt haben, fällt uns der Rückblick etwas leichter und bringt uns zahlreiche schöne Reisen wieder zurück in Erinnerung.

2009 begann gleich mit einem Sturz am 2. Januar. Leidtragende war unsere Kamera und Zarkos Ellbogen. Der Ellbogen erholte sich wieder - die Kamera war nicht zu reparieren. Und so begann das Jahr gleich mit Neuanschaffungen von zwei Kameras. Zum Glück blieb es bei diesen Schäden und so leisteten unsere beiden Canons gute Dienste bei zahlreichen Fotoreisen quer durch die Schweiz.
2009 war wiederum ein sehr spannendes Jahr für uns. Von einem lokal begrenzten Projekt sprechen wir schon lange nicht mehr und so führte uns dieses Jahr unsere Reise sogar bis in die Westschweiz. Von den ursprünglich geplanten Reisen und Aktivitäten haben wir vieles umsetzen können. Anderes wiederum mussten wir zurück stellen. So hat 2009 das Aargau uns mit seinen vielen Anlagen derart in seinen Bann gezogen, dass wir die ursprünglich geplanten Reisen in der Zentralschweiz zurück gestellt haben. Eine dreitägige Reise führte uns in das Berner Oberland und des Greyerz, wo wir die Artilleriewerke in diesem Raum besuchen konnten. Auch haben wir wieder einige Tage am Gotthard verbracht und dabei den ersten Fuss ins Wallis gesetzt. Die Reise am Rhein ging ebenso weiter, führte uns aber weniger weit als geplant. Zwischendurch haben wir immer wieder einmal auch unsere Hausgegend besucht und sogar in der Festung Sargans einige fehlende Abschnitte besucht. In den Ferien waren wir wieder in Kroatien unterwegs und haben als erste alle Anlagen der Insel Lastovo umfassend fotografisch erfasst. So könnte man 2009 kurz zusammenfassen.
Neben diesen fotografischen Reise-Aktivitäten haben wir auch aktiv bei einem Projekt mitgearbeitet, welches aus dem ehemaligen Artilleriewerk Furggels ein Museum machen möchte. Hier sind viele Stunden investiert worden, um Konzepte zu schreiben und Behördenverfahren abzuwicklen. Dies hat auch einen erheblichen Teil unserer spärlichen Freizeit in Anspruch genommen.
Neben der Fotografie galt es auch, unsere Webpage ständig aktuell zu halten. Die immer steigenden Besucherzahlen zeigten uns, dass wir offenbar immer noch eueren Geschmack treffen und unsere Reiseberichte und Reportagen bei euch auf Anklang stossen. Davon zeugen auch die sehr vielen positiven Mails, welche wir laufend bekommen. Auch diese gilt es alle zu beantworten, denn wer sich die Mühe nimmt uns zu schreiben, soll auch immer eine Antwort bekommen. Die Page haben wir 2009 inhaltlich und strukturell etwas angepasst und einige neue Navigationsmethoden eingebaut. Die interaktiven Karten - welche ebenfalls einiges an Bauzeit in Anspruch nehmen - haben wir bei vielen Reportagen inzwischen eingefügt. 2009 haben wir dann noch als spezielles Goodie einen Memberbereich eingeführt.

Auch wir haben "normale" Jobs und arbeiten von Montag bis Freitag in einem Büro. Alles, was ihr bei uns auf der Page seht, ist in unserer Freizeit - am Abend und an den Wochenenden - entstanden. Wie viele Stunden wir in dieses Projekt investiert haben, wissen wir nicht. 2009 sind wir aber definitiv an den Anschlag gekommen, was den Umfang anbelangt. Im Moment arbeiten wir die Fotos von vor den Ferien (also September) ab. Die Ferienfotos sind noch völlig unangetastet. Soviel an Material hat sich bisher angesammelt. Uns ist klar, dass wir einiges werden ändern müssen. Wie diese Änderungen aussehen werden, sagen wir euch dann im Jahresausblick für 2010.

Danksagung
An dieser Stelle wollen wir einen grossen Dank aussprechen. Dieser geht an alle Organisationen - seien es Vereine, Stiftungen, Museen, Gemeinden etc. - welche uns 2009 Zugang zu ihren Anlagen gewährt haben. Ihnen allen ist es zu verdanken, dass wir euch in diesem Jahr auch vieles von innen zeigen konnten. Unterstützt diese Organisationen, in dem ihr selber die Anlagen besucht, welche so liebevoll in unzähligen Stunden der Fronarbeit wieder restauriert wurden und so der Nachwelt erhalten werden.
Das zweite Danke geht an all jene, die uns 2009 mit ihren Informationen geholfen haben, die "vergessenen Igel" wieder zu finden und in Erinnerung zu rufen. Euch allen ist es zu verdanken, dass wir immer wieder eine Fotoreise machen können, um von bereits bekannten und auch unbekannten Anlagen Fotos machen zu können.
Die ganzen Mühen haben wir letzten Endes doch sehr gerne in Kauf genommen bei den vielen positiven Reaktionen, die wir von euch bekommen. Deshalb gilt unser letztes Danke euch allen - den Besuchern unserer Page. Es würde uns freuen, wenn ihr uns auch 2010 so treu und zahlreich begleiten würdet auf der Spurensuche nach den "vergessenen Igeln der Festung Schweiz".






20.12.09: Frisch Ausgeholztes am Bruggerhorn
Der MG-Bunker A5846 direkt an der Autobahn A13 ist bis zu dieser Woche einer jener vieler Bunker gewesen, welche zugewachsen waren und von den vielen tausenden Autofahrern täglich übersehen wurde. Dies hat sich geändert. Am Donnerstag wurde der Bunker komplett ausgeholzt und steht nun wieder da, wie er erschaffen wurde. Grund dafür war die Übernahme des Bunkers durch den Verein Festungsmuseum Heldsberg. Dank unserer Informanten wussten wir, dass dies demnächst geschehen würde. Und da Christianes täglicher Arbeitsweg immer an diesem Bunker vorbei führt, hatten wir auch immer ein offenes Auge. Diese Woche war es dann soweit - die Bäume sind gefallen. Da wir bisher von diesem Bunker nur total verwachsene Bilder hatten, war das für uns das Startzeichen zu einem Kurztrip - wieder - ans Bruggerhorn.
Also sind wir bevor der Schneefall einsetzte, früh morgens schnell raus gefahren nach St. Margrethen und haben den Bunker abgelichtet. Ohne störendes Holz war der Bunker bestens zu sehen und zu unserer Überraschung fanden wir auf seiner Rückseite noch einen Solitär, welcher uns bisher immer entgangen ist. Neugierig wie wir sind, haben wir auch noch einen Blick unter die daneben liegende Autobahnbrücke geworfen. Gefunden haben wir dort zu unserer Überraschung die Reste des ehemaligen Sprengobjektes. Neben den Sprengkammern in den Widerlagern gehörte dazu auch ein frei hängender Laufsteg, welcher unter der Fahrbahn über den Rheinkanal führt. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, auch davon einige Fotos zu machen. Und da wir nun schon trockenen Fusses auf der anderen Seite waren, haben wir beschlossen auch dort ein paar Fotos neu zu machen. Das Licht war gerade perfekt dafür und die Winter-Vegetation gab viele neue Perspektiven frei. Zurück beim Ausgangspunkt haben wir dann auch noch zufällig den Zündmineurschacht (ZMS) zum eben erkundeten ehemaligen Sprengobjekt gefunden. Wie schnell doch die Zeit vergeht, auch wenn man bekanntes neu erkundet. Und so haben dann die nahenden Schneewolken uns nach Hause getrieben. Die heisse Gerstensuppe hat uns dann aber wieder schnell aufgewärmt.

Mit den vielen neuen Fotos werden wir unsere Bruggerhorn-Reportage noch weiter ausbauen können. Auch wenn wir schon so oft hier waren, haben wir doch noch immer etwas neues entdeckt. Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt. In der kalten Jahreszeit bleibt man doch gerne etwas in der Nähe der warmen Stube.

Rückblick










07.12.09: Aargauer Innenansichten mit Überraschungen
Für den gestrigen Nikolaustag hatten wir uns wieder einmal mit unserem "Igelführer" des Vereins Festungsmuseum Reuenthal verabredet. Es ist seit Mai schon eine Weile her, als wir das letzte Mal gemeinsam auf Fototour durch die Aussenanlagen des Vereins unterwegs waren. Höchste Zeit also, wieder weiter zu machen.

Start war dieses Mal der Centurion Bunker A3835 in Roost bei Untersiggenthal. Zwar haben wir diese Anlage von aussen schon aufgenommen, trotzdem wollten wir der Vollständigkeit halber auch noch die Innenfotos nachholen. Zusammen mit dem gegenüberliegenden Centi Bunker von Rein war diese Anlage die erste operationell einsatzbereite Centurion-Sperrstelle. Nachdem die Innenfotos auf dem Chip waren, haben wir es uns auch nicht nehmen lassen, den Bunker zu öffnen und so noch einige Fotos zu machen. Eigentlich verwunderlich, dass man keinen einfachen Weg gesucht hat, die Schutzbleche zu öffnen und zu schliessen. Vermutlich waren die tiefen Kosten der gewählten Lösung der einzige Grund, der zählte. Nächstes Ziel war die Sperre Felsenau. Der Verein konnte kürzlich auch diese Bunker nun komplett in seinen Beitz übernehmen. So gross das Werk A4261 Felsenau-Station wirkt, so bescheiden ist es im Inneren. Kaum zu glauben, dass hier nur eine Pak und ein Lmg, rsp. Sturmgewehre vorhanden waren. Entgegen einiger Dokumentationen war in diesem Werk kein MG vorhanden. Besonders ist hier auch das Schutzschild, das an der Pak angebracht war. Auch im benachbarten Bunker A4263 Felsenau-Wald, ist eine Pak in der selben Konfiguration zu finden. Auch dieser Bunker enthielt kein MG. Erstaunlich, dass auf der ganzen Sperre kein einziges MG in Bunker verbaut war. Auch konnten wir hier ein Geheimnis um die Lmg-Lafette lüften, welches vor einiger Zeit bei uns im Member-Forum diskutiert wurde. Die Auflösung präsentieren wir demnächst dort. Vor dem Mittag haben wir dann noch dem Schindler-Bunker A4247 Strahler bei Leibstadt einen Besuch abgestattet. Dieser Bunker hat für einen Zuckerstock-Bunker eine sehr eigenwillige Form. Dies kommt daher, weil gleich beim Bau des Bunkers - wegen seiner exponierten Lage - noch eine Schicht Beton überzogen wurde. Kaum zu glauben, dass hier im Inneren 4 voll ausgerüstete Soldaten Platz haben. Dieser Bunker war früher auch die Zündstelle für die Brücke und das Stauwehr beim darunter liegenden Kraftwerk. Da diese Anlage definitiv nicht für so "kräftige" Leute wie Zarko gebaut wurde, war es dann auch Christiane, welche hinabstieg und die engen Platzverhältnisse im unteren Stock dokumentierte. Derweil kämpften unser Führer und Zarko mit dem Schacht der Zündstelle. Dieser Schacht wurde nach dem Krieg an den Bunker angebaut, als die Zündstelle dorthin verlagert wurde. Auch dieses Loch war definitv nur für "Mineure aus Appenzell" errichtet worden. Trotz der Enge und der Feuchtigkeit (und Spinnen) liess es sich Christiane nicht nehmen, auch hier hinab zu steigen und die ehemalige Zündstelle von innen zu fotografieren. Danach war es dann Zeit, eine Mittagspause einzulegen. Auch hier wusste unser Führer ein ausgezeichnetes Restaurant und so genossen wir feine Speisen und hatten Zeit, die neuesten Geschichten auszutauschen.
Nach dem Mittag sind wir in den Wald beim Bruggerberg gefahren. Hier verbergen sich gedeckte Geschützstellungen der Art Abt 15. Dies klingt auf den ersten Moment nicht sehr spektakulär, wenn man solche gedeckte Stellungen schon einmal gesehen hat. Von aussen erwartete uns zuerst die frisch renovierte und wieder schön bemalte Stellung A3878 Mändlisgrund. Diese Stellung war das sogenannte Arbeits- oder Leitgeschütz. Als unser Führer die Türe öffnete, kam dann das grosse Staunen. Im Inneren befindet sich nun wieder eine original 10.5 cm Motorkanone 35! Fantastisch, einmal zu sehen, wie diese Anlagen bestückt ausgesehen haben. Das Geschütz befindet sich zur Zeit in Restauration und wird vermutlich 2010 wieder in vollem Glanz erstrahlen. Wir sind schon ganz gespannt, den Stand zu sehen, wenn er dann zusammen mit Kanone fertig restauriert ist. Was wir jetzt schon sehen durften, war eine absolute Überraschung. Wir sind sicher, dass auch ihr schon auf die ersten Fotos gespannt seid. Natürlich haben wir dann im Wald noch die restlichen drei Stellungen dieser Batterie gesucht, gefunden und abgelichtet. Letzter Stop für den Tag war dann die Übermittlungszentrale und der KP in Überthal, welchen wir schon bei unserer letzten Tour im Aargau besucht haben. Dieses Mal konnten wir einen Blick ins Innere der Anlage werfen. Und auch hier kamen einige kleine Schätze zum Vorschein. Sei es der Holzofen, die alte Übermittlungszentrale oder der Holzherd im unteren Stock, überall hat man gesehen, dass man sich hier bemüht, das Feeling aus der Zeit von 1940 wieder zu vermitteln. Auch die besondere Bemalung mit den Farben Pink und Blau entspricht den Farben, wie sie der Bunker früher einmal hatte. Am Ende haben wir dann auch noch die feuchten Stollen - man könnte auch sagen Tropfsteinhöhle - des KP A3869 besichtigt. Kaum zu glauben, dass in diesen kahlen und feuchten Stollen früher ein Inf. Regiment und eine Art. Abteilung kommandiert wurden. Uns erinnerten diese Stollen an die, die wir in den Ferien in Kroatien erkundet haben. Diese waren jedoch trocken und am Boden hat sich nicht eine dicke Kalkschicht gebildet. Trotzdem hat der Verein keine Mühen gescheut, auch diese Anlage von aussen wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Nach einem kurzen Stop bei Unterbözberg, war dann auch dieser Nikolaustag zu Ende.

An dieser Stelle ein grosses Danke an unseren "Igelführer" Heinz, dass er sich wieder einmal Zeit genommen hat für uns und uns so zu einem spannenden, kurzweiligen Tag verholfen hat. Ein weiteres Danke geht an die jeweiligen Bunkerbetreuer, welche die gesehenen Anlagen so schön herrichten und keine Mühe scheuen, kleine Schätze zu erstellen. Unser Kompliment für die Arbeit und die Mühe, welche diese Leute ehrenamtlich auf sich nehmen. Und ein letztes Danke an den Verein Festungsmuseum Reuenthal, welcher uns diese Einblicke ermöglicht. Wir möchten euch auch dazu ermuntern, wenn ihr einmal ein Ausflugsziel sucht, euch auch die Aussenanlagen von Reuenthal anzusehen. Auf geografisch engstem Raum seht ihr eine Vielzahl von unterschiedlichsten Anlagen, welche das Festungsbauwesen in der Schweiz dokumentieren. Ein Ausflugsziel, dass eine Reise absolut wert ist. Wir jedenfalls freuen uns schon auf unsere nächste Tour. Was uns wohl dort für Überraschungen erwarten werden? Ihr werdet es dann ja sehen.

Rückblick



06.12.09: Übungsbunker und Pak-Garagen im Thurgau
Auf dem Waffenplatz Frauenfeld steht heute noch ein alter Übungsbunker. Dieser wurde bereits 1938 erstellt und diente als Ausbildungsanlage für die angehenden Bunkerbesatzungen. Aussen ist der Klotz nicht unbedingt als "Bunker" zu erkennen, jedoch erkennen Insider an Hand der Scharten schnell, dass es sich um eine Form von Bunker handeln muss. Im Inneren des einstöckigen Bunkers gibt es je ein Pak-, MG und Beobachterstand. Obwohl der Bunker schon ewig nicht mehr als das benutzt wird, wofür er erbaut wurde, ist er mit Ausnahme des Pak-Standes noch ausgerüstet. Grund genug für uns, gestern auch diese Anlage noch schnell einmal abzulichten, so lange sie noch steht. Denn obwohl der Bunker als "national schützenswert" eingestuft ist, soll er ausgeräumt und abgebrochen werden. Das Dach ist beschädigt und ein Abbruch ist offenbar die günstigste Lösung. Zumindest konnten wir ihn vorher noch einmal abfotografieren.
Da wir schon im Thurgau waren, sind wir noch einige Koordinaten abgefahren, wo wir Pak-Garagen vermutet haben. Die Suche wurde auch schnell belohnt, konnten wir doch rund um Hörhausen sogar drei solcher Anlagen finden. Eine der Pak-Garagen wurde umgenutzt als Anlagenraum für einen Handymast. Zum Schluss haben wir dann noch in Berg (TG) einen alten Unterstand sowie eine unauffällige Pak-Garage direkt am Strassenrand aufgesucht.
Die Region rund um Weinfelden ist ein ausgezeichnetes Beispiel für den Festungsbau in der 60er Jahren - weg von den Betonklötzen, hin zu den unauffälligen Fertigbauten verstreut in der Landschaft. Viele der Anlagen sind heute aufgelassen und vergessen, jedoch eine Hypothek für die eine Lösung gefunden werden muss. Es ist kaum anzunehmen, dass die vielen 100 Unterstände dieser Bauart einfach in der Erde gelassen werden können. Die Eingänge werden zum Teil mit jedem Jahr mehr zu einer Falle für Mensch und Tier. Eine Übernahme durch Private ist auch nur schwer denkbar, wenn man den Papierkrieg bedenkt, der dafür notwendig ist.
Wer von euch noch eine Pak-Garage im Thurgau kennt, die uns noch unbekannt ist, soll sich doch bitte bei uns melden. Danke an dieser Stelle an alle, die uns bisher mit Sichtungen versorgt haben.

Rückblick









29.11.09: Haustour in Au und am Bruggerhorn
Da wir gestern noch einiges zu erledigen hatten, haben wir uns danach wieder einmal in unserem "Vorgarten" am Bruggerhorn rumgetrieben. Im Fotoarchiv hat es einige Fotos, die es wert sind, mit der neuen Kamera wiederholt zu werden. Ausserdem haben wir durch den ehemaligen Festungswächter für dieses Gebiet viele Dinge erfahren, welches einiges in neuem Licht erscheinen lässt. Auch das wollte dokumentiert sein.

Start war die Sperre Sonderegg bei Reute. Das grosse Infanteriewerk war eines der ersten, welches wir im Rahmen unseres Igelprojektes damals abgelichtet hatten. Die Qualität war wahrlich nicht so toll mit der alten Ausrüstung,und so haben wir hier das ganze nochmals abgelichtet. Mit Weitwinkelobjektiv hat man es hier bedeutend einfacher. Nachdem die Bilder im Kasten waren, sind wir runter nach Au. Der Schindlerbunker A5860 wurde auch nochmals abfotografiert, obwohl er seit der Erbauung der Autobahn Anfang der 70er Jahre keine Bedeutung mehr hat. Die Brücke, welche er "bewachen" sollte, ist längst verschwunden. Auch die "Pumpstation" A5861 mussten wir unbedingt nochmals besuchen. Zu dieser Anlage haben wir einige spannende Details erfahren, die wir euch dann beim Update der Sperrstellen-Reportage erzählen werden. Soviel sei jetzt schon gesagt: dieser Bunker ist der jüngste Betonklotz im Rheintal.
Danach kam das Highlight des Tages. A5858 ist ein MG Bunker, der für uns bisher immer unsichtbar war. Dies darum, weil er in einem privaten Grundstück liegt. Nachdem wir über das Geoportal den Liegenschaftsbesitzer ausfindig gemacht haben, war es naheliegend dort anzurufen und anzufragen, ob wir den Bunker einmal fotografieren dürften. Der äusserst freundliche Besitzer gab uns sofort sein OK und hat uns so den Bunker zugänglich gemacht. Entdeckt haben wir einen kleinen, bestens erhaltenen und liebevoll renovierten MG Bunker. Die Anlage wartete mit zahlreichen Besonderheiten auf. Speziell zu erwähnen sind die zwei noch erhaltenen MG-Auswürfe mit einzigartiger Abdeckung. Der heutige Besitzer hat den Bunker samt Land vor knapp 10 Jahren erworben und die zugemauerten Scharten wieder geöffnet. Heute dient der Bunker als Abstellraum für den Gartensitzplatz. An dieser Stelle ein herzliches Danke an Herr B. für den freundlichen Empfang und die Möglichkeit, den Bunker fotografieren zu dürfen. Nun fehlt uns nur noch ein MG Bunker in Au aus der Nähe, aber auch diesen Bunker werden wir demnächst noch fotografieren können. Die Erlaubnis dafür haben wir schon erhalten.
Letzter Stop war dann das Bruggerhorn. Am Rheindamm waren die letzten Jahre Sanierungsarbeiten im Gange. Diese sind im Abschnitt Bruggerhorn scheinbar fertig. Darum ist auch der Baucontainer, welcher immer vor dem Bunker A5843 stand und uns die Fotos "versaut" hat, entfernt. Also haben wir die Chance genutzt und auch diese Anlage ohne störende Container abgelichtet. Bei dieser Gelegenheit sind auch noch die Reste der ehemaligen Entgleisungsanlage und das alte Sprengobjekt mit auf den Chip gebrannt worden. Letzte Anlage für den Tag war dann noch A5839. Diese "Pumpstation" liegt mitten im Grünbereich der Autobahnausfahrt St.Margrethen. Einige Leute zweifelten immer, dass dies ein Bunker sei. Mit der neuen Kamera war es dann auch endlich möglich ein Foto durch das "Fenster" der Tarnung zu machen und die MG-Scharte zu fotografieren. Damit wird auch der letzte Zweifler glauben, dass es doch keine Pumpstation ist.

Das war noch nicht die letzte Tour am Bruggerhorn. Wir haben noch einige Dinge in Planung, berichten euch dann aber bei geeigneter Zeit darüber. Wir werden in den kommenden Wochen die Dokumentation zum Bruggerhorn wieder etwas aktualisieren und euch ein paar neue Geschichten dazu erzählen.

Gestern haben wir gesehen, dass bei der Sperrstelle Halden (A5808) weitere Anlagenteile komplett ausgeholzt wurden. Weitere Teile des GPH, Bunker und Waffenstellungen sind nun wieder bestens sichtbar. Also sind wir heute Morgen schnell nach Buechen raus und haben sofort einige Fotos geschossen. Die Ausholzung ist aber scheinbar noch im Gange. Daher werden wir die Augen offen halten und sobald die Abeiten abgeschlossen sind die Anlagen neu abfotografieren. Auf dem Rückweg haben wir dann noch in Rorschach und Goldach einige Stops eingelegt um noch einige der fehlenden Anlagen einzufangen.

Rückblick










22.11.09: Sportliche Kraxlerei rund um Matug und Mumpertjörs
Die Festung Sargans war eines der ersten grossen Kapitel, welches wir zu Beginn unserer Erkundungsreise in der Schweizer Igellandschaft erarbeitet haben. Obwohl es relativ umfangreich ist, gibt es noch einige Ecken, an denen wir bisher noch nicht waren. Dies primär darum, weil diese Gegenden etwas abgelegen sind und die Zufahrt nur beschränkt möglich ist. Eine dieser Gegenden ist die Region rund um Matug oberhalb des Schollbergs. Um dorthin zu kommen, braucht es eine Fahrerlaubnis, und wenn man dann mal dort ist, beginnt die Kraxlerei erst richtig. Walter, ein Besucher unserer Page hat seine Kindheit in Matug verbracht und besitzt heute dort einen Bunker. Er hat sich anerboten, uns als Igelführer die Anlagen zu zeigen. Wir durften schon im Sommer mit ihm und seinem Bruder den KP in Naus besuchen. Damals vereinbarten wir, die Tour im Herbst, wenn die Blätter die Sicht auf die Bunker freigeben, in Angriff zu nehmen. Gestern war es dann soweit.

Eines gleich vorweg. Während wir letzte Woche mit nassen Buchenblättern kämpfen, waren es dieses mal trockene Buchenblätter, welche den Boden bedeckten und jede Bewegung im Hang zur Rutschpartie werden liessen. Es ist schwer zu sagen, was schlimmer ist - nasse oder trockene Buchenblätter.
Da Walter in Matug seine zweite Heimat hat, besitzt er auch die Fahrerlaubnis, um bis zur Siedlung zu kommen. Von dort haben wir den ersten Teil unserer gestrigen Kraxlerei in Angriff genommen. Gleich als erstes haben wir die wildeste Partie des Tages gemeistert und sind aufgestiegen zum MG-Werk A6120 Fluhwand. Vom ehemaligen Weg, der hinaufführte, ist nichts mehr zu erkennen und mühsam bahnten wir uns einen Weg durch den mit Buchenblätter bedeckten steilen Hang. Endlich oben angekommen, wurden wir dafür mit bestem Sonnenlicht belohnt und konnten die Fotos schiessen. Jemand hat heute die Scharten dort bunt bemalt und eine Statue der heiligen Barbara aufgestellt. Den Abstieg nahmen wir über einen steilen Hang in Angriff und eine einfache Weise diese Stelle hinter sich zu lassen, war es auf dem Hosenboden hinunter zu rutschen. Endlich unten am Weg angekommen, stiegen wir noch hinauf zum ehemaligen Artilleriebunker A6073 Lauterbach. In diesem Bunker war früher eine 8.4 cm Kanone 1880 eingebaut, welche hinunter nach Wartau und Trübbach wirken konnte. Heute ist der Bunker offen und jemand benutzt ihn als einen kleinen Abstellraum. Damit hatten wir den Abschnitt Plänggli fertig und sind zurück nach Matug. Nach einer kleinen Stärkung haben wir den Rucksack neu gepackt und sind in Richtung Maziferchopf aufgestiegen. Erster Halt war der MG Bunker A6122 Matug-Hang. Da dieser Bunker Walter gehört, konnten wir auch hier einen Blick hinein werfen. Über die Wiese ging der steile Aufstieg weiter. Der strenge Weg wurde mit einer tolle Aussicht über das Rheintal belohnt. Nach steilem Aufstieg oben angekommen, galt es erst einmal Luft zu holen und die Suche zu starten. Der Unterstand A6124 ist heute nur noch eine mit Laub bedeckte Grube. Vom Eingang ist nicht mehr viel zu sehen und in ein paar Jahren wird die Grube komplett gefüllt sein. Hoffentlich fällt hier nie jemand hinunter. Nachdem Walter erklärte, dass alle Unterstände heute so aussehen, haben wir uns die restlichen geschenkt und sind zur MG Kaverne A6126 Schollbergkopf hinüber. Diese Anlage ist heute noch bestens zu sehen. Nur der Aufstieg zu Türe ist eine etwas wilde Kletterpartie. Walter war nicht zu halten und hat sich als erster hinauf gewagt. Er wurde belohnt mit einer offenen Türe. Also ist dann Zarko auch hinauf geklettert, hat aber seine Mütze bei Christiane gelassen. Dies war ein Fehler, wie sich heraus stellen sollte. Die MG Kaverne wird heute bevölkert von Kolonien von Spinnen und Zimmermännern, die an der Decke hängen. Natürlich passierte es, dass diese auch hinunter fielen und auf dem Kopf landeten. Igitt..... aber als Bunkersucher darf man sich vor komischem Getier nicht ekeln - und die Mütze sollte man auch immer auf dem Kopf lassen. Nachdem die Fotos im Inneren auch geschossen waren, war es Zeit für die Mittagspause mit einem feinen Sandwich. Die Zeit wurde genutzt, um das weitere Vorgehen zu planen.
Walter und Christiane wollten den Abstieg südlich in Angriff nehmen und dabei das unten liegen Beobachterwerk und zwei MG Bunker aufsuchen. Zarko stieg derweil wieder gegen Matug ab und holte das Auto, um die beiden dann oberhalb vom Parnitzirank abzuholen. Die Suche nach dem Beobachterwerk A6131 gestaltete sich etwas schwierig, da die Koordinaten ungenau waren. Als die beiden die Suche schon aufgegeben haben, sind sie dann zumindest über einen der Stände gestolpert. Die beiden restliche Stände wurden wegen der fortschreitenden Zeit (vorläufig) nicht weiter gesucht. Schnell galt es noch die beiden MG Bunker Mazifer I und II abzulichten und einen Blick aus dem Inneren zu erhaschen. Diese Bunker waren wahrlich nicht für grosse Leute erbaut worden. Als dann alle drei wieder am Treffpunkt versammelt waren, war die Tour um Matug abgeschlossen.
Um die Dokumentation über diesen Abschnitt der Festung Sargans abschliessen zu können, fehlten noch die Bunker Mumpertjörs. Also sind wir dort hinauf gefahren, damit sich die Wege wieder trennen könnten. Während Walter und Christiane sich die Bunker nördlich vornahmen, fuhr Zarko hinunter und holte die unteren Anlagen teilweise nochmals nach. Treffpunkt war der Bunker A6068 Wiesenrank, wo der Weg endete. Walter und Christiane kämpften sich wieder durch mit Buchenblätter bedeckte Hänge und haben dabei mühsam den grossen MG-Bunker A6069 Montperjöris umrundet. Zum Glück führte dann am Ende der Umrundung ein guter Weg hinunter zum Wiesenrank, wo der letzte Bunker auf alle drei wartete.

Nach 7 Stunden Lauferei und Kraxlerei endete hier eine 12km lange Wanderung über mehrere hundert Höhenmeter auf und ab. Dass es eine strenge Tour war, merkte man nicht nur an den schmerzenden Kniegelenken, sondern auch an der schmutzigen Kleidung vom aus- und abrutschen auf den Buchenblättern. Trotzdem war es eine sehr schöne und erfolgreiche Tour. Wir danken an dieser Stelle Walter für seine Führung und Begleitung durch die Hänge rund um Matug. Als Fortsetzung werden wir dann noch einiges im Abschnitt Alvier zusammen nachholen. Dieses mal hat die Zeit dafür nicht gereicht.

Rückblick








15.11.09: Rutschige Lückenfüller-Tour im Aargau
Im Juli waren wir das letzte Mal im Aargau unterwegs, als die dichte Vegetation uns stoppte. Somit war es längst überfällig, dort weiter zu machen, zumal der Herbst nun doch schon viel Laub von den Bäumen geholt hat. Geplant war, die Wacht am Rhein ab Leibstadt fortzusetzen. Wie aber jeder gute Projektleiter weiss, ändern sich Pläne ab dem ersten Moment, an dem das Projekt startet. So auch bei uns, als wir feststellen mussten, dass der Rhein im Nebel lag. Zum Glück ist der Aargau voll mit Bunkern, so dass wir kurzfristig umdisponiert haben. Also haben wir gestern eine Lückenfüller-Tour gemacht und einige angefangene, aber nicht abgeschlossene Gegenden besucht.

Erster Stop war dann das Bürerhorn. Der dortige Beobachter und Bat-KP ist uns damals vergessen gegangen. Trotz des Nebels liess sich die Anlage schnell finden. Doch zugänglich war sie damit aber noch lange nicht. Die dicke Schicht an Buchenblättern, die am Boden lag, ergab zusammen mit der Nässe einen absolut rutschigen Hang. So war es nur mit sehr viel Mühe, Rutschen und Glück möglich, einigermassen an den Bunker ran zu kommen und ein brauchbares Foto zu machen. Das Problem mit den Buchenblättern sollte uns den ganzen Tag noch verfolgen.
Vom Bürerhorn sind wir dann zu den beiden Anlagen im Rüedacher bei Oberbözberg gefahren. Hier zahlte sich dann auch ein Fahrzeug mit Allrad und Bodenfreiheit aus, war doch der Weg, den wir gewählt hatten, eine wilde verschlammte Piste. Hier im Rüedacher sind eine Übermittlungszentrale und ein KP zu finden. Die beiden Anlagen sind vom Verein Festungsmuseum Reuenthal übernommen und instand gestellt worden. Besonders die Aussenbemalung der beiden Anlagen sind sehr speziell und einen Ausflug wert. So erstrahlt die ehemalige Übermittlungszentrale A3868 in einer eigenwilligen aber nicht unattraktiven bunten Tarnbemalung.
Schon beim nächsten Halt bei der Sperrstelle Sennweid in Möhntal hat wieder der buchenbedeckte Hang den Aufstieg zu den Bunkern zur abenteurlichen Kletterpartie gemacht. Trotzdem sind wir hier dazu gekommen und konnten die beiden Bunker und Solitär ablichten. Rechtzeitig hat sich dann auch der Nebel gelichtet, so dass wir die Sperre auch ohne Nebel ablichten konnten. Von hier sind wir dann zum gegenüberliegenden Chreisacher gefahren. Neben einem tollen Ausblick findet man hier auch drei besondere Beobachtungsbunker. Der bekannteste ist A3916 mit seinen zwei runden Bunkern, die wie Ufos im Hang wirken. Um aber bis dorthin zu gelangen, war schon wieder eine wilde rutschige Kletterei auf den Buchenblättern notwendig. Nur mit grosser Mühe ist es dann auch gelungen, wieder hinauf zu kommen. Fazit für uns: Wir legen uns für die Zukunft ein Seil zu. Damit wär´s kein Problem gewesen. Den zweiten Beobachter A3915 im selben Hang haben wir dann nicht mehr aufgesucht. Zu steil und zu rutschig sah der ganze Hang aus. Dafür genossen wir bei strahlendem Sonnenschein beim Aussichtspunkt unsere mitgebrachten Brötchen.
Nach der Pause haben wir unten an der Strasse bei der Sperre Talhalden noch den kleinen Bunker und das grosse IK Schild aufgesucht. Leider war das IK Schild wieder wegen diesen Buchenblättern kaum zugänglich. Da wir für diesen Tag genug geklettert und gerutscht sind, haben wir es dann bei einem Foto aus der Distanz belassen. Nächster Halt war Mettau. Hier haben wir noch ein paar Fotos nachholen müssen und die alte Tankmauer vor Etzgen noch abgelichtet. Da sich der Nebel am Rhein doch noch verzogen hatte, konnten wir dann doch auch noch einen Rheinbunker in Etzgen ablichten. Von hier sind wir dann langsam wieder Richtung Osten und haben unterwegs die Lage der anderen Bunker erkundet, so dass wir es bei der nächsten Tour einfacher haben. Einen Halt haben wir dann doch noch beim Zuckerstockbunker A4302 in Schwaderloch gemacht, der zusammen mit dem Zollhaus, der Brücke und den Resten des dortigen ehemaligen Sprengobjekts ein spezielles Motiv her gab. Letzter Stop war dann noch ein alt bekannter Bunker. Der Lmg-Stand A4242 "Gibraltar" Felsenau hat einen neuen horizontalen Eingang bekommen und die Türe ist noch nicht montiert. So konnten wir auch noch ein Foto dort aus dem Inneren machen. Besonders Highlight war die noch vorhandene A-Nummer an der Wand. Danke an dieser Stelle an Markus für den Hinweis zu der noch nicht montierten Türe.

Auch wenn die gestrige Tour anders verlief als ursprünglich geplant, sind wir doch zufrieden heim gekommen. Die teilweise verschlammten Strassen, die wir nehmen mussten, zwangen uns dann noch am Abend den Wagen tüchtig abzuspritzen und von den Dreckklumpen zu befreien. Mit den gestern entstandenen Fotos können wir endlich andere schon früher gemachte Fotos kombinieren und einige neue Kapitel in unserer Dokumentation über das Aargau demnächst einfügen. Die Saison im Aargau ist damit wieder eröffnet!

Rückblick










08.11.09: Wieder unterwegs - Auf den Spuren der Igel in Trin
Seit wir aus den Ferien zurück sind, waren wir mit Aufarbeiten der Fotos von vor und den Ferien beschäftigt. Ausserdem haben wir neben der Fotografie auch noch andere Verpflichtungen, welche wir wahr nehmen mussten. Obwohl der Fotoberg nicht kleiner geworden ist - inzwischen sind wir bei den Fotos von Anfang August angelangt - hat unser Auslösefinger wieder gejuckt. Schon länger hatten wir vereinbart, die Anlagen der Sperre Trin auch innen zu besuchen. Gestern wollten wir dies in die Tat umsetzen und so fuhren wir in der Frühe los, um ab 9:30 Uhr einen interessanten Tag zu verbringen.

Pünktlich haben wir uns auf dem Parkplatz der Werkhofs Trin mit unseren Führern Markus und Reto vom neu gegründeten Verein Sperre Trin getroffen. Obwohl die Anlagen der Sperre bereits 2005 von einer Stiftung übernommen wurden, hat sich erst jetzt eine Gruppe von Festungsfreunden zu einem Verein zusammen geschlossen. Dieser Verein wird in Zukunft die Anlagen unterhalten und Führungen durchführen. Bereits bei ihrer ersten öffentlichen Veranstaltung vor einer Woche wurden sie von dem Massenansturm der Besucher überrascht. Anstelle der gerechneten 60 waren weit über 200 Personen zum Anlass gekommen. Ein weiteres Zeichen dafür, dass Festungen ihren Reiz noch lange nicht verloren haben und dass trotz der vielen öffentlich zugänglichen Anlagen neu zugängliche Bunker und Festungen immer noch die Leute anzulocken vermögen. So auch uns, sind wir doch bei Gott schon in vielen dieser Anlagen gewesen.
Als erstes war körperliche Ertüchtigung gefragt, galt es doch zu den Werken Crap Ping und Crap Bargatzi hinauf zu steigen. Diese beiden identischen Werke sind über einen Stollen und viele viele Treppen miteinander verbunden und tragen auch eine gemeinsame Nummer. Früher führte vom Parkplatz bei Porclis eine Seilbahn hinauf zum Werk Crap Bargatzi, wo auch der Haupteingang lag. Jedoch wurde 2005 die Seilbahn abgebrochen und auch der Zugang rückgebaut. Darum sind heute die beiden Werke nur noch durch den Notausgang bei Crap Ping erreichbar. Dieses Werk mit seinen relativ vielen Stollen und Kavernen verfügt nur über 2 MG und einen Lmg Stand. Eigentlich unglaublich, wieviel Stein ausgebrochen wurde für diese Bewaffnung. Trotzdem ist heute das Werk noch in seinem letzten Zustand erhalten geblieben. Vom werkseigenen Motor, über die Kernseife hin zu der Torfmullkiste für die Notaborte war alles noch vorhanden. Und so gab es für uns allerlei zu sehen und zu fotografieren. Um nach Crap Bargatzi zu gelangen, mussten wir einen beschwerlichen Weg über die Treppen und Stollen auf uns nehmen. Dieser Werksteil ist zwar ausgeräumt, trotzdem lohnte sich die Mühe, hatte man doch vom ehemaligen Seilbahnzugang eine wunderbare Aussicht. Nachdem wir auch diesen Teil gesehen hatten, hiess es wieder abzusteigen zum Parkplatz Porclis. Hier warteten drei weitere Bunker auf uns, die durch ihre prächtige Tarnung auch vielen Einwohner von Trin nie als Bunker aufgefallen sind. Leider war der Tarnungsmechanismus beim Werk Porclas Strasse defekt, so dass wir keine enttarnten Fotos dieses Werks machen konnten. Entschädigt wurden wir dafür durch die anderen beiden Werke, bei denen man die Tarnung öffnen und sogar die Pak ausfahren konnten. In den letzten Wochen hat die Gemeinde auch die Bäume rund um die Werke gefällt. So sind nun auch die Tobleronesperren und die früher versteckten Bunker bestens zu sehen.
Direkt vor den Sperren bei Porclis ist in einem unscheinbaren Steinhaus das ehemalige FWK Büro untergebracht. Hier war eine Küche und ein eigener Esssaal untergebracht. Besonders die Küche und ihre Einrichtung hat es uns angetan, waren hier doch zahlreiche Küchengeräte zu sehen, welche aus den heutigen Küchen schon lange verschwunden sind. Mit diesem Haus hat der Verein ein wahres kleines Juwel, kann dieses doch bestens als Vereinslokal genutzt werden, um nach getaner Unterhaltsarbeit das wohlverdiente Feierabendbier zu geniessen.
Nach dem Mittag sind wir dann zu den Werken bei Digg aufgebrochen. Hier verbergen sich einige meisterlich getarnte Werke, welche sogar einige Vereinmitglieder zur Verzweiflung gebracht haben. Die perfekte Tarnung verbarg die Bunker auch vor ihren Augen. Porclas Süd steht als Felsen getarnt am Wegesrand. Nur geübte Augen erkennen, dass sich hier ein MG Bunker verbirgt. Erst nach etwas Zureden liess sich die Türe schliesslich öffnen und wir konnten einen Blick ins Innere des "Felsen" werfen. Leider hatten wir beim nächsten Bunker Laseaz Nord nicht soviel Glück. Trotz mehrerer Versuche liess sich die Türe immer noch nicht öffnen. Der Verein wird dieses Problem bestimmt bald gelöst haben. Ein Grund, dann nochmals dort vorbei zu schauen. Die Werke Laseaz Süd und Laseaz sind zwar offiziell auch im Besitz der Stifung und des Vereins, jedoch hat vom VBS noch keine Schlüsselübergabe statt gefunden. Darum konnten wir auch hier nur die Aussenfotos machen, was nicht weiter ein Drama war. Zum Schluss haben wir dann auch noch einen Blick in den Unterstand A7783 Laseaz oben geworfen und uns davon überzeugt, dass die Holzeinrichtung und die Holzbetten noch heute bereit wären, Truppen Unterkunft zu bieten.

Und so ging auch diese erste Schweiz-Tour nach 2 Monaten Abstinenz zu Ende. Es hat uns viel Freude gemacht, die neue Saison gleich mit einem solchen Highlight wie der Sperre Trin zu starten. Wir sind sicher, dass die Anlagen bald in noch besserem Zustand den vielen interessierten Besuchern die Türen öffnen werden. Die motivierten Führer haben uns gezeigt, dass hier Leute mit Spass an der Sache am Werk sind. Wenn auch ihr einmal einen Blick in die Igel bei Trin werfen wollt, so können wir euch das nur empfehlen. Wir jedenfalls waren mehr als 5 Stunden unterwegs und hatten trotz unserer Vorbelastung viel Freude an den meisterlich getarnten Anlagen. An dieser Stelle ein grosses Danke an Markus und Reto für die Einladung nach Trin und die spannende Führung, die sie uns gewährt haben. Die über 800 Fotos, die entstanden sind, zeugen von einem spannenden und kurzweiligen Tag bei euch.










04./07.10.09: Auf Tour auf der Insel Šolta und letzte Tage
Wenn die offizielle Feriensaison am 30.9. vorbei ist, so stellt die Jadrolinija - jenes Unternehmen, welches den Fährbetrieb zu den Inseln sicherstellt - seinen Fahrplan um. Dies ungeachtet davon, dass im Herbst noch viele Touristen Ferien machen. Dies hat zur Folge, dass man Lastovo nur noch mit einer Fähre verlassen kann - und diese fährt um 4:15 am Morgen! Nun denn, in den Ferien um 3:30 Uhr aufstehen grenzt schon an Folter, aber es führt kein Weg dran vorbei. Und so sind wir dann nach 5 Stunden Fahrt mit der Fähre nach 9 Uhr in Split eingetroffen.

Da wir schon oft in Split waren und die Stadt gut kennen, haben wir dieses Mal hier nur einen Kurzaufenthalt gemacht. Wir wollten uns von hier aus mit der Fähre zur gegenüberliegenden Insel Šolta begeben, um die dortige kleine Küstenartilleriebatterie zu fotografieren. So sind wir dann am Sonntag auf die Insel und haben die Anlage auch sofort gefunden. Was die Anlage besonders macht ist nicht ihre Architektur, sondern die Tatsache, dass sie eine jener Anlagen war, welche im Bürgerkrieg durch die kroatischen Truppen im Handstreich eingenommen werden konnte. So hat diese Stellung in der jüngeren Geschichtsschreibung eine besondere Stellung eingenommen, war doch der Jugoslawischen Marine der Handstreich nicht bewusst. Erst als die Batterie das Feuer auf die vorbeifahrenden Jugo-Schnellboote eröffnete und so einen wesentlichen Beitrag zur Verteidigung der wichtigen Hafenstadt Split leistete, wurde der JRM klar, wer nun Herr auf der Insel war.
Die Anlage selber ist relativ unspektakulär. Besonderes Highlight war hier wieder eine der Panzerkuppeln aus Zadar, welche hier eingebaut war. So haben wir einen weiteren Ort gefunden, wohin die Kuppeln verschwunden sind. Die offenen Stellungen waren wieder über ein Stollensystem verbunden. Leider waren die Geschütze nicht mehr hier. Diese wurden schon während des Krieges ausgebaut und an andere Brennpunkte verlegt. Die Lage direkt am Meer sorgte wiederum dafür, dass es trotzdem gute Fotos gab, und als wir alles gesehen und fotografiert hatten, mussten wir hinein in das kristallklare Wasser. Die bei der Stellung erbaute kleine Anlegestelle eignete sich bestens dazu. Obwohl schon Oktober war, schien die Sonne herrlich warm und das Wasser hatte noch angenehm warme Temperaturen. Die Abgeschiedenheit des Ortes sorgte wiederum dafür, dass wir ungestört baden und die Ruhe geniessen konnten. Leider fuhr die Fähre relativ früh wieder zurück, so dass wir uns mitten im Nachmittag aufmachen mussten, wollten wir noch etwas von der Insel sehen. Die Insel selber ist touristisch eher unerschlossen, dient sie doch primär den Einwohnern von Split als Rückzugsgebiet, denn viele haben hier ihr Ferien- oder Wochenendhäuschen.

Am Folgetag hiess es dann auch schon Abschied von Split nehmen und zurück in Richtung Zadar. Auf der Fahrt dorthin wollten wir noch einen Blick zu den Flugzeugkavernen von Divulje werfen. Am Pistenende des Zivilflughafens von Split befindet sich im Hügel eine Kavernenanlage, nicht unähnlich den Anlagen auf den Schweizer Alpenflugplätzen. Die alten MiG-21, die hier früher stationiert waren, mussten auch über eine stark befahrene Hauptstrasse rollen, um auf die Piste zu gelangen. Heute wird die Anlage von der Luftwaffe nicht mehr genutzt. Trotzdem sind die Kavernenanlagen abgesperrt und grosse Verbotstafeln sowie eine Wache sorgen dafür, dass wir davon keine Fotos machen konnten. Dies kann sich aber schnell ändern und vielleicht sieht es nächstes Jahr schon anders aus. Dieses Jahr jedenfalls war nix mit Fotos machen. Dafür haben wir aber mit unserem Teleobjektiv einige Bilder vom gegenüber liegenden kroatischen Marinehafen Lora in Split machen können. Zu unserer Überraschung war praktisch die gesamte kleine Flotte im Hafen versammelt.

Die letzten Tage verbrachten wir dann nochmals in Zadar und haben dort noch die direkt neben unserem Feriendomizil gelegene alte italienische Küstenartillerie-Batterie von Puntamika fotografiert. Viel zu sehen gab es hier aber nicht mehr. Einzig der ehemalige Beobachtungsbunker und Entfernungsmesser der Batterie stand noch. Von den Stellungen sind nur noch einige Munitionsnischen zu sehen und die Unterstände sind alle zugeschüttet. Den letzten Abend verbrachten wir dann noch mit unseren Bunker-Freunden aus Zadar bei einem feinen Nachtessen und vielen lustigen Geschichten.

Das war dann auch unser Urlaub 2009 in Kroatien. Selten noch hatten wir so schöne und erholsame Tage wie dieses Jahr. Vom ersten Tag bis zum letzten Tag schien nur die Sonne und kein Tropfen Regen vermieste uns einen Ferientag. Wir entdeckten viele neue Orte, sahen auch schon viel Bekanntes und haben dann mit sehr schwerem Herzen wieder die Heimreise angetreten. Dies aber im Bewusstsein, drei erholsame Wochen gehabt zu haben. Vielleicht war es doch gut, dass der Notebook kaputt ging. So sind uns daheim beim Schreiben dieser Reiseberichte viele Bilder wieder durch den Kopf gegangen und wir konnten die Ferien nochmals in Gedanken erleben.
Wir hoffen, ihr hat auch diese Erzählungen etwas spannend gefunden und im Laufe der nächsten Monate werden die Fotos und Geschichten dazu auf unserer Page zu finden sein. Falls jemand von euch sich genauer für eines der Reiseziele interessiert, oder auch einmal dorthin reisen möchte, so kann er sich gerne bei uns melden.

Rückblick









30.09.09: Erkundung der Anlagen im Marinehafen Prežba
Nachdem wir fast alle Anlagen auf der Insel erkundet hatten, blieb uns nur noch der ehemalige Marinehafen von Prežba übrig. Die geschützte Bucht wurde früher als Liegeplatz für Schnellboote genutzt und ist heute ein beliebter Liegeplatz für die vielen Segler, welche bei ihrem Segeltörn in der Adria unterwegs sind.
Erstes Ziel war der Schnellboot-Bunker in der Bucht, weil die Morgensonne die Anlage optimal ausleuchtet. Dank der Hinweise unserer Gastgeber haben wir den Weg dorthin sofort gefunden. Wie bei allen solchen Anlagen war auch hier ein Segelboot vor Anker gegangen. Der "Tunnel" entpuppte sich dann aber als ein besserer Unterstand. Im Gegensatz zu den anderen solchen Anlagen, die wir bisher gesehen haben, war diese hier sehr kurz und bot maximal einem Schnellboot Platz. Kaum zu glauben, dass an diesem kurzen Stollen 4 Jahre gebaut worden sein soll. So jedenfalls erzählten es uns die Einheimischen. Nachdem wir hier relativ ernüchtert wieder abgezogen sind, beschlossen wir, uns den zweiten solchen Tunnel auf der anderen Inselseite zu schenken. Dies zumal dies mit einem längeren Fussmarsch verbunden gewesen wäre. Also sind wir runter zum Hafen, und haben diesen weiter erkundet. Hier fanden wir dann auch wieder interessantere Anlagen vor. So sind hier im Hafen mehrere Kavernen ausgebrochen und mit Stollen verbunden worden. Diese Kavernen dienten als Lager für Torpedos, Minen und Munition. Offenbar war Standardisierung etwas, dass man im früheren Jugoslawien kannte. Denn die eine Anlage entpuppte sich im Grundriss identisch mit der Anlage "Ceska Kuca" auf Vis. Auch dort waren Torpedos und Minen gelagert geworden. Im Gegensatz zur Anlage auf Vis waren hier noch alle Eisenteile enthalten, hatten sich doch hier noch keine Eisendiebe zu schaffen gemacht. Ein lustiges Detail war die Notausstiegs- und Lüftungsöffnung, hatte diese doch eine spitzige Form. Diese Kavernen waren aber nicht die einzigen, die hier im Hafen ausgebrochen wurden. Auf der anderen Seite fanden wir dann drei weitere grosse und lange Kavernen. Diese entpuppten sich als riesiges unterirdisches Treibstoffdepot für die Schnellboote. In jedem der drei Kavernen waren 8 grosse Dieseltanks untergebracht. Über Leitungen waren alle miteinander verbunden und eine Pumpanlage sorgte dafür, dass der Treibstoff direkt zu den Liegeplätzen der Boote gepumpt werden konnte. Auch eine Lüftungsanlage war eingebaut, die dafür sorgte, dass die giftigen Dämpfe, die sich ansammeln könnten, mit Frischluft ausgeblasen werden. Was hier überraschte war der sehr gute Zustand dieser Anlage. Mit wenig Aufwand könnte diese relativ schnell wieder in Betrieb genommen werden. Zum Schluss haben wir dann auch noch die Ruinen der ehemaligen Marinekaserne aufgesucht und dort einige Wandmalereien und Parolen gefunden. Besonders der Rote Stern mit dem Ausspruch "Proletarier aller Länder vereinigt euch" muss hier als "Highlight" erwähnt werden. Vermutlich ist Lastovo noch der letzte Ort in Kroatien, wo man so ein Relikt aus dem Kommunismus vorfinden kann. Auch wenn solche Parolen zum Schmunzeln anregen, so muss man sich vor Augen führen, dass auch Bunker- und Festungsanlagen in der Schweiz mit patriotischen Parolen ausgeschmückt wurden. Mit dieser Tour hatten wir dann auch die Erkundung der ehemaligen Befestigungsanlagen auf Lastovo abgeschlossen.

Natürlich haben wir während unseres Aufenthalts auf Lastovo auch die anderen Sehenswürdigkeiten auf der Insel besucht. Dazu muss man vor allem die Natur zählen. Auch wenn ein grosser Teil der Insel vor einigen Jahren durch einen grossen Waldbrand in Mitleidenschaft gezogen wurde, gibt es doch noch viele erhaltene Teile auf der Insel. Auch bietet die Insel viele malerische Badeplätze, wo man ausserhalb der Saison absolut ungestört ist. Wenn man auch noch die Taucherbrille dabei hat, kann man beim Schnorcheln auch noch einiges unter Wasser entdecken. Der Ort Lastovo mit seinen knapp 700 Einwohnern ist der Hauptort der Insel. Das ehemalige "Piratennest" besticht vor allem durch seine Lage im Hang, die malerischen Häuser, und ist bekannt für die vielen runden Schornsteine. Aus historischer Sicht zu erwähnen gilt die kleine Grundschule der Insel. Hier ist noch gut lesbar eine Parole aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu sehen: "Es leben die Alliierten UdSSR, England und Amerika". Zwar scheint die Parole übermalt worden zu sein, jedoch hat man sie wieder sichtbar gemacht. Offenbar ist das Geschichtsbewusstsein auf dieser Insel grösser als an vielen anderen Orten.

Dies waren unsere Tage auf Lastovo. Neben all den vielen Fotomotiven, der traumhaften Natur, dem schönen blauen Meer und den freundlichen Menschen, hat etwas anderes auf dieser Insel am meisten Eindruck auf uns gemacht: Die Gemütlichkeit und Gelassenheit dieser Insel und seiner Einwohner. Die hektischen Zeit und Welt, in der wir leben, scheint an diesen Menschen und der Insel vorbei zu gehen. Die Hauptstadt Zagreb ist weit weg, und der Rest von Europa sowieso. Warum sollte man sich also stressen lassen. Die Kinder spielen hier nicht mit ihren elektronischen Spielzeugen stundenlang vor dem Monitor oder rotten sich in Banden zusammen, um Unruhe zu stiften und sich zu prügeln. Hier treffen sie sich auf dem verwachsenen "Fussballplatz" mit improvisiertem Tor und jagen einem runden Ding nach. Sie sitzen am Hafen und angeln mit ihren selber gemachten Angelruten, oder geniessen die Sonne und das Meer. Welch glückliche Kindheit die Kinder hier noch haben. Und so haben auch wir uns von dieser Idylle und Gelassenheit anstecken lassen und versucht, etwas davon mit zu nehmen nach unseren Ferien. Wenn auch ihr einmal in Ort mit Ruhe und Gelassenheit sucht, so ist Lastovo euer Reiseziel. Wir jedenfalls werden hierher wieder zurückkommen.

Rückblick








29.09.09: Bootsausflug zur BOT Mrcara und vor Velje More
Neben den Anlagen auf Lastovo gab es noch eine Küstenartillerie-Batterie auf der kleinen Nachbarinsel Mrcara. Diese Anlage ist nur mit Boot zu erreichen und so lag es für uns nahe, unsere Gastgeber zu frage,n uns doch einmal rüber zu fahren. Da dass Fischen nun durch den Sohn unserer Gastgeber betrieben wird und er seine Netze in der Nähe von Mrcara ausgeworfen hatte, nahm er uns am Dienstag mit auf seinem Boot.

Auch wenn Mrcara abgelegen liegt, so hat sie doch Bewohner. Dies in Form eines Restaurantbesitzers mit seiner Familie. Dieser betreibt in den Monaten, in denen die Segler auf der Adria unterwegs sind, einen gut gehenden Gastwirtschaftsbetrieb auf der Insel. Wie wir erfahren konnten, gilt das Lokal als Geheimtipp unter den Seglern und die Anlagestelle ist immer bestens besucht. So beschaulich wie wir das Lokal erlebt haben, sei es im Sommer nie hier. Da Fischer Vjeko den Betrieb mit seinen Fängen beliefert, weiss er bestens, wovon er redet. Neben dem Restaurant gibt es auf der Insel Mrcara noch einige Appartments, wo man besonders abgeschieden seine Ferien verbringen kann.
Auf dem Weg nach Mrcara sind wir als erstes bei den beiden Tunnels für Schnellboote vorbei gefahren, welches es auf Lastovo gibt. Diese beiden Tunnels wurden Anfang der 50er Jahre gebaut und sind im Vergleich zu den bisher erkundeten Tunnels sehr kurz und einfach gehalten. Bestenfalls kann man hier von einem geschützten Liegeplatz für ein Schnellboot sprechen. Mehr passt in diese kurzen Tunnels nicht rein. Daher waren wir auch schnell fertig und sind dann auf Mrcara den Berg hinauf gestiegen. Dort oben fanden wir dann schnell die gesuchte Küstenartillerie-Batterie. Auch hier handelte es sich um eine Anlage mit vier offenen Stellungen, welche durch Tunnels miteinander verbunden sind. Die Anlage wurde schon Mitte der 80er Jahre durch die Jugo-Marine aufgegeben. Neben den üblichen Stellungen und Tunnels fanden wir rund um die Anlage zahlreiche betonierte Schützenstellungen und einfache gedeckte Stellungen für die Nahverteidigung. Daher entwickelte sich die ganze Tour zu einer "Ostereiersuche". Hinter jedem Felsen oder Busch konnte sich noch eine weitere Anlage verbergen. Im Gegensatz zur Schweiz, wo wir dank der vielen Hinweise durch unsere Besucher immer bestens mit Koordinaten und Karten versorgt sind, mussten wir auf Mrcara ohne solche Hinweise auskommen, denn von der Anlage haben wir bisher im Internet weder Fotos noch Hinweise gefunden. Entsprechend sind uns sicher einige Anlagen entgangen. Schon auf der Fahrt mit der Fähre nach Lastovo haben wir von See her mit dem Teleobjektiv Fotos von Mrcara gemacht. Erst daheim haben wir dann bei der Auswertung dieser Fotos noch Bunker gesehen, die uns vor Ort entgangen sind. Schade ist uns unser Fotonotebook in den Ferien abgelegen, sonst hätten wir diese Fotos noch vor Ort analysieren können. Bei einem besonders markanten Bunker sind wir nur wenige Meter dran vorbei gelaufen, was für seine gute Tarnung spricht. Nichts desto trotz hat uns die Erkundung Spass gemacht und viele gute Fotos geliefert. Natürlich haben wir dann am Restaurant eine Mittagspause gemacht und das gute frisch zubereitete Grillgut genossen.

Nachdem auch Vjeko - welcher während unserer Erkundung seine Netze einholen ging - fertig gegessen hatte, fuhren wir wieder zurück Richtung Lastovo. Da das Licht gerade perfekt war und auch die See nicht zu rauh, fuhr uns Vjeko rüber nach Velje More, damit wir die Anlage dort auch noch von See her fotografieren konnten. Was auf der Karte nach einem kleinen Sprung aussieht, ist auf See mit einem Fischerboot eine Fahrt von 45 Minuten. Dort angekommen wurden wir aber mit besten Bedingungen zum Fotografieren belohnt. So konnten wir die Anlagen, welche wir von Land her kannten, auch noch von See her fotografieren und viele gute Bilder davon machen. Nach einer gemütlichen Rückfahrt, bei der wir noch weitere kleine Anlagen entlang der Küste entdeckten, endete auch dieser Nachmittag. Obwohl wir den ganzen Tag auf und am Meer waren, wollten wir nun auch noch ins Meer hinein und uns abkühlen.

Als es dann gegen späteren Nachmittag abgekühlt hat, sind wir noch rauf gefahren zum Plesivo Brdo (415 m ü.M.) um dort oben noch ein paar Anlagen abzulichten, welche wir entdeckt haben. Leider war der Bunker ganz oben nicht mehr erreichbar. Trotzdem lohnte sich der Ausflug, konnten wir doch einige andere Stellungen ablichten sowie die wunderbare Aussicht über die Insel und Adria hier oben geniessen. Am schönsten aber war die Stille hier oben, denn in unserer hektischen Welt gibt es fast keinen Ort mehr, wo man einfach nichts hört ausser den Wind.

Rückblick







28.09.09: Rote Sterne und Parolen auf Lastovo
Nachdem wir uns die Anlagen auf Velje More angesehen hatten, sind wir am folgenden Tag zu den Kommandoanlagen in den umliegenden Hügeln aufgebrochen. Dass es solche Anlagen auf Lastovo gab, hatten wir schon vermutet. Jedoch waren uns Zahl und Lage unbekannt. Hier zahlte es sich wiederum aus, dass wir uns als Ferienquartier eine Fischerfamilie ausgesucht hatten. So erzählte uns Marin abends nach dem Nachtessen Episoden aus der Geschichte Lastovos während der kommunistischen Zeit und zeigte uns auf der Karte die Lage der von uns gesuchten Anlagen.

So machten wir uns also auf den Weg und wie beschrieben fanden wir den unauffälligen Pfad, der in den Wald hinein führte. Am Ende des Weges standen wir dann vor einem Loch im Berg, über dessen Eingang ein grosser roter Stern aufgemalt war. Kein Zweifel, wir hatten gefunden, was wir gesucht hatten. Zwar mussten wir schmunzeln, als wir diesen roten Stern sahen, erkannten dann aber auch schnell, dass es bei uns in der Schweiz ja auch nicht anders war. An wie vielen Anlagen haben wir auch Symbole und Reliefs gefunden, die im Prinzip dasselbe waren wie dieser rote Stern. Zu unserem Pech gab unsere Taschenlampe just hier ihren Geist auf und wollte trotz voller Batterien nicht mehr leuchten. Gute Bunkerjäger haben aber für solche Fälle Ersatz dabei. Wenn wir etwas gelernt haben, dann dass man niemals in ein dunkles Loch geht, ohne mindestens zwei Leuchtquellen dabei zu haben. Im Inneren des Berges stiessen wir dann auf ein relativ kleines Tunnelsystem. Auch hier war im Gegensatz zur Insel Vis einiges mehr erhalten geblieben. Es hatte sich noch keiner die Mühe genommen, alle Eisenteile raus zu schneiden. Da diese Anlage relativ klein war, wussten wir im ersten Moment noch nicht, um was es sich dabei handelte. Als wir aber aussen auf den Hügel hinauf geklettert waren, fanden wir zahlreiche Installationen für Antennen. Somit muss es sich dabei um eine Übermittlungs- und Funkzentrale gehandelt haben.
Auf dem gegenüber liegenden Hügel haben wir dann den gesuchten Kommandoposten der Insel gefunden. Was uns am meisten überraschte war die Tatsache, wie schlecht geschützt eine solch wichtige Anlage war. Im Tagebau erstellt, wurde sie einfach mit einer relativ dünnen Schicht des Aushubs überschüttet. Die dicken Panzertüren, welche in dieser Anlage installiert wurden, hätte man sich sparen können, wäre sie doch auf Grund der Bauweise relativ schnell ausgeschaltet gewesen. Irgendwie war dieser Kommandoposten bezeichnend für den Bunkerbau der Kommunisten - schlecht durchdacht und billigst errichtet. Dies sah man auch daran, dass im Inneren ganze Betonpartien abgeplatzt waren, obwohl die Anlage seit 1992 einfach leer stand. Die Anlagen reichen nicht im Geringsten an das heran, was wir uns in Sachen Qualität hier in der Schweiz gewohnt sind. Trotzdem hat auch diese Anlage für uns eine kleine Überraschung bereit gehabt. Dies in Form einer Panzerkuppel, wie wir sie von den italienischen Bunkern aus Zadar kennen. Offenbar wurde hier eine jener verschwundenen Kuppeln als Beobachtungsposten eingebaut und war mit Beton verstärkt worden.

Die Kletterei und Lauferei in der Sonne bei sommerlichen 30 Grad forderte ihren Tribut und so legten wir danach eine Badepause am Meer unten ein. Als es dann am späteren Nachmittag etwas kühler wurde, haben wir uns zu einer Erkundung der ehemaligen Kaserne aufgemacht. Zwar ist die Kaserne mit dem "klingenden" Namen Kasarna Marschal Tito kein Bunker im eigentlichen Sinn. Jedoch bietet diese 1992 verlassene und seither geplünderte und zerfallene Anlage viele Fotomotive, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Wo sonst kann man heute noch in Europa kommunistische Parolen und Bilder finden, als in einer vergessenen Kaserne. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht und so fanden wir vieles, dass uns ein AHA entlockte. Aus meiner Militärzeit kenne ich jedenfalls keine Kaserne in der Schweiz, welche eine eigene Grosswäscherei betrieben hat, einen eigenen Schach-Saal hatte oder einen HV-Platz mit Podest für Kommandant und Kader. Auch waren die Eingänge zu unseren Schlafsälen nicht mit "motivierenden" Malereien und Parolen bemalt worden. Erst die untergehende Sonne zwang uns dann, auch diese Erkundung zu beenden und uns aufzumachen zu einem weiteren feinen Nachtessen bei unserer Gastgeberin. Für den folgenden Tag hatten wir wieder einen Ausflug mit dem dem Boot geplant. Davon aber mehr in unserem nächsten Bericht.

Rückblick













27.09.09: Auf den Spuren der Anlagen auf Lastovo
Nachdem wir die erste Ferienwoche in Zadar verbracht haben, sind wir aufgebrochen, die Insel Lastovo zu erkunden. Um dahin zu gelangen, muss man von Split aus die Fähre nehmen. Vorbei an den touristisch bekannten Inseln Hvar und Korcula - wo man die Fähre wechseln muss - gelangt man nach einer 5 stündigen Überfahrt auf diese weitgehend unbekannte kleine Adriainsel. Lastovo - welches 2006 samt dem umliegenden Archipel zu einem Naturpark erklärt wurde - gilt heute als Geheimtipp unter Touristen und Seglern. Dies liegt unter anderem daran, dass bis 1988 die Insel den Status einer Militärinsel hatte und somit für Ausländer gesperrt war. Ein Tourismus im klassischen Stil hat sich so nie auf der Insel etabliert und Lastovo so auch vor den damit verbundenen baulichen Sünden und Verschandelung verschont. Auch wenn die Fahrt 5 Stunden dauert, so gibt es dabei viel zu sehen. Bei schönem Wetter - so wie wir es hatten - kann man so manches Foto schiessen. So sind wir dann am späteren Nachmittag auf Lastovo angekommen und haben uns auf die Suche nach einer Unterkunft begeben. Im Internet haben wir uns schon vorinformiert und sind dann gleich auf Anhieb bei einer Fischerfamilie untergekommen. Hier wurde nicht nur eine einfache, aber saubere Unterkunft geboten, sondern die Hausherrin bot auch an, für Halbpension zu sorgen. Dieses Angebot haben wir gerne angenommen und um es vorweg zu nehmen - nicht eine Sekunde bereut. Wären wir länger auf der Insel geblieben, wäre eine Diät unumgänglich gewesen, so sensationell und üppig wie die gute Köchin gekocht hat. Zum Glück aber hatten wir ein unfangreiches Programm für Lastovo geplant, welches viel Bewegung beinhaltete. So war dafür gesorgt, dass nicht zuviele Kilos auf den Rippen liegen blieben.

Lastovo war wie die Insel Vis - welche wir letztes Jahr besucht haben - während der kommunistischen Zeit eine Militärinsel und entsprechend wurde sie auch befestigt. So sind hier zwei Küstenartillerie-Batterien zu finden, eine unterirdische Anlage für das Raketensystem SS-N-2 Styx / Rubeszh, zwei Tunnels für Schnellboote, diverse Kommandoanlagen sowie unterirdische Depots für Torpedos, Minen und ein riesiges unterirdisches Treibstofflager für Kriegsschiffe. Dies alles wollten wir uns genauer ansehen. Die Anlagen wurden bis Mai 1992 von der jugoslawischen Kriegsmarine genutzt, bis sie die Anlagen räumte, teilweise unbrauchbar machte und sich ohne Kampf sang- und klanglos aus dem Staub machte. Dank der Abgeschiedenheit von Lastovo sind die Anlagen bis heute weitgehend nicht in dem Ausmass geplündert worden wie auf Vis. Zwar ist viel des Mobiliars und der kleineren technischen Geräte verschwunden und die Jugo-Marine hat auch viel an Technik mitgenommen, trotzdem gibt es auf der Insel insgesamt viel mehr an Details zu sehen, als dies auf Vis der Fall ist. Viele dieser Anlagen haben wir nur dank der Hinweise unserer Gastgeber sofort auffinden können. Daher lohnt es sich immer, wenn man sich an die lokalen Fischer hält. Wer, wenn nicht sie, wissen, wo was zu finden ist.

Erstes Ziel unserer Erkundung war die Halbinsel Velje More. Auf dieser Halbinsel waren die wichtigsten Kampfanlagen von Lastovo untergebracht. Bis vor einem Jahr nutzte die kroatische Marine noch die kleine Kaserne und hat symbolisch die Stellung mit einigen Geschützen gehalten. Danach zog auch sie ab und überliess die ganzen Anlagen sich selber. Im ersten Moment dachten wir, dass wir nicht auf das Areal kommen würden, bis wir sahen, dass der Schlagbaum nur mit einer simplen Kette gesichert war. Einige Bauern nutzen das noch heute abgezäunte Areal als Weideland für ihre Rinder und sichern auf diese Weise das Gelände. Darum wurden wir, als wir auf das Gelände kamen, von Rindvieh begrüsst. Der Ironie, die sich darin wiederspiegelte, auf "Jugo-Gelände" von Rindern begrüsst zu werden, waren wir uns durchaus bewusst. Da die genaue Lage der Anlagen uns nur zum Teil bekannt war, hiess es nun laufen und erkunden. Schnell entdeckten wir ersten Stellungen und Bunker. Eine Schotterpiste führte auf den ersten Hügel, wo ein Beobachtungsstand und die Ausgänge von Explosionsdruckstollen zu finden waren. Dies deutete darauf hin, dass unter uns die Anlagen für die grossen Küstenraketensysteme SS-N-2 Rubeszh sein mussten. Als wir hinabstiegen, sind wir dann direkt auf die beiden grossen Eingänge ins Tunnelsystem gestossen. Die ganze Anlage wies das selbe Layout wie die Anlage auf Vis auf. Mit einem wichtigen Unterschied. Egal, wer diese Anlage geplant, geprüft und gebaut hatte, er hat sich dabei wohl nichts überlegt. Wie sonst ist es möglich, ein Tunnelsystem, welches ein wichtiges Waffensystem schützen soll und ein Raketendepot enthält, so anzulegen, dass die Eingänge direkt vor der Feuerstellung liegen und dies erst noch direkt in Feindrichtung. Die ganze Anlage ist somit direkter Feindeinwirkung ausgesetzt und wäre praktisch sofort ausgeschalten worden. So ein riesiger Schwachsinn ist uns bisher noch selten untergekommen. Ob hier wohl Sabotage vorlag? Oder waren die Leute, die den ganzen Komplex geplant haben, wirklich so unfähig? Dass im Kommunismus selten viel logisch war, war uns bewusst. Dass es aber so unlogisch war, ist auch uns neu. Mit einem Schmunzeln sind wir dann ins Innere vorgedrungen und konnten zu unserer grossen Überraschung feststellen, dass die Anlage bestens erhalten war. Es fehlten zwar die grösseren technischen Geräte - diese sind sicher von der Jugo-Marine mitgenommen worden - aber die restliche Installation und Einrichtung war noch erhalten. Während die gleiche Anlage auf Vis praktisch ausgeschlachtet ist, kann man sich hier ein gutes Bild machen, wie es früher einmal ausgesehen hat.
Nachdem wir die Stellung und Stollen ausgekundschaftet und fotografiert hatten, hiess es weiter laufen zur Küstenartillerie-Batterie (BOT) auf der nächsten Landzunge. Als erstes fiel uns auf, dass die Infanteriehindernisse noch komplett vorhanden waren. Diese waren von der gleichen Art, wie wir sie aus der Schweiz kennen. Dank unserer Gastgeber wussten wir auch, dass die Insel nach der Räumung komplett entmint wurde und somit keine Gefahr mehr bestand. Schnell haben wir dann die BOT gefunden und zu unserer Freude konnten wir feststellen, dass alle vier Geschütze (ehemalige deutsche 88mm Flak aus dem Zweiten Weltkrieg) noch vorhanden waren. Wie auf Vis wurden diese auch hier vor dem Abzug durch die Jugo-Marine gesprengt, jedoch nicht von Eisendieben zersägt und abtransportiert. Somit gab es für uns viel zu fotografieren. Als wir in die Tunnels der Stellung vordrangen, stellten wir zu unserer Überraschung fest, dass sehr viel von der Inneneinrichtung und sehr viel Material und Werkzeug noch im Werk war. Ebenso sind überall verschossene Hülsen zu finden. Dies ermahnte uns zur erhöhten Vorsicht vor eventuellen scharfen Granaten, die noch rumliegen könnten. Zum Glück war dies aber nicht mehr der Fall. Dank den vielen Artefakten, die wir vorfanden, gab es entsprechend viel zu fotografieren. Viel zu schnell verging die Zeit und wir mussten uns sputen, noch die Stellungen der Feuerleitung und des Radars zu erkunden.
Zum Schluss blieb uns dann nur noch die Kaserne und das umliegende Gelände übrig. Auch hier gab es so manches interessante Fotomotiv zu entdecken und die Feigenbäume auf dem Gelände waren noch voll mit reifen Früchten. Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, einige zu pflücken und zu geniessen, kosten sie bei uns im Laden doch ein kleines Vermögen und hier hängen sie auf den Bäumen rum. In einem Raum der Kaserne gab es dann doch noch eine Schrecksekunde. Im ersten Moment dachten wir, es liegen überall verstreut Minen rum. Auf den zweiten Blick erkannten wir dann aber, dass es sich dabei um Ausbildungs- und Instruktionsmaterial für Minen handelte und alles nur Atrappen aus Holz und Plastik waren. Langsam ging der Nachmittag zu Ende und somit auch unsere erste Tour auf Lastovo. Die grosse Kasernen auf dem Gelände haben wir uns dann für einen späteren Tag aufgehoben. Jetzt hiess es erst mal zurück zu fahren, den Schweiss im Meer abzuwaschen und ein köstliches dalmatinisches Nachtessen bei einheimischem Wein zu geniessen. Schade, gehen solche spannenden und schönen Tage so schnell zu Ende. Doch auch die nächsten Tage sollten noch viele spannende Motive für uns bereit halten. Als Resultat werden wir die ersten sein, die systematisch (fast) alle Anlagen auf der ganzen Insel abfotografiert haben und auch im Internet zeigen können.

Rückblick



















24.09.09: Erkundung einer längst vergessenen Anlage auf Molat
Nachdem wir Dugi Otok erkundet haben, sind wir die nächsten Tage etwas in der Umgebung geblieben. Neben den normalen touristischen Aktivitäten - Baden in Sonne und Meer, Schlendern durch die historischen Gassen von Zadar, Shopping, Faulenzen - haben wir auch einige kleine Lokalrunden gedreht. Zusammen mit unserem lokalen Bunkerologen Jurica haben wir die ehemalige Radarstation bei Križ (Kreuz) besucht. Hier betrieb die ehemalige jugoslawische Luftwaffe eine Radaranlage, wovon heute nur noch einige Fundamente übrig sind. Von einem besonderen Schutz für diese wichtige Installation kann keine Rede sein. Dieser Hügel war im Krieg 1991 von den Serben gehalten worden und von hier leiteten sie ihre erfolglosen Angriffe auf die Stadt Zadar vor genau 18 Jahren. Gleich hinter Križ haben wir ein weiteres Relikt dieser Zeit gefunden. Am Rand eines Feldweges steht ein abgeschossener T34 Panzer. Hier kann man gut die Wirkung von Pfeilmunition auf Panzer betrachten. Von aussen nur zwei kleine Löcher im Turm, hat die Pfeilmunition im Inneren die gesamte Munition zur Explosion gebracht und den Panzer vernichtet. Ein Vergleich zur Schweiz zeigt also, dass die Munition der Pak-Bunker durchaus erfolgreich hätte eingesetzt werden können.
Dass die Gegend rund um Zadar von 1991 bis 1995 sehr umkämpft war, sieht man noch heute an zahlreichen Dörfern im Hinterland. So haben wir bei einer weiteren Lokalrunde auch diese düstere Seite der jüngsten Geschichte etwas fotografisch aufgearbeitet. Noch heute - mehr als 14 Jahre nach Ende des Krieges - sind ganze Dörfer zerstört und praktisch unbewohnt. Die ehemaligen (serbischen) Bewohner dieser Dörfer, welche während 4 Jahren Zadar und seine Umgebung systematisch bombardiert haben, sind nach Ende des Kriges nicht zurück gekehrt. Übrig gebliegen sind Geisterdörfer, Ruinen Warntafeln vor Minen und zahlreiche Denkmäler. Studiert man diese etwas genauer, so sieht man, dass hier viele junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren in einem absolut vermeidbaren Krieg ihr Leben gelassen haben. Uns jedenfalls hat dies alles zum Nachdenken angeregt. Die Schweiz ist ein glücklicher Ort, wurde sie doch bei allen Konflikten im 20. Jahrhundert vor solchen schweren Prüfungen verschont. Dazu beigetragen haben sicher auch zu einem sehr grossen Teil der Wille, sich wehren zu wollen. Dass der Wille, sich zu wehren, stärker ist als jede Panzerdivision zeigt die Tatsache, dass Zadar sich im Jahre 1991 erfolgreich vor einem x-fach stärkeren Gegner verteidigt hat. Dabei waren die Polizisten, wenige Soldaten und Bürger weit aus schwächer ausgerüstet, als es dies die Schweizer Armee im Jahre 1939 bis 1945 war. Mögen doch die Leute, die heute alle Anstrengungen der Aktivdienst-Generation klein reden und schmälern, sich fragen, warum so oft der vermeintlich schwache David den stärkeren Goliath besiegt hat. Es war der WILLE, sich wehren zu wollen, der David siegen liess - und diesen Willen hat die Generation 1939 bis 1945 immer wieder gezeigt.

Als letztes fehlte uns in der Region Zadar noch die BOT (Küstenartillerie-Batterie) Rt Bonaster auf der Insel Molat. Zwischen Molat und Dugi Otok führt die einzige Tiefwasser-Rinne durch, welche es Grossschiffen erlaubt, von Norden in das Archipel von Zadar einzulaufen. Darum wurde auf Molat beim Rt (Kap) Bonaster auch eine entsprechende Befestigung errichtet. Wir wussten zwar, wo die Anlage liegt, haben aber davon nie Fotos gesehen. Es scheint also, als dass vor uns noch nie jemand sich die Mühe nahm, dort vorbei zu schauen. Das Problem ist aber, dass Rt Bonaster nur von Meer her zu erreichen ist. Nach einem Gespräch mit unseren Gastgebern haben diese uns sofort einen Fischer vermittelt. Luciano besitzt ein schnelles Fischerboot und war bereit, uns zu Rt Bonaster raus zu fahren. Also bestiegen wir früh am Morgen sein Boot und los ging es. Er wollte diese Gelegenheit nutzen und seine Fischfallen auf dem Weg nach Rt Bonaster leeren und neue Köder einlegen. So ergab es sich, dass wir bei der Fahrt einiges über Fischfang gelernt haben und auch die Schönheit des Archipels rund um Zadar geniessen konnten. In einer der Fischfallen fand sich dann auch ein ganz besonderes Exemplar eines Krebses. Diese äusserst seltene Art tarnt sich, in dem sie sich einen Schwamm überzieht. Diese äusserst seltenen Krebse entziehen sich so ihren natürlichen Feinden. Natürlich haben wir diesen Tarnungskünstler, der bestens als Maskottchen für einen getarnten Bunker dienen könnte, wieder in die Freiheit entlassen. Als wir dann bei Rt Bonaster angekommen sind, haben wir als erstes die Stellungen von See her fotografiert. Die Stellungen waren praktisch alle verwachsen und nur für das geübte Auge zu entdecken. Luciano liess uns unterhalb und abseits der Stellungen bei einem Leuchttum aussteigen und fuhr weiter, seine Fallen leeren. Bis hier her war es eine einfache Tour, die Schwierigkeiten sollten aber erst noch folgen.
Rt Bonaster besteht aus einer BOT, und auf der Rückseite des Kaps aus einer dazu gehörenden kleinen Kaserne und Bootsanlegestelle. Die Anlage wurde bei Ausbruch der Krieges 1991 von der ehemaligen Jugoslawischen Kroiegsmarine (JRM) aufgegeben - und die vier 76mm Geschütze demontiert und mitgenommen. Seither waren nicht mehr viele Menschen an diesem schwer zugänglichen Ort. Dies ist daran zu erkennen, dass eine absolut dichte Vegetation in Form eine stacheligen Buschwerks alles verwachsen hat. So benötigten wir fast eine halbe Stunde, nur um vom Leuchtturm zu den verwachsenen Überresten eines Weges zu kommen. Da an diesem Tag auch noch die Sonne unbarmherzig auf uns herab schien, waren die Temperaturen entsprechend hoch. Gut, dass wir gut bekleidet waren und genug Wasser dabei hatten. Der Weg führte uns dann direkt zu den Stellungen der BOT. Im Gegensatz zu den Anlagen, welche wir letztes Jahr auf der Insel Vis gesehen haben, besteht Rt Bonaster nur aus vier offenen Stellungen. Diese sind unterirdisch über Stollen verbunden und in einige Kavernen waren Munition, eine primitive Unterkunft, sowie etwas an technischen Installationen vorhanden. Der Schutz für die Geschützmannschaften gegen einen Beschuss war somit nicht vorhanden. Wie wir im Laufe der Reise noch feststellen konnten, waren solche offenen Feuerstellungen weit verbreitet. Dazu aber später mehr. Die Anlage bei Rt Bonaster war zwar geräumt, trotzdem haben wir noch einige Überbleibsel gefunden. Die Stollen im Inneren waren weder ausbetoniert, noch war die ganze Anlage luftdicht abgeschottet. Die ganze Anlage lässt sich bestenfalls mit den offenen Artilleriestellungen vergleichen, wie sie in der Schweiz für die mobile Artillerie errichtet wurden. Im Inneren mussten wir dann feststellen, dass die Leiter im Schacht, welcher zu den oberen Anlagen führt, derart verrostet war, dass wir sie nicht sicher besteigen konnten. Somit konnten wir den oberen Teil nicht betreten. Ebenso war der Notausgang verschlossen und es gelang uns nicht, ihn zu öffnen. Daher konnten wir auch eine etwas abgelegene fünfte Stellung nicht besichtigen, welche uns somit ein Rätsel aufgibt. Warum hat es 5 Stellungen auf Bonaster, wo es doch nur 4 haben dürfte?
Nachdem alles fotografiert war, haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Dieses Mal sind wir auf dem (fast) zugewachsenen Weg geblieben. Dieser führte uns dann direkt zur Kaserne und zur Bootsanlegestelle. Hier haben wir dann wieder unseren Kapitän angerufen und die Wartezeit genutzt, die Reste der Kaserne zu besichtigen. Dabei sind wir auf überraschende Fotomotive gestossen, wie man sie nur in ehemaligen kommunistischen Anlagen finden kann. Hält man dann aber kurz inne, so erinnert man sich dann aber daran, dass auch in den Bunkern in den Alpen "motivierende Sprüche und Bilder" an die Wände gemalt wurden. Der Versuch von der Kaserne zum Eingang der BOT zu gelangen, scheiterte daran, dass alles komplett zugewachsen war. Selbst unsere kleine Gartenschere konnte hier nichts mehr ausrichten. Es hätte da noch einen weiteren zugewachsenen Weg gegeben, der zu den Anlagen auf dem 150 Meter hohen Berg geführt hätte, aber die fortgeschrittene Zeit, die hohen Temperaturen und unser inzwischen aufgebrauchter 3 Liter Wasservorrat verhinderten eine weitere Erkundung. Somit haben wir BOT Rt Bonaster zumindest zum Teil erkunden können. So oder so, wir waren die Ersten, die das gemacht haben. Bald kam auch schon Luciano mit seinem Boot und holte uns ab. Zur Regeneration haben wir dann auf dem Boot ein Fischer-Picknick geniessen können. Ein herrlicher Moment, so auf ruhigem Meer, bei Sonne und Ruhe die Ferien geniessen zu können. Wer nie auf einem Boot auf der Adria war, weiss nicht, wie schön das sein kann.
Für den Rückweg hat dann unser "Kapitän" noch einen Umweg über Dugi Otok gemacht. So konnten wir dann noch zwei der drei Schnellboot Bunker auch von See her fotografieren. Für den dritten reichte dann die Zeit und der schwindende Treibstoffvorrat nicht mehr. Rechtzeitig vor Sonnenuntergang sind wir dann wieder im heimischen Zadar eingetroffen und ein weiterer perfekter Ferientag ist zu Ende gegangen. An dieser Stelle danken wir unserem "Kapitän" Luciano für die Überfahrt und die schöne Zeit auf See. Wir haben an diesem Tag viel gesehen und auch zahlreiche neue Eindrücke mitgenommen. Wenn auch ihr einmal an der Adria seid, so schliesst euch doch einem Fischer an. Sie nehmen euch gerne mit und zeigen euch die berühmte dalmatinische Gastfreundschaft auf hoher See.

Rückblick








21.09.09: Unterwegs am Mali Alan und auf Dugi Otok
Ach sind Ferien was schönes! Die Sonne scheint uns warm von oben und das angenehm temperierte blaue Meer kühlt uns von unten. Wie ihr seht sind wir wohl behalten in Kroatien angekommen. Unser erstes Ziel ist wieder Zadar, die jahrtausende alte Metropole des nördlichen Damlmatiens. Auch wenn wir nur einmal im Jahr hier sind, so ist es doch ein Stück Heimat für uns. Bereits am ersten Tag haben wir die unsere alten Freunde vom letzten Jahr getroffen, galt es doch zu hören, was sie neues entdeckt haben und welche Touren sie für uns vorbereitet haben.

Ursprünglich wollten wir die Ferien etwas ruhiger angehen. Aber Pläne ändern sich, wenn man erst mal am Ziel angekommen ist. Es gibt in Zadar mehr zu sehen als Ruinen aus Jahrtausenden. Das Umland bietet viele Naturschönheiten, die eine Reise wert sind. Manchmal benötigt man dazu aber das geeignete Fahrzeug, um dahin zu kommen. Mit unserem neuen Q5 haben wir ein solches Fahrzeug, welches es nun endlich einmal auf wilden Pisten auszuprobieren galt. Ziel war dafür der auf über 1000 Höhenmeter gelegene Berg Mali Alan und die Tulove Grede im Velebit-Gebirge, welche direkt im Hinterland von Zadar liegen. Diese Namen mögen euch auf den ersten Augenblick nichts sagen, doch jeder, der die alten Winnetou Filme gesehen hat, hat diese Gegend schon mehr als einmal gesehen. Von Obrovac aus führt eine wilde Strasse dort hinauf, welche für normale PW eher ungeeignet ist - es sei denn, ihr wollt danach einen neuen Unterboden. Diese wildromantische Gegend ist aber eine Reise wert, bietet sie doch viele Fotomotive. Eigentlich dachten wir, dass wir hier oben von Touristen verschont seien, doch weit gefehlt. Bereits beim ersten Fotohalt war eine Jeep-Fotosafari gefüllt mit Touristen angehalten. Da unser SG-Autokennzeichen uns verrät, waren dann auch gleich die ersten Grüezi der Reisegruppe zu hören. Es handelte sich um Schweizer, die inzwischen in Kroatien genau so verbreitet sind wie die deutschen Tourristen. Neben den Naturschönheiten gibt es hier oben aber leider auch noch Überreste vom Bürgerkrieg. Das Gebiet war jahrelang heftig umkämpft und vorderste Front, weswegen hier noch Unterstände und viele Warntafeln vor Minen zu sehen sind. Trotzdem ist die Route eine Reise wert.

Den Montag haben wir uns dann für unsere erste Bunker-Tour aufgehoben. Auf der Insel Dugi Otok (Lange Insel), welche von Zadar aus mit der Autofähre erreicht werden kann, sind auf engem Raum gleich drei Raketenschnellboot-Bunker der ehemaligen jugoslawischen Kriegsmarine zu finden. Diese drei Bunker wollten wir uns neben den anderen Sehenwürdigkeiten auf der Insel ansehen. Darum hiess es früh aufstehen und die 9 Uhr Fähre zu erreichen. Die gemütliche 90 Minuten dauernde Überfahrt ist die geeignete Zeit sich die Gegend vom Meer aus zu betrachten. Einmal auf Dugi Otok angekommen, sind die Anlagen schnell gefunden und, wieder mit dem richtigen Auto unterwegs, leicht anzufahren. Im Gegensatz zum Schnellboot-Bunker auf Vis, den wir letztes Jahr fotografiert haben, ist hier noch einiges der Technik erhalten geblieben. Diese Bunker wurden nicht durch Eisendiebe geplündert, so dass wir auch hier sehen konnten, wie einfach und primitiv die Technik war, im Vergleich zu den Anlagen die wir in der Schweiz kennen. Nachdem wir diese Höhlen auch erkundet haben, waren die Bunker dieser Insel fertig fotografiert. Einzig die Küstenartillerie-Batterie auf der gegenüber liegenden Insel Molat, welche die Zufahrt zu den Bunkern geschützt hat, blieb ausser Reichweite. Dorthin gelangt man nur mit einem Boot.
Dugi Otok ist aber primär bekannt für seine schöne Landschaft, die vielen schönen Strände und seinen Leuchtturm. Dieser bei Veli Rat stehende Turm wurde 1849 errichtet und ist der älteste noch in Dienst stehende Leuchtturm an der Adria. Hier gab es viele tolle Fotomotive zu finden und gleich dahinter einen tollen einsamen Strand. Das ist eben der Vorteil, wenn man in der Nebensaison unterwegs ist. Man hat Plätze alleine für sich, wo sich sonst viele Touristen tummeln. Diese Gelegenheit haben wir dann auch genutzt, um uns an den Stand zu legen und einige Stunden den Herrgott einen guten Mann sein zu lassen. Irgendwann hat uns dann aber auch der Hunger gepackt und zum Abschluss galt es noch ein feines einheimisches Nachtessen zu geniessen. Wer Krotien nur mit den Cevapcici verbindet, die man hier jedem Touristen vorsetzt, der ist selber schuld. Die dalmatinische Küche ist äusserst vielfältig und wer das Glück hat einmal eine echte Pasticada serviert zu bekommen, weiss wovon wir reden. Eine solche dalmatinische Spezialität stand gestern auch auf dem Speiseplan des kleinen Lokals wo wir gegessen haben. Ferien sind doch was schönes in solchen Momenten. Die Rückfahrt mit der Fähre fand dann auch im Sonnenuntergang statt und bei der Ankunft im Hafen von Zadar gab es doch noch einige Motive bei Nacht zu fotografieren.

Bis zu unserem nächsten Bericht senden wir euch viele sonnige Grüsse aus dem immer noch warmen Zadar.

Rückblick



14.09.09: Besuch im ehemaligen K85 in Zürich
Eigentlich wollten wir vor den Ferien keine weiteren Fototouren mehr unternehmen, da sich die Fotos auf der Festplatte bei uns schon stapeln. Als uns aber der Anruf erreicht, dass eine ehemalige - und eben entklassifizierte - K-Anlage mitten in der Stadt Zürich ausgeräumt wird und dies die letzte Chance sei, überhaupt noch etwas davon fotografieren zu können, mussten wir diese letzte Gelegenheit packen und uns nach Zürich-City begeben. Hier erwarteten uns einige Überraschungen.
Mitten im Universitätsquartier verbirgt sich hinter einem verwachsenen Haag und unter einer verwilderten Wiese die ehemalige Führungsanlage K85 des Militäreisenbahndiestes. Dieser ovale Bau wurde ab 1989 errichtet, 1992 vom FWK abgenommen, 2005 das letzte mal benutzt und ist seit August 2009 entklassifiziert. Er erstreckt sich über 11 Stockwerke und bot 125 Mann Platz. Neben den üblichen technischen Einrichtungen, Arbeitsräumen, Unterkunft und Küche, war er auch mit zwei Personenaufzügen ausgerüstet. Was diese Anlage aber so besonders macht, ist sein Haupteingang. Dieser ist nicht oberirdisch angelegt, sondern unterirdisch. Der Kommandoposten - welcher am Ende die Bezeichnung F6998 trug - ist über einen Stollen mit dem Eisenbahntunnel der S-Bahn verbunden. Die Truppe rückte früher in einen Bahnhof ein, stieg in einen Zug und dieser fuhr zu einer Haltestelle im Tunnel. Dort stieg die Truppe aus dem Zug und bezog ungesehen ihren KP. Gleichzeitig dient dieser Stollen auch als Fluchtweg aus dem Tunnel, sollte sich ein Zugsunglück im Tunnel ereignen. Deshalb sei hier auch gesagt, dass - obwohl die Anlage entklassifiziert ist und geleert wird - weiterhin im Besitz der SBB bleibt und der Notausgang mit einer Alarmanlage gesichert ist. Ein Betreten der Anlage vom Tunnel her löst Alarm bei den Blaulichtorganisationen aus, da diese in einem solchen Fall von einem Unglück im Tunnel ausgehen.

So haben wir gestern also unverhofft eine ehemalige K-Anlage besichtigt, welche in Architektur und Geschichte wohl sehr speziell und gleichzeitig weitgehend unbekannt war. Mehr darüber werden wir euch nach unseren Ferien erzählen. Trotzdem sei hier schon gesagt, dass diese modernen Anlagen nie an den "Charme" herankommen, welche die alten grossen Kavernenanlagen im Fels der Berge ausstrahlen.

Rückblick






04. - 06.09.09: Tour de Suisse bei der Reduit Br 21
06.09.09 - Tag 3: Zurück im Berner Oberland
Am dritten Tag haben wir uns von der Reisegruppe getrennt. Während diese weiter in Richtung Waadt gereist sind - zur Sperre La Tine und AW Champillion - wollten wir im Berner Oberland noch eine Anlage besuchen, die wir schon immer auf der Wunschliste hatten.
Auf der Fahrt dorthin haben wir als erstes an der alten Jaunstrasse ein ehemaliges Sprengobjekt fotografiert. Einer der Reiseteilnehmer hat uns auf diese Anlage aufmerksam gemacht (Danke dafür!). An einem Abhang gelegen und über einen schmalen Steg zugänglich ist hier noch einer der leer geräumten Sprengschächte offen geblieben. Auch das Panorama von hier oben war sensationell, so dass sich dieser erste Stopp mehr als gelohnt hat. Da am Freitag wegen der Regens nicht viel Zeit war, auch von der Umgebung Fotos zu machen, haben wir als erstes einige Fotos in der Umgebung von Wimmis und Hondrich nachgeholt. Dabei haben wir auch noch die eine oder andere Sperrstelle etwas erkundet und einige Bilder gemacht. Dies aber nicht im Sinne einer Dokumentation, sondern eher als kleine Ausflugsrunde. Auch gab es noch einige Fotos, die aber fürs Archiv und eine spätere Zeit vorbehalten sind.

Nach dem Mittag sind wir dann nach Faulensee gefahren. Hier erwartete uns das Artilleriewerk A1954. Diese Anlage besteht aus 4 Artilleriebunkern, wie auf dem Jaunpass. Im Gegensatz zu diesen waren die Bunker in Faulensee unterirdisch miteinander verbunden. Das Werk wurde 1941/42 errichtet zu einer Zeit, als es in der Gegend noch fast keine Häuser hab. Nur ein Haus sorgte dafür, dass die einzelnen Bunker nicht durch einen geraden Gang erschlossen werden konnten. Anschliessend wurden die Anlagen als Scheunen getarnt und perfekt ins Landschaftsbild integriert. Zum Glück für die Anwohner fiel aus dieser Anlage nie ein Schuss.
Ein Anruf bei der Stiftung - welche die Bunker betreibt - genügte, um gleich einen Termin zu bekommen. Sofort wurden wir äusserst freundlich und herzlich empfangen und aus einem Besuch, der ursprünglich auf 1.5 Stunden angelegt war wurde ein Aufenthalt von mehr als 2 Stunden. Auch wenn es sich vergleichsweise zu den anderen Anlagen dieser 3 Tage um ein kleines Werk handelt, so ist es wegen seiner detailgetreuen Einrichtung zu einem wahren Kleinod geworden. Die Stände sind perfekt ausgerüstet und es sieht aus, als würde morgen wieder die Truppe einrücken können. Zahlreiche Exponate runden die Ausstellung ab und machen ein Besuch dieser Anlage zu einem wahren Genuss für jeden Bunkerfreund. Auch unser Führer wusste viel zu erzählen und machte so den Besuch in Faulensee zu einem krönenden Abschluss einer eindrücklichen Tour im Raum der Reduit Brigade 21.

Nachdem wir drei Tage unterwegs waren hiess es nun die lange Heimreise an den Bodensee in Angriff zu nehmen, wo wir dann abends spät auch angekommen sind. Die Distanz wird es uns unmöglich machen, diesen Raum genau gleich zu fotografieren, wie wir es sonst tun. Ausserdem ist die Gegend bereits an anderer Stelle im Web bestens dokumentiert. Trotzdem werden wir sicher wieder einmal ein paar Tage in der Gegend verbringen und die eine oder andere besondere Sperrstelle fotografieren, denn die reizvolle Landschaft und freundlichen Leute sind es wert, wieder vorbei zu kommen. An Fotomotiven fehlt es wahrlich nicht und es fiel uns schwer, an all den vielen schönen Fotomotiven vorbei fahren zu müssen.
Es waren drei anstrengende, aber schöne Tage, die wir in den Füssen gespürt haben. Wie viele Kilometer wir wohl in all den Tagen gelaufen sind? Jedenfalls sind am Ende 3576 Fotos auf die Speicherkarten gekommen. Die nun darauf warten, euch gezeigt zu werden.

Rückblick











 
05.09.09 - Tag 2: Greyerzerland
Schon um halb 7 sorgte die Kirchenglocke für Tagwache. Mit Frühstück gestärkt starteten wir pünktlich um 8:15 Uhr zu unserer heutigen Tour bei strahlendem Sonnenschein. Als erstes sind wir über teilweise enge Strassen in die Waadt gefahren - hinauf zum Artilleriewerk A1680 La Braye. Die Anlage wurde auch Anfang 1940 errichtet und sollte mobile Geschütze aufnehmen. Solche waren dann auch noch bis Anfang 2000 im Werk. Neben unseren Führern von der Armee erwartete uns hier auch noch der heute 99 Jahre alte Maschinist dieses Werks. Zwar ist auch La Braye inzwischen leer geräumt worden, trotzdem gab es noch ein paar Dinge zu sehen. Zwei der 10.5 cm Bunkerkanonen waren noch im Werk, ebenso wie die Standseilbahn vom unteren ins obere Stockwerk und der komplette Maschinenraum. Viele mehr oder weniger unauffälligen Details zeugten davon, dass wir hier in einem Werk in der Westschweiz waren. Wie sonst sind in den Kästen im Maschinenraum die Pin-up Fotos von hübschen jungen Damen zu erklären? Jedenfalls sind uns solche Bilder noch in keinem Werk der Deutschschweiz vor die Linsen gekommen. In der Romandie nimmt man das Leben doch etwas lockerer, was das ganze doch sympathisch macht. Es gelang uns dann in Zusammenarbeit mit einem unserer deutschen Bunkerfreunde eine Scharte zu öffnen und hinaus zu kriechen. So konnten wir dann auch von einem Stand ein Aussenfoto machen. Zusammenarbeit zahlt sich aus, wie wir diesen Tag noch öfters erleben konnten.
Nächstes Ziel war die Sperre Im Fang (FR) und der dortige Artillerie Kommandoposten A1748. Dieses Werk besteht unten aus einem KP für eine Festungsabteilung, sowie im oberen Stockwerk aus drei MG Ständen und einem Beobachterstand. Ausser den Waffenständen ist die Anlage noch ausgerüstet und so gab es viele Besonderheiten zu entdecken. Auffälligstes Detail ist die Calandage, welche wie kleine Steinhäuser in den Kavernen errichtet wurden.
Nach dieser Kurzbesichtigung fuhren wir alle zusammen hinauf zum grossen Artilleriewerk A1750 Gross Tosse. Diese stark armierte Anlage (4 x 10.5 cm BK, 4 x 10.5 cm Hb) wird gerade im Moment leer geräumt. Das Mobiliar ist schon entfernt worden, die technischen Einrichtungen und Bewaffnung dafür noch komplett im Werk. Somit stellte dieser Besuch quasi den letzten Moment dar, um überhaupt noch etwas fotografieren zu können. Auch hier verteilte sich die ganze Gruppe auf das Werk und fotografierte was das Zeugs hielt. Wir haben uns wie üblich nicht nur auf die grossen Dinge konzentriert, sondern auch viele interessante Details gefunden. Dafür sparten wir uns dann die Kletterei hinauf zu den Beobachterständen. Besonders aufgefallen sind uns hier die Klapptische und Bänke in den Gängen. Wieder zusammen mit unserem deutschen Bunkerfreund wurde eine Scharte geöffnet und er und Christiane zwängten sich dort hinaus um einige Aussenaufnahmen zu machen. Teamwork macht's eben möglich. Alle Anlagen, die wir an diesem Tag bis hier besichtigen konnten sind noch im Besitz der Armee. Es ist heute durchaus nicht mehr einfach, die Erlaubnis zu bekommen, solche Anlagen zu besichtigen. Darum wissen wir es umso mehr zu schätzen, dass wir kompetente (noch aktive und bereits pensionierte) Führer der Armee bei uns hatten. An dieser Stelle ein Danke an die Herren für die Zeit, die sie sich genommen haben, uns die Anlagen zu öffnen.
Letzte Station - zumindest für uns - war dann an diesem Tag der Jaunpass. Hier oben stehen acht Artilleriebunker, verteilt auf zwei Batterien rechts und links der Passstrasse. Die Bunker wurden als autonome Einheiten errichtet und waren nur über Telefonkabel miteinander verbunden. Getarnt als Scheune stehen sie mehr oder weniger auffällig in der Landschaft. Bewaffnet waren sie mit 10.5 cm Bunkerkanonen. Zwei dieser Bunker wurden von einem Verein übernommen und erhalten. So konnten wir dann auch noch von diesen Anlagen in landschaftlich reizvoller Umgebung zahlreiche Fotos schiessen. Im Gegensatz zu den Anlagen vorher, war dies wieder eine zu kleine Anlage für die ganze Gruppe. Es gestaltete sich äusserst mühsam Fotos zu bekommen, ohne störende Personen auf dem Bild. Erst als dann auch wir den Anstand abgestellt haben und begonnen haben, die Umgebung für die Fotos zu "sichern" - gab es dann auch einmal Fotos so wie wir uns das wünschen. Hier oben trennten wir uns von der Gruppe. Diese reiste weiter zur Sperre und IW LaTzintre. Wir wollten lieber in Begleitung unseres Bekannten auch die restlichen Anlagen am Jaunpass fertig fotografieren, um so diese Dokumentation auch abschliessen zu können. Dazu war eben auch noch ein kleiner Fussmarsch notwendig. Als wir dann genau am letzten Bunker ankamen, ist uns auch die letzte Blitzbatterie ausgegangen. Gut ist uns das hier passiert und nicht drinnen im IW. Wir haben an diesem Tag soviel Fotos gemacht, wie sonst nur in zwei Tagen. Kein Wunder machen da die Batterien dann schlapp. Auf dem Heimweg zum Hotel haben wir auch noch in Jaun selber zwei Anlagen am Wegesrand fotografiert. Für ausgiebige Suche nach allen Anlagenteilen fehlte hier einfach die Zeit. Es blieb darum bei einigen Schnappschüssen. Auch dieser Abend ist dann ausgeklungen bei gutem Essen und vielen Fachgesprächen mit unseren neuen Freunden aus der Romandie. Allerlei neue Geschichten haben wir so erfahren, welche uns immer wieder zum Lachen und auch zum Kopfschütteln brachten.

Neben vielen Anlagen konnten wir auch zahlreiche neue Leute kennen lernen. Dabei haben wir erfreulicherweise festgestellt, dass man die Zusammenarbeit und Wissensaustausch zu schätzen weiss. Besonders Freude machte es uns, die Macher der hervorragenden französischen Bunkerseite www.lignemaginot.com kennen zu lernen. In freundschaftlichen Gesprächen wurden Geschichten ausgetauscht und Einladungen ausgesprochen, doch die jeweils eigenen Gegenden besuchen zu kommen. Dies werden wir 2010 sicher sehr gerne annehmen. Was uns dieses Gespräch aber besonders eindrücklich gezeigt hat ist die Tatsache, dass man sich bestens verstehen und als Kollegen betrachten kann, auch wenn man dieselben Dinge fotografiert und eine Webpage zum selben Thema betreibt. Man hat sich in den Werken gegenseitig Tipps gegeben und auch zu Bildern verholfen, und nicht Steine in den Weg gelegt. Eine sehr erfreuliche Erfahrung!
An dieser Stelle danken wir dem Präsidenten der ASPF Pierre Frei für die freundliche Einladung zur Reise. Es war ein Super-Anlass, mit einem sensationellen Programm und perfekt organisiert. Danke Pierre auch dafür, dass wir so Zugang zu Anlagen bekommen haben, in die wir sonst nie hinein gekommen wären. Wir haben die Reise sehr genossen und werden gerne wieder dabei sein. Mercie beaucoup APSF - es hat Spass gemacht!
Ein Danke und Gruss geht auch an die vielen netten Leute, die wir bei der Reise kennengelernt haben. Vielen Dank auch dafür, dass einige von euch uns ihre Fotos gegeben haben von Dingen, die wir selber nicht fotografiert haben. Hoffentlich sehen wir euch wieder in 2010.

Rückblick










 
04.09.09 - Tag 1: Berner Oberland
Letzte Woche führte die ASSOCIATION POUR LA PROMOTION ET LE SOUTIEN DE LA FORTERESSE HELVETIQUE (APSF) eine dreitägige Reise im Raum der ehemaligen Reduitbrigade 21 in den Kantonen BE, FR und VD durch, zu welcher wir freundlicherweise auch eingeladen wurden. Auf dem Programm standen zahlreiche Artilleriewerke, darunter auch solche, die gerade ausgeräumt werden und danach nicht mehr zugänglich sein werden. Diese letzte Gelegenheit, diese Werke zumindest noch teilausgerüstet zu sehen und einmal eine uns noch unbekannte Gegend zu erkunden, konnten wir uns nicht entgehen lassen.

Treffpunkt war am frühen Morgen bei Beatenbucht am malerischen Thunersee. Auf dem Parkplatz versammelte sich eine illustre internationale Gesellschaft. Als deutsch sprechender Schweizer war man eindeutig in der Minderheit. Die wenigen Bruchstücke Schulfranzösisch sollten diese Tage noch wertvolle Dienste leisten. Nach der Begrüssung und einer kurzen Einleitung ging es auch schon los mit dem Mammutprogramm. Auch das Wetter schien zu Beginn doch nicht so trübe zu werden wie vorher gesagt.
Als erstes besuchten wir das kleine Infanteriewerk A1883 Fischbalmen oberhalb der Beatenbucht. Dieses mit einer Pak ausgerüstete Felswerk war das letzte von 7 Sperrstellen am nördlichen Thunerseeufer. Das durch einen Verein übernommene Werk ist eines jener typischen spartanisch eingerichteten IW, wie sie während des Zweiten Weltkriegs so zahlreich erbaut wurden. 50 Leute drängten sich in dieses kleine Werk und eines wurde hier schnell bewusst: Fotos zu bekommen, ohne "störende" Leute auf dem Bild, wird in diesen Tagen eine Herausforderung werden. Schnell zeichnete sich für uns ab, wer zu den rücksichtsvollen Reiseteilnehmern gehört, und wer uns noch öfters das eine oder andere Foto verunmöglichen wird.
Nachdem der erste Bunker besichtigt war, ging es auch schon weiter. Mit der Standseilbahn fuhren wir zusammen hinauf nach Beatenberg, um das grosse Artilleriewerk A1880 Waldbrand zu besichtigen. 2007 wurde diese teilweise schon leer geräumte Anlage privat übernommen und seither mit Material aus dem Werk Burgfluh wieder gefüllt und ausgerüstet. Was dieses von der Truppe errichtete Werk so besonders macht sind seine riesigen Stollen. Da es ursprünglich vorgesehen war, die Kavernen mit mobilen Geschützen zu bestücken, war es notwenig geworden, grosse Stollen auszubrechen, damit die ganze Anlage mit Lastwagen befahren werden konnte. In einer sehr kompetenten und spannenden Führung hat uns der heutige Besitzer des Werks durch (fast) alle Anlagenteile geführt und wusste viel Interessantes zu erzählen. Schnell vergingen die zwei Stunden und nach einem kleinen Picknick im Stolleneingang - inzwischen hatte es begonnen zu regnen - ging es wieder hinunter an den Thunersee. Mit den Autos verschoben wir uns dann zu unserem nächsten Ziel auf der anderen Seeseite.

In Hondrich erwarteten uns ein umgenutztes ehemaliges Artilleriewerk und ein Kommandoposten. Das im Jahre 1942/43 errichtete Artilleriewerk A1955 Hondrich wurde bereits 1994 geleert. Dies war aber nicht das Ende, sondern der Startschuss zur Umnutzung als Detoniklabor für die armasuisse. Nach umfangreichem Umbau werden hier seit 1998 Sprengversuche bis maximal 15kg TNT durchgeführt. Eine kurzweilige und spannende Führung zeigte uns, was man ausser Museen, Käselagern und Datenbunkern sonst noch so mit einer solchen Anlage machen kann. Von hier aus marschierten wir im Regen hinauf zum Kommandoposten A1956 Heinrich. Diese Anlage war früher der Regimentskommandoposten, von dem aus das gesamte Artilleriefeuer aller Anlagen am Thunersee kommandiert wurde. Was uns besonders ins Auge gestochen ist, war die sehr detailgetreue Ausstellung und Erklärung der Arbeit in einem solchen Kommandoposten. Zahlreiche Dokumente und Exponate rundeten die Ausstellung ab. Leider war zu wenig Zeit, alles in Ruhe studieren und besichtigen zu können. Das nächste und letzte Ziel für diesen Tag wartete auf uns - das grosse Artilleriewerk A2050 Burg.
Diese ab 1942 errichtete Anlage verfügte über eine Standseilbahn, mit der man ins Werk gelangt. Das Werk ist inzwischen leergeräumt und das Inventar wurde genutzt, um das Werk Waldbrand wieder auszurüsten. Die Anlage befindet sich heute immer noch im Besitz der Armee, weswegen es umso schwerer ist, Zutritt zu erlangen. Pünktlich wurden wir von unserem Führer in strömendem Regen in Empfang genommen und konnten endlich auch einmal mit dieser beinahe legendären Standseilbahn hoch hinauf fahren. Auch wenn es goss wie aus Kübeln, war diese Fahrt der Höhepunkt des Tages. Weil die Standseilbahn nur noch selten genutzt wird, gab es als wir oben waren, ein technisches Problem mit der Bahn. Da wir in der ersten Gruppe waren und warten mussten, bis die Bahn wieder lief - konnten wir in aller Ruhe ungestört die Anlage besichtigen. Auch wenn sie schon leer war, sind alleine ihre Grösse und ihr Ausbau imposant zu sehen. Auch diese Anlage war ein Truppenwerk, welches für mobile Artillerie vorgesehen war, wovon noch heute die grossen und breiten Stollen zeugen. Als dann die ganze Gruppe oben war und den Rundgang begann, hatten wir bereits unsere Fotos im Kasten. Hier hiess es dann Abschied zu nehmen vom Berner Oberland und zu unserem Hotel nach Grandvillard zu fahren. Leider sorgte der Regen dafür, dass wir von dem versprochenen Panorama nicht viel sahen.

Den Abend verbrachten wir bei ausgezeichnetem Essen und in gut gelaunter Gesellschaft. Auch hatte sich inzwischen ein uns bekanntes Gesicht der Reisegruppe angeschlossen, so dass es auch viel an Neuigkeiten und Tratsch auszutauschen gab. Irgendwann hiess es dann doch ab in die Federn, denn ein anstrengender zweiter Tag wartete auf uns.
03.09.09: Zwei kleine Dankeschön - und Zeit nachzudenken
Der Zürcher Unterländer hat ein Dossier zum Theme Kriegsbeginn online. Am 1. September erschien ein Artikel zum Thema Bunker im Zürcher Unterland mit dem Titel "Im Unterland sollte der Feind ausbluten". Der Artikel war auch mit Fotos von uns illustriert. Es hat uns sehr gefreut, dass wir dafür angefragt wurden. Gerne haben wir geholfen und bedanken uns dafür, dass ein Foto von uns als Titelbild für den Artikel gewählt wurde. Gerne stellen wir unser inzwischen umfangreiches Fotomaterial auch anderen Medien auf Anfrage zur Verfügung.

Das zweite Danke geht an unsere zahlreichen Besucher. Dank zwei Artikeln im Internet haben im August 8'479 Besucher, 139'433 Pageviews und 1'752'597 Hits generiert! Wow - mehr können wir dazu nicht sagen. Zwar beruht dieser "Ausreisser" nach oben wie erwähnt auf einer gewissen Medienaktivität zum Thema Alpenfestung und 70 Jahre Kriegsbeginn, trotzdem freuen wir uns darüber und bedanken uns bei allen Besuchern - seien sie "Stammbesucher" oder auch nur zufällig bei uns gelandet. Der fast 30%ige Zuwachs bei den Pageviews zeigt uns, dass viele der neuen Besucher auch in unserem Archiv "gewühlt" haben. Nochmals vielen Dank für euer Interesse, die vielen positiven Zusendungen und auch die zahlreichen Tipps, die immer wieder bei uns rein kommen. Wenn wir überall vorbei gehen sollen, sind wir noch eine ganze Weile dran. Was uns zum letzten Punkt bringt......

In diesem Zusammenhang sind wir einmal aus Neugier hingesessen und haben versucht, den "Wert" dieses Projektes nach wirtschaftlichen Kriterien zu berechnen. Dies darum, weil wir so oft gefragt werden, wieviel Zeit wir eigentlich dafür investieren. Die hohe Zahl, die bei dieser konservativen Rechung heraus gekommen ist, hat uns selber erschreckt und gewisse Fragen bei uns aufgeworfen. Irgendwie war uns nicht richtig bewusst, wieviel Zeit und auch Geld wir bisher in dieses Hobby in nur zwei Jahren investiert haben.
Die kommenden Ferien werden wir nicht nur zum fotografieren nutzen, sondern uns auch Gedanken machen, wie es weiter gehen soll mit der Suche nach "vergessenen Igeln". Schon längst sind wir zeitlich und räumlich weit weit über das hinaus gegangen, was wir ursprünglich tun wollten. Wir werden euch nach den Ferien dann wissen lassen, wie es weiter gehen soll.



29.08.09: Lebendige Geschichte und neues am Halden
Da wir für die kommenden Wochen grössere Fotoreisen geplant haben, sind wir am Wochenende daheim geblieben um Fotomaterial aufzuarbeiten und in der Nähe ein paar Sachen zu erledigen. So haben wir uns gestern mit einem ehemaligen FWK Angehörigen getroffen, welcher während vielen Jahren die Anlagen in unserer Umgebung betreut hat. Diese sehr interessante Gespräch mit einem Zeitzeugen, der die Anlagen selber betreut hat war spannend von Anfang bis zum Schluss. Neben vielen kleinen Geschichten, wusste er auch einige Löcher in unseren Karten zu stopfen. So werden wir sicher wieder eine Lokalrunde drehen und die neuen Informationen verwerten. Auch können wir die bisherigen Reportagen um einige Geschichten ergänzen. An dieser Stelle ein Danke für das interessante Gespräch und die angebotene Hilfe.
Auf dem Heimweg sind wir noch kurz am Halden (A5808) vorbei. Der Weinbauer, welcher den Rebberg vor dem Werk betreut hat eine neue Strasse angelegt. Dadurch ist nun der Pak-Stand 2 des Werks bestens zu sehen. Das wollten wir schnell fotografieren. Zu unserer grossen Überraschung, haben wir eine weitere Waffenstellung gefunden, welche bisher verdeckt und nicht sichtbar war. Die Türe, welche wir bisher für einen Zugang zu einem ASU hielten, ist in Tat und Wahrheit der Zugang zur Waffenstellung F5835. Natürlich haben wir auch diese noch fotografiert. Wir werden in der kommenden Woche die Rubrik zum Halden aktualisieren und ein paar neue Informationen bringen können.

Rückblick

22.08.09: Kurzbesuch im KP A6149 Naus im Bergwerk Gonzen
Schon vor ein paar Wochen wurden wir in den Raum Sargans eingeladen, die Anlagen bei Matug und ein KP bei Naus zu besuchen. Die dichte Vegetation macht aber eine Bunkertour zur Zeit unmöglich. Da wir aber gestern nur am Morgen kurz Zeit hatten, haben wir die Chance genutzt und zumindest die Einladung zum KP Naus ausgenutzt.
Die Besucher des Bergwerks Gonzen fragen oft, ob denn das Bergwerk auch Festungen enthält. Sie erhalten immer ein Nein als Antwort. Dies stimmt aber nur bedingt, denn im Jahre 1962 wurde im stillgelegten Teil des Bergwerks beim Eingang in Naus ein Battalions KP errichtet. Die Anlage mit der Nummer A6149 wurde in einer neu ausgebrochenen Kaverne erstellt. Heute ist die Anlage entklassifiziert und wurde vom Bergwerksmuseum Gonzen übernommen. Wer die zweitägige Tour durch den Gonzen nimmt, kann hier übernachten, führt doch ein Stollen direkt beim KP-Eingang in die 90km langen Gänge des Bergwerks.
Um schon mal einen Vorgeschmack auf Matug zu bekommen, sind wir zusammen mit unserem Führer hinauf gefahren und haben uns etwas umgesehen. Sobald der Herbst die Blätter fallen lässt, werden wir auch diesen Teil der Festung Sargans endlich fotografieren.

An dieser Stelle ein Danke an Walter für die Einladung und das organisieren des Kurzausflugs sowie an seinen Bruder Emil vom Bergwerksmuseum Gonzen, welcher uns den KP Naus aufgemacht hat. Wir können so eine weitere bisher fast unbekannte Anlage der Festung Sargans unserer Sammlung hinzufügen.
Rückblick






Rückblick




15. - 16.08.09: Wie die Bergziegen am Gotthard und Lukmanier
Die Wetterprognosen verhiessen ein sonniges Wochenende, was für uns Grund genug war, unsere sieben Sachen zu packen und wieder eine Reise in Richtung Gotthard anzutreten. So sind wir am Samstag in aller Frühe los mit Ziel Gotthardpass.

Dort angekommen, haben wir die Lage sondiert und auf Grund der Gegenlichtverhältnisse beschlossen, am Nachmittag wieder zu kommen. Da am Morgen auf dem Pass noch nichts los war, sind wir die Tremola hinunter in Richtung Airolo. Ziel der ersten Erkundung waren die Anlagen rund um Motto Bartolla. Hier gibt es neben zahlreichen Bunkern auch noch die kleine 1894 errichtete Flankiergallerie Stuei zu finden. Der Eingang war schnell gefunden, nur kein Zugang zu den Scharten. Also sind wir weiter zu den Bunkern am Hang und dank der freundlichen Hilfe der Ticinesi haben wir auch noch die eine oder andere uns bis dahin unbekannte Anlage entdeckt. Nachdem alles im Kasten war und mit Hilfe des Teleobjektivs auch noch Stuei abfotografiert war fuhren wir runter nach Airolo. Leider war das Museum um diese Uhrzeit noch geschlossen. Also haben wir die Zeit genutzt und das Südportal des Gotthardtunnels samt dem dazugehörigen Blockhaus dokumentiert. Dieser wichtige Tunnel war es auch, der von 1890 bis nach dem Zweiten Weltkrieg ein umfassendes Bauprogramm rund um den Gotthard ausgelöst hat und warum hier soviele Anlagen entstanden sind. Beim Blockhaus ist noch als Besonderheit ein restaurierter Fahrpanzer mit 5.3 cm Kanone zu bewundern.
Hier beschlossen wir nun, Airolo wieder einen gesonderten Besuch abzustatten und begaben uns zurück zum Gotthard. Eigentliches Ziel war das grosse Artilleriewerk Sasso da Pigna endlich von aussen abzulichten. Dieses ehemals grösste Werk auf dem Gotthard war mit vier 15cm Kanonen ausgerüstet und soll bis 2011 zu einem Gotthardmuseum umgebaut werden. Von unten betrachtet sind zumindest die Anlagenteile der Bttr West gut zu sehen und so dachten wir, lass uns doch mal da rauf gehen. Und so sind wir wie die Bergziegen mühsam den Berg hinauf gestiegen bei schönstem Sonnenschein. Da ist man dann froh, dass man genug zu trinken dabei hat. Der Weg hat sich aber gelohnt. Wir wurden belohnt mit einer tollen Sicht über den Gotthardpass und tollen Motiven dieser imposanten Anlage. Leider war kein gut zugänglicher Weg zu den Anlagenteilen der Bttr Ost zu finden, so das wir unserer Sicherheit erste Priorität eingeräumt haben und wieder abgestiegen sind. Hier galt es noch den MG Bunker Sasso da Pigna und die zahlreichen Unterstände auch auf Chip zu brennen. Wenn man in den Bergen rumkraxelt, vergeht die Zeit wie im Fluge und angesichts der Tatsache, dass wir auch erschöpft waren, haben wir uns das Fort Hospiz für das nächste Mal aufgehoben. Unser Zelt haben wir wieder in Andermatt aufgeschlagen und uns dort einen ruhigen Abend bei feinem Essen und schöner Aussicht gegönnt.



Gut ausgeruht hiess es am Sonntag wieder früh raus aus den Federn. Nach einem feinen Frühstück und einem Blick in den Himmel war für uns klar, wo es heute hingehen sollte. Obwohl der Muskelkater vom Vortag sich bemerkbar machte, wollten wir endlich einmal zum Lukmanier. Zahlreiche Anlagen warteten hier, von uns entdeckt zu werden. Die gemütliche Fahrt über den Oberalp zum Lukmanier war wegen des wenigen Verkehrs schnell erledigt. Und es lohnte sich, begrüsste uns doch die Morgensonne am Stausee und produzierte einen blauen Himmel oben und blaues Wasser unten. Die Anlagen lagen alle gut zugänglich, mussten aber einzeln angelaufen werden. Und so sind wir wieder wie die Bergziegen über die Steine und Wiesen gekraxelt, um die Anlagen möglichst gut auf den Chip zu bekommen. Dass der Lukmanier ein beliebtes Reiseziel ist, haben wir schnell gemerkt. Je später es wurde, desto grösser waren die Horden, die uns entgegen kamen. Die wenigsten dieser Wanderer jedoch registrieren die vielen alten und auch teilweise moderneren Anlagen rund und über dem Lukmanier. Manch einer der Wanderer wunderte sich nur, wohin denn unser grosses Teleobjektiv nun wieder hin zeigt. Trotzdem fanden wir auch hier wieder einen ruhigen Platz für ein Picknick und einige erholsame Minuten. Zum Schluss sind wir dann noch zum Fusse der Staumauer gefahren und haben dort zu unserer grossen Überraschung noch Überreste der Strassenbarrikade in der alten ursprünglichen Lukmanierstrasse entdeckt. Denn als die Anlagen im Zweiten Weltkrieg gebaut wurden, führte die Strasse durch das Tal. Erst mit dem Bau der Staumauer von 1965 bis 1967 wurde die Strasse verlegt. Die alte Strasse verschwand im Stausee, zusammen mit fast allen Strassenbarrikaden und dem MG Bunker A8702.

An diesen beiden Tagen sind wir auch immer wieder mal über modernere Anlagen gestolpert. Was uns hier besonders freute, war die moderne Form der Tarnung, die hier noch erhalten war. Während an anderen Orten Erde diese Anlagen bereits verdeckt, sind hier noch Tarn-Vorrichtungen zu sehen gewesen, wie sie früher vermutlich überall vorhanden waren.
Und nachdem die Kilometer abgespult waren und viele Motive auf den Chip gebannt waren, hiess es wieder Richtung heimischem Bodensee zu gehen. Müde, und gezeichnet von leichtem Sonnenbrand und Muskelkater haben wir wieder zwei schöne Tage in der Gotthardregion verbracht. Sofern das Wetter mitspielt, wird dies nicht die letzte Tour dorthin im 2009 gewesen sein.

Rückblick






02.08.09: Wetterglück im sonst verregneten Graubünden
Nachdem wir gestern in Andermatt übernachtet haben, wollten wir heute spontan entscheiden, wo die Reise weiter gehen soll. Der Blick aus dem Hotelfenster am Morgen verhiess im Süden nichts Gutes. So entschieden wir dann, unser Glück in Graubünden auf die Probe zu stellen. Nach einem feinen Frühstück haben wir schon vor 8 Uhr Andermatt verlassen und uns auf den Weg gemacht. Zuerst schien es, als sei der Wettergott uns nicht genädig gestimmt. Als wir den Oberalp hinter uns gelassen hatten und in Disentis Richtung Lukmanier wollten, mussten wir aber einsehen, dass wir hier nur Regen und Wolkenschwaden fotografieren würden. Also sind wir schweren Herzens weiter Richtung Osten.
Ziel unseres nächsten Versuches sollte die Sperre bei Versam sein. Dort angekommen, warteten tiefhängende Wolken und Regen auf uns. Was nun??? Warten ob der helle Schimmer in den Wolken aufreisst und etwas Sonne bringt, oder das Ganze abbrechen und nach Hause fahren?? Aufgeben war nie unsere Stärke und bei diesem Hobby muss man manchmal etwas Geduld und auch Glück haben. Nach einer Viertelstunde warten liess der Regen plötzlich nach und Sonnenstrahlen drangen durch die Wolken. So hatte der Wettergott heute Gnade mit uns und vertrieb den Regen. Nun konnen wir endlich die drei Anlagen bei Versam aufsuchen und auf die Chips bannen. Wie die meisten Bündner Anlagen, so brillieren auch diese mit ihrer besonders guten Tarnung und der perfekten Tarnmalerei. Auch hier erwies unsere gute und treue Begleiterin - die Gartenschere - ihre nützlichen Dienste und so konnten einige lästige Äste beseitigt werden für blattfreie Fotos. Was bei Versam besonders verwundert, ist die Stärke der Bewaffnung dieser Sperre. Zwei Pak sollten hier durchbrechende Panzer aufhalten. Uns ist jedoch ein Rätsel, wie diese jemals bis Versam hätten durchkommen sollen. Wenn man sich die Strecke von Bonaduz bis Versam durch die Versamerschlucht anschaut, so sieht man, dass ein paar wenige wohl platzierte Sprengobjekte dafür gesorgt hätten, dass die hier eingesetzten Truppen nichts zu tun gehabt hätten.
Eigentlich dachten wir, dass wir das Wetterglück nun genug ausgenutzt hätten, als wir fertig waren und noch immer die Sonne schien. Darum war das nächste Ziel eigentlich der heimische Bodensee. Als wir jedoch in der Nähe von Trin immer noch Sonne hatten, entschlossen wir uns, auch diese Sperrstelle noch fertig zu fotgrafieren. Wir hatten letztes Jahr damit begonnen, sind aber nicht fertig geworden. Also eine gute Gelegenheit das nachzuholen. Und auch hier war uns Fortuna hold und mit etwas mehr oder weniger suchen konnen wir alle Anlagenteile finden. Besonders schön auch hier die Tarnung einiger Objekte. Bei einem Werk mussten wir ganz genau hinsehen, um aus der Ferne zu erkennen, dass es kein Felsen, sondern der gesuchte Bunker war. In Graubünden haben die Tarnungskünstler des ehemaligen FWK wahre Meisterwerke in Sachen Tarnung hinterlassen. Hut ab vor diesen Meistern des Fachs! Und hier wieder zeigte sich wie gnädig der Wettergott heute mit uns war. Just als der letzte Bunker auf dem Chip war und wir auf dem Rückweg zu unserem Auto waren, begann es wieder zu tropfen. Das machte aber nichts, waren wir doch so oder so fertig für heute.

Bevor wir die Reise antraten, haben wir uns am Freitag lange überlegt, ob wir gehen sollen. Zum Glück hat sich - wie so oft bei uns - das klügere und schönere Geschlecht durchgesetzt und der sture Widder lies sich überzeugen. Es wären uns sonst zwei spannende Tage mit vielen neuen Eindrücken entgangen. Freut euch auf neue Fotos von viele neuen Anlagen auf unserer Page.

Rückblick






01.08.09: Vorstoss bis ins Wallis und Bern
Nachdem wir die letzten Wochen etwas die Sommerruhe genossen haben und keine grossen Touren gemacht haben, hat uns nun wieder der Auslösefinger gejuckt. Also haben wir - trotz durchzogener Wetterprognosen - beschlossen, dem 1. August-Lärm in unserer Umgebung zu entfliehen. Ziel war die Gotthardregion, wo wir die Anlagen der Festungsbrigade 23 weiter dokumentieren wollten. Doch damit nicht genug. Wenn schon, denn schon war schon immer unser Motto und so haben wir uns entschieden, zwei neue Kantone unseren Karten hinzuzufügen. Darum war das Ziel die Furka und der Grimsel.
Um 5 Uhr früh war Tagwache. Nach einem kurzen Kaffee und etwas Diesel auffüllen in unseren neuen Q5 war Start einer etwas längeren Fahrt. In der Früh sind noch nicht so viele Touristen und "Rädlibuebe" unterwegs und so waren wir dann nach etwas mehr als drei Stunden auf dem Grimsel. Zwar war den ganzen Tag immer wieder etwas bewölkt, trotzdem herrschte die Sonne vor und so genossen wir die Fahrt in eine für uns bisher vollkommen neue Gegend. Imposant lag der Grimselstausse vor uns und lieferte wunderbare Motive. Leider wurde das grosse Artilleriewerk Grimsel äusserst effektiv rückgebaut, so dass die interessantesten Anlagen Teile - die Standseilbahn - nur noch als Ruine zu sehen war. Eigentlich tragisch, was mit diesem einmaligen und gewaltigen Werk angestellt wurde. Einst der Stolz der Gotthardbrigade, ist es heute nur noch ein ausgehöhlter Felsen. Wer mehr über diese Anlage erfahren will, sollte sich die entsprechende Dokumentation bei Festung Oberland zu Gemüte führen. Nachdem auch noch die Aussenverteidigungsanlagen rund um die Staumauer und die Sperrstelle auf der Passhöhe dokumentiert waren, ging es weiter zum nächsten Höhepunkt.
Auf der Furka erwartete uns beim Rhonegletscher das 1890 erbaute Fort Galenhütten. Diese heute äusserlich noch prächtig erhaltene Anlage gab zusammen mit dem Bunker der Aussenverteidigung viele schöne Fotomotive her. Höhepunkt aber war das Mittagspicknick mit dem zu unseren Füssen liegenden Rhonegletscher. Hier genossen wir die Sonne, die Aussicht und unsere mitgenommene Verpflegung. Hier erinnerten wir uns auch wieder daran, was dieses Hobby so besonders macht. Es sind Momente wie diese, wenn wir auf der Suche nach einer Anlage die Schönheit der Natur entdecken. Hier geht sofort jeder Ärger des Alltags vergessen. Nachdem auch noch die Bunker am Furkapass auf dem Chip waren, hiess es wieder, die Talfahrt in Angriff zu nehmen.
In Andermatt angekommen, war noch etwas Zeit, einige Bilder am Gütsch nachzuholen, welche bei unseren ersten Erkundungen wegen des Wetters und des Lichts nicht so gelungen waren. Der Fahrbewilligung sei Dank, waren wir schnell oben und konnten so noch einige neue Bilder machen. Die Nachmittagssonne war uns gnädig und hielt die Wolken so lange fern. Und so war es dann Zeit das Nachquartier in Andermatt aufzusuchen, den Staub und Schweiss vom Körper zu entfernen und ein feines Nachtessen mit etwas 1. August-Feier zu geniessen. Auch war noch Zeit, die Fotos auf den Notebook zu laden und einige Zeilen für die jeden Monat grösser werdende Besucherzahl zu schreiben. Morgen früh schauen schauen wir, wie das Wetter ist und entscheiden dann spontan, wohin die Reise geht. Mehr davon, wenn wir zurück sind.

An dieser Stelle aus Andermatt ein Danke für 7'146 Besucher, 100'134 Pageviews und 1'181'950 Hits im Ferienmomant Juli! Ein neuer Rekord. Ob das wohl an der "Alpenfestung" liegt, die gerade Hauptthema im medialen Sommerloch ist? Wie dem auch sei, wir freuen uns und danken euch allen für eueren Besuch bei uns!

Fotobericht






14.07.09: Sperrstelle Stadel wird "ökologisch aufgewertet"
Seit letzter Woche finden am ehemaligen GPH der Sperrstelle Stadel (ZH) Bauarbeiten statt. Ein Bagger trägt den Erdwall vor den Betonblöcken ab und füllt den Graben mit der Erde. Zu sehen sind nun neben der breiten Narbe in der Landschaft auch die bisher unauffällgen Betonelemente. Nein, zur Abwechslung sind für diesen Landschaden einmal nicht das böse VBS und das Militär schuld. Pro Natura nennt diese Aktion eine "ökologische Aufwertung", denn seit kurzem ist Pro Natura die neue Besitzerin des GPH der ehemaligen Sperrstelle Stadel.
Gemäss Zeitungsbericht ist das Ziel der "ökologischen Aufwertung" von 1 km Betonsperre, "dass anschliessend eine breite Palette an Tier- und Pflanzenarten dort leben werden". Anstoss für die Einebnung des Grabens gaben "zwei Landbewirtschafter, für sie steht im Vordergrund, dass die neue Wiese weniger steil ist und so mit den heute im Ackerbaubetrieben üblicherweise vorhandenen Gerätschaften bewirtschaftet werden kann". Diese Argumente klingen für uns eher nach einer ökonomischen Aufwertung, die wohl mit Ökologie nicht viel gemeinsam hat. Ziel dieser Planieraktion - welche die gleichen Spuren hinterlässt, als wenn ein Panzerbatalion dem Graben entlang gefahren wäre - ist es, "für Kleintiere, wie Schmetterlinge oder Grillen einen neuen Lebensraum" zu bieten. Höhepunkt des zweiten Schrittes dieser "ökologischen Aufwertung" wird es sein, die vielen "fremdländischen Straucharten" (das Wort "fremdländisch" kannten wir bisher eher in einem anderen Zusammenhang im Schweizer Sprachgebrauch und wie wir sehen, hat auch das andere politische Lager dieses "schöne Wort" für sich entdeckt) durch einheimische Arten zu ersetzen. Auch für Reptilien sollen Lebenräume geschaffen werden, in dem einzelne Betonelemnte freigelegt und mit Holz und Steinhaufen ergänzt werden.
Dass bisher im GPH Stadel schon ein umfangreiches Reservat für Flora und Fauna herrschte, wurde in dem Zeitungsartikel verschwiegen. Ebenso verschwiegen wurde, dass der Graben bisher durch die Gemeinde geschützt wurde und entsprechende "Betreten verboten" Schilder angebracht waren. Auch diese fielen dem Bagger zum Opfer. Das dieser Graben schon bisher eine schützenswerte Ökologie besass, konnte jeder sehen, der schon einmal an diesem Graben entlang gegangen ist. So auch wir, als wir die Sperrstelle im Februar 08 dokumentiert haben. Wir konnten damals allerlei Tiere und auch Feldhasen beobachten. Wieviele Kleintiere bei dieser "ökologischen Aufwertung" ihr Leben lassen mussten, wurde nicht dokumentiert. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass, wenn dies durch das VBS gemacht worden wäre, am nächsten Tag eine entsprechede Statistik in allen grösseren Medien zu finden gewesen wäre. Es wäre ein weiteres gefundenes Fressen für die Boulevardmedien gewesen, daraus dann eine mehrwöchige Serie zu machen, um das kommende Sommerloch zu stopfen.
So aber walzt ein Bagger 1 km eines durch das VBS angelegten und bisher gepflegten ökologischen Refugiums für Flora und Fauna nieder und verkauft wird das Ganze als eine "ökologische Aufwertung". Wir können über solche "ökologischen" Aktionen nur den Kopf schütteln. Im Laufe unserer Dokumentation haben wir unzählige solcher Gräben und Sperren gesehen und dabei immer wieder festgestellt, welch grosser Lebensraum solche GPH heute doch sind. Müssen wirklich Bagger auffahren, Gräben zugeschüttet, "fremdländische Sträucher" (welche - wohl gemerkt - auf Anordnung von Ökologen vom VBS dort angepflanzt wurden) ersetzt, und dabei unzählige Lebewesen ihres bisherigen Lebensraums beraubt werden, nur um ein "ökologisch aufgewertetes" GPH zu "gestalten"? Wir finden NEIN!
Ach ja, wo die "ökologoische Aufwertung" bei den Parkplätzen liegt, die gleichzeitig hinter dem GPH neu erstellt werden, entzieht sich unserem Verständnis von "Ökologie". An dieser Stelle danken wir unserem Augenzeugen vor Ort für die Fotos und die Berichterstattung vom Ort der "ökologischen Aufwertung".


Rückblick





05.07.09: Ein heisser Samstag auf dem Geissberg
Am gestrigen Samstag konnten wir relativ kurzfristig einen Termin wahr nehmen zur Besichtigung des AW Besserstein oberhalb von Villigen, welches sich im Eigentum der Ortsbürgergemeinde Villigen befindet. Zu unserer Freude war die Gemeinde Villigen auch noch so freundlich, uns eine Fahrbewilligung für die Waldstrasse zum Aussichtspunkt Geissberg - und für uns somit die Zufahrt zum AW Geissberg - zu erteilen. Gleich in der Früh sind wir deshalb zuhause losgefahren, wartete doch an diesem Tag ein sehr gedrängtes Programm auf uns.

In Villigen angekommen, hatte sich allerdings der morgendliche Frühnebel im Tal noch nicht verzogen, weshalb es umso schöner war, dass es in der Höhe auf dem Geissberg strahlend blauen Himmel hatte. Beim AW Geissberg ging es dann gleich los mit Fotografieren. Weil das Licht auf die Scharten aber noch nicht perfekt war, beschlossen wir, später am Tag noch einmal hierher zurückzukommen. Nach der Suche eines Beobachterwerkes und eines Unterstandes, welche sich auch hier im Wald verbergen, war es dann aber schon Zeit, unseren Führer für das AW Besserstein zu treffen. Gleich merkten wir, dass wir es hier mit einem sehr begeisterten und kompetenten Begleiter durch das Werk zu tun hatten, wusste er doch einiges Interessantes über das Werk zu berichten. Das AW Besserstein selber ist leider bereits vor dem Ende des kalten Kriges sehr gründlich leergeräumt worden. Trotzdem verfügt es noch über einige sehr interessante Details und ist in seiner Art ein kleines, aber feines Werk der schweizerischen Bunkerbau"kunst". So verging die Zeit wie im Flug bis wir wieder vor den Toren des Werkes standen. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal sehr herzlich bei Herrn Ruedi Schödler für diese sehr kompetente und freundliche Führung bedanken.
Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging es für uns weiter, gibt es in diesem Wald doch einiges zu entdecken. So konnten wir noch Unterstände und die Aussenbunker sowie ein paar der zugänglichen Aussenanlagen des AW Besserstein auf unseren Chip bannen. Nach einer kleinen Mittagspause, die von einer kleinen Zeckeninvasion beherrscht wurde, machten wir uns auf den Weg, um auch die Fotos am AW Geissberg, die wir am Vormittag nicht machen konnten, noch nachzuholen. Drei der vier Scharten sind aber nur äusserst schwer zugänglich und ohne Sicherung mit einem Seil nicht empfehlenswert, so dass wir beschlossen, diese Scharten dann von der Weite mit dem Teleobjektiv aufzunehmen.
Auf dem Rückweg gabs noch ein paar kleine Zwischenhalte, um sowohl Besserstein als auch Geissberg noch aus der Weite und mit dem Teleobjektiv zu fotografieren. Mit vielen Eindrücken und vollen Chips bepackt, ging der Tag nun zu Ende. Müde und hungrig, aber sehr zufrieden traten wir den Heimweg an. An dieser Stelle danken wir nochmals der Gemeinde Villigen und Herr Schödler recht herzlich für das Entgegenkommen und die freundliche Aufnahme, konnten wir doch so das Kapitel über die vergessenen Igel im Villiger Feld abschliessen.

Ein kleiner Tip zum Schluss: Eine Zeckenschutzimpfung wird jedem Bunkersucher dringendst empfohlen. Alleine beim AW Besserstein haben wir zahlreiche dieser kleinen und gefährlichen Beisser aufgelesen.

02.07.09: Weiter ungebremstes Interesse an den "vergessenen Igeln"
Der Monat Juni war der absolute Rekordmonat in Sachen Besucherzahlen. 6'856 Besucher haben sich 90'410 Seiten angesehen und dabei 1'036'652 Hits auf der Page generiert. Das totale Datenvolumen betrug 26.87 GB und im Schnitt hatten wir täglich 229 Besucher. Als Vergleich hatten wir im Juni 2008 4'627 Besucher (Durchschnitt 154), 53'856 Page-Views und 696'981 Hits. Besonders seit letzter Woche die Dokumentation zum Thema Gotthardfestung im Schweizer Fernsehen lief, haben zahlreiche neue Besucher unsere Page gefunden - und sind auch gleich hier geblieben. Das Thema rund um die vergessenen Igel scheint also nicht nur die bisherigen Insider zu interessieren.
Wir nutzen diese Gelegenheit und danken all den vielen bisherigen treuen "Stammbesuchern" für ihre mehr oder weniger regelmässigen Besuche bei uns. Gleichzeitig heissen wir die neuen Besucher auf unserer Page willkommen und laden euch ein, doch auch in unserem Archiv zu stöbern und vielleicht den einen oder anderen vergessenen Igel in euerer Umgebung zu entdecken. Es freut uns riesig, dass 2 Jahre - nachdem wir aus purem Blödsinn und Langeweile begonnen haben, Bunker zu fotografieren - so viele Menschen Interesse an unseren Fotos und den Geschichten dazu haben. Das ist uns immer wieder Motivation, weiter zu machen und auf Entdeckungsreise zu gehen. Auch danken wir für die vielen Mails, die wir immer wieder erhalten. Euer Lob freut uns, eure konstruktive Kritik hilft uns weiter und euere Hinweise helfen uns, neue vergessene Igel zu entdecken.
Für die kommende Ferienzeit wünschen wir euch allen frohe und erholsame Ferien, und dass ihr gesund von eueren Reisen - in eventuell ferne Länder - zurück kehrt. Falls ihr Ausflugsziele in der Schweiz sucht, so besucht doch die Festungs-Vereine in der Schweiz. Sie freuen sich alle, euch ihre Anlagen zeigen zu können. Fotos ersetzen niemals das Erlebnis, selber durch die teilweise endlos langen Gänge zu laufen.

Rückblick










29.06.09: Besichtigung an historischer Stelle
Der gestrige Sonntag hat uns an einen - in der Ostschweiz - besonders geschichtsträchtigen Ort geführt. Oberhalb von Altstätten liegt knapp vor der Grenze zum Appenzell die bekannte Sperrstelle Stoss. Diese Sperrstelle mit ihren vier Bunkern und dem ausgedehnten GPH befindet sich im Besitz des Festungsmuseums Heldsberg. So waren wir für gestern durch die Bunkerbetreuer zu einem ausgedehnten Lokalaugenschein eingeladen.

Um 10 Uhr hiess es antreten zur Bunker-Tour. Am vereinbarten Treffpunkt warteten dann auch bereits unsere Begleiter durch den Tag. Im kleinen zum Museum hergerichteten ehemaligen Dachstuhl des Bunkers A5887 Stoss Süd konnten wir eine kleine, aber äusserst besondere Ausstellung betrachten. Zu sehen gab es eine Sammlung aller Uniformen des ehemaligen FWK. Ebenso wird in einer Ecke der Aufbau einer Sprengstelle gezeigt, das zum Zünden benötigte Material sowie der Mechanismus zum Zünden eines Sprengobjektes. Das ganz wurde natürlich auch äusserst fachkundig erklärt. Ebenso wurde hier das Innere eines Bunkers nachgestellst, welcher die Bewaffnung mit MG auf Pivot-Lafetten zeigt. Da Bunker mit einer solchen Ausrüstung sehr selten sind, war diese Replik umso interessanter für uns. Bereits hier folgte auch der erste - und nicht letzte - Apero des Tages. Dazu gesellten sich auch vier Soldaten aus der Romandie, welche ihre Zelte vor dem Bunker A5886 aufgeschlagen haben. Diese vier AdA sind Figuranten für eine mutinationale NATO / UN Übung, welche zur Zeit im Dreiländereck A-D-CH statt findet, an der angehende UNO Beobachter ausgebildet werden. Die Sprachbarriere war dank dem guten Weisswein schnell überwunden. Nach ausgedehnter Plauderei und Fachgesprächen ging es dann mal ans Fotografieren. So konnten wir uns vom ausgezeichneten Zustand des bekanntesten Bunkers an der Sperre Stoss überzeugen. Der Verein hatte das grosse Glück, alle vier Werke in komplett ausgerüstetem Zustand übernehmen zu können. Zum Schluss haben wir dann auch bei A5887 noch die Schartentarnung geöffnet und so konnten wir auch einmal Fotos dieser Anlage ohne Tarnung schiessen.
Von hier ging es weiter zu A5888 Warmesberg. Diese grosse Anlage verfügte ursprünglich jeweils über zwei Kampfstände mit IK, Beob und MG. Da beim Umbau der Anlage von IK auf Pak 50 die IK rechts nicht mehr durch eine neue Pak ersetzt wurde, haben die Bunkerbetreuer die leere Nische praktisch umgenutzt. In liebevoller Arbeit haben sie hier die ganze Ecke mit Holz ausgebaut und ein Büro samt Fenster mit Aussicht auf Appenzell eingebaut. Ebenfalls speziell ist hier die Beschriftung der Türen. So ist uns bisher noch kein Bunker untergekommen, bei dem die Türe zum Kampfraum auch mit dem entsprechenden Schriftzug versehen ist. Auch hier konnten wir Fotos des Bunker mit offener Schartentarnung und zusätzlich noch ausgefahrenem Pak-Rohr schiessen. Mit dieser Pak wurde früher auch scharf geschossen. Dazu wurde die Stoss-Strasse gesperrt und mit der Pak wurde auf den gegenüberliegenden Hang unterhalb des Werks A5885 Rain geschossen. Eine Tatsache, die uns bisher auch unbekannt war. Natürlich galt es auch hier einen Apero einzunehmen und auch Gespräche Abseits von Bunker zu führen.
Nachdem die Soldaten aus der Romandie den Bunker auch besichtigt hatten, haben sie sich wieder an ihren Arbeitsposten zurück begeben müssen. Dies aber nicht ohne uns zu einem Gegenbesuch einzuladen. Natürlich haben wir alle diese noch so gerne angenommen und so gab es dann vor dem Bunker A5886 gleich den dritten Apero mit "Legumes" in Form von Pommes-Chips. Auch hier stellte die Sprachbarriere kein wirkliches Hindernis mehr dar. Junge Soldaten und alte Soldaten diverser Armee-Generationen tauschten ihre Geschichten aus und wer wollte, konnte sich davon überzeugen, dass die Miliz auch heute noch funktioniert. So schwärmten die Soldaten aus der Romandie davon, wie sie in der Ostschweiz überall herzlich empfangen und aufgenommen werden. Man kann Armee-Krisen auch herbeireden und schlimmer darstellen, als sie in Wirklichkeit sind. Jedenfalls verging die Zeit wie im Flug und auch die diversen Getränke in den diversen Behältnissen wurden immer weniger. Ausserdem kündigte sich auch die nächste Gruppe UNO-Beobachter an, und so hiess es noch zum letzten grossen Bunker A5885 Rain rüber zu gehen.
Der Bunker A5885 selber war mit drei MG und einer IK / Pak ausgerüstet. Entsprechend gross ist sein Inneres, und auch der Unterkunftsraum bietet beinahe schon luxuriös viel Platz. Als besonderes Detail fällt hier die Dechlorierungs-Einrichtung auf, welches das Trinkwasser im grossen Wassertank vom beigefügten Chlor befreite, damit es geniessbar wurde. Auch dieses Werk birgt ein weithin fast unbekanntes kleines "Geheimnis". Aussen angebaut befindet sich bei diesem Bunker ein Übungsbunker für Lmg und MG. Von hier wurde früher auf den gegenüber liegenden westlichen Zielhang scharf geschossen. Dass es sich bei diesem Anbau nur um eine Übungsanlage handelt sieht man schnell, sobald man die Türe öffnet. Auch hiervon werden wir euch dann erstmal Bilder zeigen können. Zum Schluss haben wir dann noch schnell einen Blick in einen ASU hinunter geworfen, welches im rückwärtigen Raum des Bunkers in den frühen 70er Jahren errichtet wurde.

Obwohl es "nur" vier Anlagen waren, die wir gestern besucht haben, so sind wir doch mehr als 5 Stunden hier verblieben. Dies zeugt davon, wie spannend diese Anlagen sind und wieviel es hier zu sehen gibt. Überall gab es kleine Besonderheiten zu entdecken und auch hier ist wieder zu sehen, mit wie viel Idealismus die verantwortlichen Personen bei der Arbeit sind. Wir freuen uns, durch unsere Fotos diese Arbeit und diese für die Ostschweiz besonderen Werke einer breiten Öffentlichkeit etwas bekannter zu machen. Wenn auch ihr diese Werke einmal kennen lernen wollt, so freut sich das Festungsmuseum Heldsberg über euere Anfrage.
Es bleibt uns nur noch, uns bei Benni, Beat und Mario vom Festungsmuseum Heldsberg recht herzlich zu bedanken für Ihre Einladung und die äusserst spannenden Einblicke, die sie uns gegeben haben. Wir werden das Kapitel über die Sperrstelle Stoss komplett neu überarbeiten und einiges von dem weiter geben, was wir von unseren drei Begleitern erfahren haben.

Rückblick









14.06.09: Ein sonniger Samstag in Crestawald und Umgebung
Seit wir unser Igel-Projekt gestartet haben, wollten wir auch immer einmal nach Sufers gehen, um das dortige Festungsmuseum Crestawald zu besuchen. Gestern haben wir es dann endlich auch einmal geschafft. Neben dem Festungsmuseum wollten wir auch Fotos der am Wege liegenden Sperrstellen sowie der Anlagen rund um Crestawald schiessen. So sind wir in der Früh los, um ins Bündnerland zu fahren und sind entsprechend spät wieder nach Hause gekommen.

Erster Stop war die Rofflaschlucht. Die Brücke über diese malerische Schlucht war früher ein Sprengobjekt, welches durch zwei MG-Kavernen flankiert war. Wegen der Sonneneinstrahlung waren die Scharten von A7824 nicht zu fotografieren. Auch von A7823 war es nicht möglich ein Foto zu machen, auf dem etwas zu erkennen ist. Nicht weil es an Licht mangelte, sondern weil die Bäume davor so hoch waren, dass sie alles verdeckten. Also fuhren wir den Pass hinauf und starteten unseren Besuch des AW A7833 Crestawald. Neben den Artilleriewerken der Festung Sargans war Crestawald noch das einzige Artilleriewerk im Kanton Graubünden. Es verfügte über zwei 10.5 cm Befestigungskanonen 39 sowie zwei MG und sollte die damals wichtigen Pässe über den Splügen und San Bernadino mit Artilleriefeuer belegen und sperren. Das Werk wurde 1995 entklassifiziert und ist seit 2001 als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Werk ist praktisch komplett erhalten und ausgerüstet und ermöglicht so den Besuchern, sich ein realistisches Bild zu machen, wie in den Anlagen gelebt und gearbeitet wurde. Gezeigt werden in einigen Räume auch Filmsequenzen, welche zeigen, wie in der Feuerleitstelle gearbeitet wurde und wie die Bedienung der Geschütze erfolgte. In den ehemaligen Munitionsmagazinen werden durch ergänzende Ausstellungsobjekte ein weiterer Einblick in Uniformierung und Bewaffnung der Soldaten gegeben. Wer nach der Tour durch das sehr gut beschilderte Werk hungrig oder durstig ist, kann in der Festungsstube sich zB. mit einer feinen Gerstensuppe stärken - so wie wir. Dass das Werk mit sehr viel Liebe zum Detail gepflegt und erhalten wird, ist an sehr vielen Einzelheiten zu erkennen. Auch von aussen haben wir das Werk dann noch erkundet und die diversen Geschütz- und MG-Stellungen fotografiert. Als kleine Besonderheit muss die 20mm FLAB-Kanone erwähnt werden, welche auf dem ehemaligen FLAB-Sockel über dem Festungseigang trohnt. Natürlich haben wir uns auch diese nicht entgehen lassen. Ein Besuch im Festungsmuseum Crestawald können wir nur empfehlen, zeigt es doch eine etwas andere Bewaffnung und Ausrüstung als die Grenzwerke am Rhein. Zwar liegt es etwas abgelegen, aber die romantische Fahrt durch die Täler Graubündens entschädigt dafür.

Nachdem das Werk abgelichtet war, hies es die Umgebung abklappern. So sind wir dann zum Stausee bei Sufers gefahren und haben dort die beiden Infanteriewerke A7835 und A7836 aufgesucht. A7836 liegt direkt bei der Dammkrone und der Eingang war leicht zu erreichen. Schwerer war es dann, an die Scharten zu kommen. Nach einer wilden Kletterei sind wir aber auch hier ans Ziel gekommen. Diese Anlage war als Gegenwerk zum Bunker A7838 Sufers konzipiert. Sein Nachbar A7835 war zwar auch schnell gefunden, jedoch schwerer zu fotografieren. Dies darum, weil die Anlage direkt an der heutigen N13 liegt und der Zaun uns hinderte zu den Scharten zu kommen. Aber auch dieses Hindernis war schliesslich überwunden. Leider war aber dieses Gegenwerk zum AW Crestawald bereits zugemauert. Trotzdem sieht man aber noch gut, wie hier früher eine Stellung direkt an einer Strasse lag, an der tausende Autos täglich vorbei fahren und in all den Jahren nie jemand gemerkt hat, wo er da eigentlich dran vorbei fährt. So auch wir früher unzählige Male unwissend dran vorbei gefahren sind auf unserem Weg nach Süden in die Ferien. Das FWK war eben Meister der Tarnung. Wie gut diese Meister waren, haben wir dann in Sufers gesehen. Auch der mitten im Hang gelegene Bunker A7838 war meisterlich als Stall getarnt. Dies nicht nur wegen dem Dachaufbau, welcher dem Bunker verpasst wurde, sondern auch wegen der sensationellen Malerei aussen. Diese täuschte eine Holzkonstruktion vor und die aufgemalten Türen und Fenster sind aus der Ferne nicht als Malerei zu erkennen. Ein echter Wolf im Schafspelz, der da unscheinbar am Hang liegt. Abschluss der Tour bildete dann noch die Sperrstelle Splügen. Hier waren mitten im Ort in zwei Wohnhäusern Waffenstellungen integriert, welche als Gegenwerk zu einer MG-Kaverne fungiert haben. Man muss heute schon noch wissen, wo diese Stellungen waren, sind diese sonst nicht mehr zu erkennen. Letze Anlage, welche wir noch hier oben ablichten wollten war das Werk A7834 Schwarzwald. Diese Werk war auch ein Gegenwerk zum AW Crestawald. Seine Schartentarnung war noch komplett erhalten und so gab uns dieses Werk auch ein wunderbares Motiv her. Nachdem wir auch diesen Teil fotografiert haben, hiess es wieder in Richtung Bodensee zu fahren. Auf dem Rückweg haben wir nochmals in der Rofflaschlut gehalten. Das Licht war nun wesentlich besser und erlaubte es uns zumindest, vom Werk A7824 einige Fotos zu machen. Letzter Stopp war dann noch bei Reischen, wo wir die dortige MG-Kaverne A7814 an der N13 fotografiert haben.

So haben wir einen langen Tag mit vielen tollen Fotos von vielen meisterlich getarnten Anlagen und einem schönen Festungsmuseum abschliessen können. Wir werden uns nun ab und zu auch den Anlagen im Kanton Graubünden widmen. Diese sind zwar bereits bestens dokumentiert worden mit dem Buch "Befestigtes Graubünden - Wölfe im Schafspelz" und auch auf der Homepage des Festungsmuseums Crestawald sind viele Fotos dieser Anlagen zu finden. Darum werden wir uns auch nur die Highlights in Graubünden aussuchen und selber einmal dort vorbei schauen. Das entsprechende Kapitel mit den Anlagen aus Graubünden werden wir demnächst auf unserer Page eröffnen.

Rückblick




02.06.09: Spurensuche im Hinterhof und Vorgarten
Den gestrigen Pfingstmontag haben wir für einmal wieder für eine kleine Tour durch unseren Hinterhof (Appenzell) und Vorgarten (Rheintal) genutzt. Durch Zusendungen von Besuchern sind wir auf die Spuren von ehemaligen KP-Anlagen der Grenzbrigade 8 gekommen. Auch haben wir die Nachforschungen rund um das Vorfeld der Sperre Stoss weiter getrieben und konnten so weitere Anlagen in Altstätten finden. Auch haben wir die Nummern der Anlagen im Vorfeld des Stoss endlich ermitteln können. Darum wollten wir uns schnell vergewissern, ob Koordinaten und Hinweise stimmen.

Gleich bei uns auf dem Hügel, oben in Eggersriet, haben wir als erstes dem Regimentskommandoposten F8100 des ehemaligen Inf Rgt 59 einen Besuch abgestattet. Bei dieser Anlage handelt es sich um einen Rgt KP Typ 55, wie wir ihn bereits in Wäldi besichtigen konnten. Der Sturm von dieser Woche hat beim Tarnaufbau einen Fensterladen aufgeweht, so dass wir auch einen Blick ins Innere erhaschen konnten. Einem weiteren solchen KP-Typ haben wir danach oberhalb von St. Gallen noch einen kleinen Besuch abgestattet. Von hier ging es dann weiter ins Appenzellerland. Dort konnten wir den ehemaligen Brigade-KP der Grenzbrigade 8 finden. Da wir nicht wissen, ob diese Anlage noch aktiv genutzt wird, sagen wir sicherheitshalber nicht, wo sie steht. Abschluss unserer kurzen Tour war Altstätten, nachdem wir am Stoss noch einen ganz kurzen Fotohalt gemacht haben. Hier haben wir zwei weitere MG Bunker der Vorfeldverteidigung des Stoss gefunden. Der Bunker A5878 war nach einem kurzen, aber sehr steilen Aufstieg schnell gefunden und hat ein lohnendes Motiv gegeben. Kein Wunder ist diese kleine Anlage wenig bekannt, muss man doch einiges an Schweiss vergiessen, um ihn zu erreichen. Auch A5576 haben wir dann noch einen kurzen Besuch abgestattet, was dieses Mal ohne mühsamen Aufstieg machbar war. Auf Grund der Nummerierung der Anlagen dürften uns aber noch vermutlich mindestens 5 Anlagen fehlen. Darum sind wir weiterhin dankbar für Hinweise zu Bunkern rund um Altstätten.

Auch wenn wir dieses Mal eher daheim geblieben sind, waren wir doch wieder einige Stunden unterwegs. Mit den Fotos werden wir dann bestehende Sets ergänzen und das Kapitel vom Stoss demnächst komplett überarbeiten. Dazu fehlt uns aber noch ein Ausflug, von dem wir euch dann Ende Juni berichten werden.

Rückblick




31.05.09: Wir gehen in die Luft!
Zum Fotografieren ist gutes Wetter schön … und zum Fliegen und Fotografieren ist gutes Wetter wunderbar. So geschehen gestern, als wir endlich ein Weihnachtsgeschenk für Zarko ais dem Jahr 2007 einlösen konnten. Nach vielen Anläufen hat das Wetter für den einstündigen Rundflug nicht nur gepasst, es war sogar sensationell und präsentierte uns die Schweiz in strahlendem Sonnenschein und bei blauen wolkenlosem Himmel.

Nach den Vorbereitungsarbeiten, bei denen wir schon dabei sein konnten, starteten wir vom Flughafen Altenrhein zu einem Rundflug, der uns - wie sollte es anders sein, an vielen Festungen und Anlagen vorbeiführte. Und es wären nicht wir, wenn wir nicht mit der Kamera bewaffnet gewesen wären. So begann es gleich mit dem IW Halden und einem wunderbaren Blick über Rorschach, wobei wir auch unser Haus einmal aus der Luft anschauen konnten.
Der Flug führte uns bei wunderbarer Sicht mit einer faszinierenden Bergwelt im Hintergrund Richtung Säntis, den wir nach ausgiebigem Fotografieren Richtung Sarganserland verliessen. Wo wir hinschauten, konnten wir Anlagen und Werke entdecken und natürlich fotografieren. Besonders interessant war natürlich der Sarganser Kessel, wo wir aus der Luft anschaulich sehen konnten, wie dieser von Werken umschlossen ist. Eine ausgiebige Runde gab es dann über unserem Favoriten, dem AW Furggels, von dem wir diesmal von oben ein paar Bilder schiessen konnten. Nach dieser kleinen Ehrenrunde über dem St. Margrethenberg war es dann aber schon Zeit für den Rückflug, der uns vorbei an Tschinggel, Schollberg, Magletsch durch das Rheintal wieder Richtung Altenrhein führte. Vorbei an Altstätten mit dem Stoss erreichten wir bald wieder den Flugplatz, wo uns ein paar vom Tower aufgezwungene Ehrenrunden die Möglichkeit gaben, noch Heldsberg und Steinig Tisch zu fotografieren. Auch wie im Flug ist die Zeit des Rundfluges vorbeigegangen und wir sind mit einigen Fotos heimgekehrt, die ihr im Lauf der Zeit dann in grosser Auflösung im Member-Bereich unserer Page finden werdet.

An dieser Stelle danken wir dem Piloten für den sicheren und ruhigen Flug. Wenn ihr auch einmal einen solchen Rundflug machen wollt, können wir euch die Homepage www.gear-up.ch/rundflug wärmstens empfehlen.

Rückblick








21.05.09: Innenansichten und der erste Sonnenbrand
Auch wir haben einmal Ferien. Primär wird euch das daran auffallen / aufgefallen sein, dass die Updates etwas holpern und nicht täglich erscheinen / erschienen sind. Nun, dieses Mal machen wir richtig Ferien - also (fast) ohne Bunker - und lassen den PC daheim, wenn wir ins Wellness-Hotel gehen. ;-) Trotzdem hat es uns gejuckt und so haben wir einen Tag für einen Ausflug ins Aargau genutzt. Wir konnten spontan einen Termin mit den Reuenthalern ausmachen und unsere Tour durch die Aussenanlagen etwas fortsetzen.

Also sind wir gestern in aller Frühe los zu unserem Treffpunkt in Kleindöttingen. Ziel war es, am Vormittag einige Anlagen zu besuchen, welche wir schon von aussen kennen und nun einen Blick ins Innere zu werfen. Erster Halt war Hettenschwil. Über die spezielle Eingangs-Tarnung der Pak-Garagen in der Gegend der Grenzbrigade 5 haben wir euch schon berichtet. Doch diese Eingangstarnung ist nicht alles, was die Pak-Garagen von den anderen unterscheidet, die wir bei den Gz Br 6 und 7 gesehen haben. Die Pak-Garagen im Aargau sind länger und breiter als die anderen, so dass die Bedienungsmannschaft auch in der Pak-Garage Platz hatten. So entstanden dann hier einmal Fotos einer gefüllten Pak-Garage. Weiter ging es dann ins Villiger-Feld, wo wir einen Blick in den Artilleriebunker Villiger-Buck werfen konnten. Dieser hatte einige Besonderheiten, welche den eingefleischten Bunkerfreaks - so wie wir es sind - leuchtende Augen beschert. Zu erwähnen sind die besonderen Mg-Pivotlafetten oder die wieder eingebaute 7.5 cm Feldkanone 03/22. Dieses Geschütz war ursprünglich in diesem Bunker eingebaut, später aber durch eine Pak auf Pivotlafette ersetzt worden. In langer und mühevoller Arbeit haben die Reuenthaler den Betonsockel des Pivot heraus gehämmert, die alte Bodenplatte wieder freigespitzt und die Kanone wieder eingebaut. Entstanden ist so ein weiteres kleines Juwel im Villigerfeld. Wer eine Tour durch die Aussenanlagen des Festungsmuseums Reuenthal plant, muss hier unbedingt einen Zwischenhalt einplanen. Letzter Stop war dann noch der leider leere Vickers-Bunker Langenmatten. Auch wenn der Bunker leer war, so gab es genug interessante Details zu sehen. Sei es die spezielle Vorrichtung zur Bedienung der Schartentarnung oder die generelle spartanische Auslegung im Inneren dieses Kleinods. Auch einen Blick in den "Schwobeblick" haben wir dann noch geworfen und auch hier wieder einmal über die internen Kommunikationsmittel in Form eines Sperechrohrs geschmunzel. Letzter Halt war dann in Mettau, wo wir noch einen Blick ins Innere der Rak-Stellung werfen konnten. Ob diese einfache gedeckte Stellung wirklich für Rak-Rohre geeignet gewesen wäre, ist etwas zu bezweifeln, wenn man bedenkt, welchen Strahl so ein Abschuss produziert und welchen Abstand man gegen hinten halten sollte. Irgendwie wurden wir den Eindruck nicht los, dass hier jemand sich dieser Tatsache nicht ganz bewusst war. An dieser Stelle bedanken wir uns wieder herzlich bei unseren Führern vom Festungsmuseum Reuenthal für die kompetente und kurzweilige Führung durch die Anlagen. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung bei einer nächsten Gelegenheit.
Den Nachmittag haben wir dann ausgenützt, einige noch unbekannte Sanitätsanlagen zu fotografieren. Offenbar wurden im Aargau bereits früh nicht nur für den Kampf, sondern auch die Versorgung der Verwundeten geschützte Anlagen errichtet. In keiner anderen bisher besuchten Region haben wir eine derartige Dichte an Sanitätshilfsstellen entdecken können. Diese waren in ihrer Form offenbar alle ähnlich gebaut. Zurzeit restauriert der Verein Reuenthal die Sanitätshilfstelle A3908 Ampfere. Wir warten gespannt, bis die Arbeiten abgeschlossen sind, um zu sehen, wie eine solche Anlage damals von innen ausgesehen hat. Ebenso haben wir uns die Sperren in der Umgebung von Möhntal angesehen. Die dichte Vegetation hat aber vernünftiges Fotografieren nicht möglich gemacht, so dass wir die Sperren in dieser Region im Herbst nochmals besuchen werden. Als Abschluss haben wir uns dann nochmals nach Mettau begeben, um auch noch die Rak-Stellungen auf der anderen Seite zu fotografieren. Der ehemalige Bunker auf der Südseite wurde jedoch nicht wie sein Gegenüber als Unterkunft genutzt, sondern mit Bollensteinen zugeschüttet und so liqudiert. Eine weitere Besonderheit, auf die wir in Mettau gestossen sind, ist ein Paar Pak-Garagen. Nirgends anders haben wir bisher eine solche Doppelanordnung von Pak-Garagen gesehen. Ein Grund mehr, auch diese besonderen Anlagen zu fotografieren.

So ging auch dieser Reisetag zu Ende. Wir konnten wieder zahlreiche Fotos mitbringen, welche uns neue unbekannte Ansichten beschert haben. Er hat uns aber nicht nur schöne und spezielle Innen-Fotos beschert, sondern Christiane auch den ersten Sonnenbrand 2009. Diese Risiken muss man aber als Cabriofahrer in Kauf nehmen, wenn man die Sonnencreme im Kofferraum vergisst. Die zweite Hälfte unserer Ferien werden wir aber nicht mit der Kamera verbringen. Diese und den Notebook lassen wir zu Hause, während wir uns einige Tage in einem schönen Hotel erholen werden - ohne Bunker! ;-)

Rückblick









10.05.09: Ein Ausflug zu etwas anderen Motiven
Gestern führte unsere Reise wieder einmal Richtung Aargau. Das Ziel dabei sollte dieses Mal aber nicht die Bunker in diesem Kanton sein. Wie den meisten bereits bekannt, befindet sich neben dem Festungsmuseum Reuenthal auch das Schweizerische Militärmuseum Full gleich nebenan. Dieses wollten wir uns einmal genauer ansehen.

Trotzdem ging auch diese Tour nicht vorbei, ohne zuerst einige Bunker abzulichten. Ziel waren die Rheinbunker in Leibstadt. Während der wieder schön bemalte Schindler-Bunker "Strahler" leicht zu finden und fotografieren war, fingen bereits beim nächsten Bunker die Probleme an. Sein Nachbar A4248 sollte sich eigentlich im Rheindamm beim Stauwehr befinden. Sollte ... aber eben. Es klafft nur noch eine grosse Lücke mit einer grossen Baustelle am Kraftwerk. Hier sind wir wohl einige Monate zu spät gekommen. Nun, weiter gings entlang dem Rhein. Leider hat das Grün der Blätter die Uferböschungen und Rheinbunker zurück erobert. Die restlichen Anlagen waren nur noch schwer zu erreichen und A4250 war nur nach einer abenteuerlichen Kletterei zu finden. Damit werden wir wohl die Rheintouren bis zum Herbst ruhen lassen, wenn die Blätter wieder fallen und die Sicht freigeben. Trotzdem hatte diese kleine Tour ein Highlight für uns bereit. Beim Bunker A4251 haben zwei kleine Frettchen ihr Quartier aufgeschlagen und uns neugierig beäugt. So konnten wir auch hier wieder Tiere in freier Natur beobachten und auch fotografieren, die wir sonst nur aus dem Zoo kennen. Solche Tierbegegnungen entschädigen für manche Kletterei und nasse Hosen wegen des feuchten Untergrunds.
So sind wir dann zum Militärmuseum gefahren, um uns dieses auch einmal näher anzusehen. Bereits an der Kasse wurden wir freundlich von bekannten Gesichtern begrüsst. Erstaunt nahm man zu Kenntnis, dass wir bis dato noch nie in diesem Musuem waren. Es ist halt auch kein Bunker. ;-) Nun, von aussen mag das stimmen. Im Inneren aber entdeckten wir vieles, was uns doch indirekt an viele Orte erinnerte, die wir bisher an manchen unserer Touren gesehen haben.
Das wunderschön und mit viel Liebe zum Detail eingerichtete Museum beherbergt neben einer eindrücklichen Panzersammlung - aus Ost und West, von gestern bis heute - auch eine grosse Sammlung an Artilleriewaffen unterschiedlichster Perioden, Fliegerabwehrwaffen aller Kaliber, Taucherutensilien, die die Geschichte der Schweizer Armeetaucher dokumentieren, eine Sammlung verschiedenster Übermittlungsgeräte und so einiges an Festungswaffen und Ausrüstung. Hier gilt es besonders, die Anlagen zur Ausbildung der Centurion-Bunker-Besatzungen zu erwähnen. Neben einem Übungsbunker in einem Metallkäfig im Massstab 1:1 gehört auch ein kompletter Schiesssimulator dazu. Durch diese Fotos können wir die Dokumentation der Centurion-Bunker bestens ergänzen. Ein weiteres Festungs-Highlight war eine komplett montierte 15cm Festungskanone aus dem Werk Ursprung. Dieses Geschütz kannten wir bisher nur zerlegt aus dem Artilleriewerk Furggels. Hier sahen wir zum ersten Mal, wie eindrücklich gross dieses Geschütz ist und wir können uns nun vorstellen, wie es wohl damals in Furggels ausgesehen hat. Die Fotos davon werden wir dann zu unserer Dokumentation des Artilleriewerk Furggels dazu tun. Ebenso war daneben eine 10.5 cm Haubitze L22 auf Hebellafete ausgestellt. Auch diese Waffe kennen wir zerlegt aus dem Artilleriewerk Niederberg, welches wir ebenfalls schon besucht haben. Natürlich werden wir diese Fotos dort dazu tun, als Ergänzung der Dokumentation.
Neben diesen direkten Festungswaffen, gab es auch noch indirektes zu sehen. So zum Beispiel die Örlikon 20mm Fliegerabwehrkanonen, welche früher rund um die Festungen die Fliegerabwehr sichergestellt haben. Aber auch eine 9 cm Pak-Kanone 57 gab es zu sehen, kennen wir doch bereits die Pak-Garage, in denen diese Kanonen früher eingestellt waren. Auch diese Fotos werden eine willkommene Ergänzung bereits bestehender Dokumentationen sein.
Ja, und dann waren da noch die Panzer, welche so eindrücklich und imposant da standen. Besonders ins Auge stach hier der fahrbereite Centurion-Panzer. Neben dem Centurion waren auch viele andere Schweizer Panzer vertreten. Egal, ob im aktiven Dienst oder nur Prototyp - alle sind liebevoll gepflegt und restauriert zu sehen. Man könnte meinen, sie sind erst gestern aus dem Werk gerollt. Vieles könnten wir noch aufzählen was wir gesehen haben, aber es würde den Rahmen sprengen. Die Sammlung war so gross, dass wir dazwischen eine Pause im Bistro machen mussten, um uns zu stärken. Dies gab uns auch die Gelegenheit wieder mit bereits bekannten Gesichtern einen kleinen Plausch abzuhalten. Nach dreieinhalb Stunden hatten wir die Besichtigung beendet und mehr als 600 Fotos auf unsere Speicherkarten gebrannt.

Wir können einen Besuch im Militärmuseum Full nur empfehlen. Obwohl wir sonst eher die "Bunkerfreaks" sind, hat uns diese einmalige Sammlung stark beeindruckt. Zum Glück ist vieles, das hier zu sehen ist, nie dafür eingesetzt worden, wozu es konstruktiert wurde. Die Ausstellungsstücke, welche aber auch Ernsteinsätze gesehen haben, sind Zeugen einer vergangenen Zeit. Diese Zeit soll uns ermahnen, nie zu vergessen, dass man Konflikte wohl mit Waffen führen kann, sie am Ende aber nur im Gespräch entgültig gelöst werden können. Diese Mahnung sollten sich auch viele Jugendliche heute zu Herzen nehmen, die nur all zu schnell ihre Fäuste schwingen oder die Messer zücken. Eine Lösung erreichen sie so nie - nur zusätzliche Schwierigkeiten und unnötiges Leid.

Rückblick






04.05.09: Auf Besuch bei neuen und bekannten Igeln
Kurzfristig haben wir unsere Pläne für Sonntag umgestellt. Private Gründe führten uns in die Region Sarganserland und so haben wir einmal wieder eine Lokalrunde geplant. Diese sollte uns zu unbekannten Igeln bei Altstätten und zu unserem guten alten Bekannten, dem Artilleriewerk Furggels führen.

Start war am Morgen in Staad. Hier haben wir schnell noch restliche Teile des frisch ausgeholzten und so gut sichtbaren Schienenhindernisses der Sperrstelle Halden gemacht. Danach fuhren wir nach Altstätten. Wir hatten immer schon den Verdacht, dass im Vorfeld der Sperrstelle Stoss noch weitere Anlagen zu finden sein müssten. In den letzten Tagen haben wir durch unsere Besucher und unser "Rheintaler Geheimdienst Büro Ha" Koordinaten von uns bisher unbekannten Anlagen erhalten. Diese haben wir dann aufgesucht und auch schnell gefunden. Bei der ersten Anlage handelt sich um einen MG Bunker, der direkt auf die Stossstrasse im gegenüberliegenden Hügel wirken konnte. Durch die Gartenlaube, welche auf seinem Dach aufgebaut wurde, ist er aus der Distanz gar nicht als Bunker zu erkennen. Kein Wunder haben wir diese Anlage vorher nie gesehen. Wir hatten zwar am richtigen Abschnitt der Stossstrasse gesucht, aber die Anlage nie so weit weg vermutet. Die zweite Anlage versteckt sich in der Kurve einer kleinen Strasse des Rebhalden. Wobei es sich bei dem kleinen Bunker genau handelt, können wir nicht sagen, da die Scharte zugedeckt wurde. Die Bauform erinnert an ein IK-Schild. Dafür würde auch der rückseitige Eingang sprechen, wo man gut sieht, dass dieser nachträglich "anbetoniert" wurde. Leider sind uns die Nummern dieser beiden Anlagen unbekannt. Vielleicht bringen wir sie ja nochmals in Erfahrung. Herzlichen Dank nochmals an das "Büro Ha" für die Infos.
Den Nachmittag verbrachten wir dann auf dem St. Margrethenberg, wo wir einige Fotos von Anlagenteilen des AW Furggels nachholen wollten, welche wir bisher immer entweder nicht gefunden, oder nicht erreichen konnten. Machmal lohnt es sich, wenn man alternative Wege sucht - man findet dann das, was man sucht. Auch sollte man die Augen offen halten - auch das lohnt sich. So haben wir dann den fehlenden Pak-Stand, den fehlenden MG-Stand und auch das GPH im Wald an der Zufahrtsstrasse gefunden. Trotzdem war dies alles mit viel Laufen und Klettern verbunden. Entsprechend müde waren wir dann auch, als alles auf dem Chip im Kasten war. Und da wir schon mal da waren, haben wir auch noch ein paar Fotos von schon bekannten Sachen gemacht.
Es war schön, auch mal wieder in der heimischen Region auf Suche zu gehen und bisher unbekanntes zu erkunden. So können wir euch wieder weitgehend unbekannte Anlagen in unserer Gegend zeigen. Wir werden uns erlauben, die bestehenden Dokumentationen damit zu aktualisieren und zu erweitern, um euch die Fotos auch zeigen zu können. Wir nehmen an, dass ihr sicher nichts dagegen einzuwenden habt.

Anfang Monat ist immer wieder einmal Zeit für etwas Statistik. Die letzten Monate haben wir dies irgendwie immer vergessen. Das holen wir schnell nach. In den ersten vier Monaten des Jahrs 2009 haben sich 25'287 Besucher auf unsere Seiten geklickt. Dabei wurden 322'536 Seiten angeschaut. So hatten wir in den vergangen 4 Monaten täglich mehr als 200 Besucher zu Gast bei uns. Vor gut einem Jahr waren es noch knapp 50. Diese konstant hohe Besucherzahl zeigt uns, dass wir doch einiges richtig zu machen scheinen und bei euch immer auf Anklang stossen mit unseren Fotos, Reportagen und Dokumentationen. Ebenso ist diese Zahl und die vielen Zuschriften, die wir per Mail bekommen immer wieder Ansporn weiter zu machen. Wir danken an dieser Stelle als erstes allen Menschen, die uns bisher geholfen haben, in welcher Form auch immer. Sie sind der Grundstein, auf dem unsere Arbeit fundiert ist. Ein weiterer Dank geht an alle Besucher, die durch ihr Lob, aber auch sachliche und konstruktive Kritik dafür sorgen, dass der Standard bei uns hoch bleibt. Und zum Schluss ein Danke an all die anonymen Besucher, die einfach nur auf unsere Page klicken und sich die Fotos der "vergessenen Igel" ansehen. Nur so bleiben sie nicht vergessen.

Rückblick





26.04.09: Durch Fels und Burg, über Spatz dem Ende entgegen
Am gestrigen Samstag sollte es zur Abwechslung wieder einmal in die Linth-Region gehen. Warteten dort doch noch weitere Anlagen, die es galt, noch abzulichten, damit die Dokumentation dieser Region vollständiger wurde. Für diesen Zweck konnten wir mit Herrn G. H. aus Reichenburg auch vereinbaren, dass wir die Werke Burg und Fels von innen besichtigen konnten. Bereits im Rheintal blies der Föhn sehr stark und auch hier im Linthgebiet setzte sich dies fort. Das bescherte uns zwar eine gute Sicht, für fotographische Zwecke aber auch schwierige Lichtverhältnisse, da sich dadurch ein hartes Licht-Schattenverhältnis ergibt.

So ging es also in aller Früh los in Richtung Linth. Da wir etwas früher dran waren, konnten wir zuerst noch fehlende Anlagen in Bilten fotografieren. Hier findet sich neben einigen Bunkern auch noch die letzten Überreste des ehemaligen Geländepanzerhindernises.
Nach kurzer Zeit war es aber schon Zeit, sich zum vereinbarten Treffpunkt zu begeben. Begonnen haben wir mit dem Werk Burg, das sich direkt unter der Kirche von Reichenburg befindet. Herr G.H. hat in diesem Werk seinen Dienst abgeleistet und konnte uns daher so manche Geschichte und Information dazu berichten. Interessant war in diesem Werk, dass die Kampfstände neben den Treppen auch durch Notabstiege - durch einen vertikalen Schacht - mit den Stollen verbunden waren. Zusätzlich war zu Innenverteidigung ein vertikaler HG-Schacht zum Stollen integriert. Diese Kombination in so einer Form haben wir bisher noch nie gesehen. Aber auch die Unterkunft mit der noch vorhandenen Beschriftung war die Besichtigung wert.
Danach stand das etwas kleiner Gegenwerk Fels auf dem Programm. Nach ein paar Aussenfotos der Scharten ging es in das Werk. Wieder war ein ähnliches Bild zu sehen: lange Gänge zu den Kampfständen und hie und da der Hinweis auf vergangene Zeiten mit der nur mehr teilweise vorhandenen Beschriftung. Auch die Unterkunft barg so manche Überraschung und eines wurde uns wieder vor Augen geführt: zwischen Offizier und Soldat wurde auf jeden Fall eine Unterscheidung gemacht, wie man auch an den verschiedenen "stillen Örtchen" sehen kann. Nach einer kurzweiligen Zeit hiess es schon wieder Abschied nehmen von diesem kleinen, interessanten Werk.
Mit Tipps von unserem Führer zur Lage von weiteren Bunkern ausgestattet, ging es nun weiter - diesmal den Berg hinauf zu einem Beobachtungs-Bunker, der in einen Stall integriert ist und von aussen auch nur als Stall zu erkennen ist. Nach einigen Fotos und einer kleinen Mittagsrast fuhren wir weiter zu einem weiteren Beobachtungs-Bunker, der zwar eine A-Nummer hat, diese aber kaum verdient hat. Interessant ist die "Anlage" jedoch allemal anzuschauen, auch wenn sie mit einem kleinen Spaziergang verbunden ist. In einen Fels integriert ist sie jedenfalls perfekt getarnt. Aufgrund der tollen Aussicht und der wunderschönen Lage beschlossen wir, hier nochmals eine Rast einzulegen.
Anschliessend führte uns der Weg zurück nach Bilten, wo auf halbem Weg noch der Bunker A6861 liegt, der leider schon recht zerfallen ist. Anschliessend war noch das Panzerabwehr-Werk Spatz zu fotografieren und einige ganz in der Nähe liegende Bunker. Langsam neigte sich der Fototag dem Ende zu, es waren aber noch einige Anlagen in Schänis auf den Chip zu bannen. Erwähnenswert ist hier, dass die Bunker sehr nahe aufeinander liegen und heute zum grossen Teil in die Ortschaft und Gärten integriert sind.

Mit diesen Fotos ging ein langer interessanter und ergiebiger Tag zu Ende. Wir danken Herrn G.H. an dieser Stelle nochmals recht herzlich für die interessante und aufschlussreiche Führung. Langsam, aber sicher gehen nun die Fotoreisen ins Linthgebiet dem Ende zu. Ausser dem westlichen Buchberg und Tuggen ist das Kapitel abgeschlossen und wir werden uns daher bald auf ein Neues Gebiet orientieren.





21.04.09: Die orangen Bauwagen waren wieder da!
In Tübach kam es gestern - keine 300 Meter Luftlinie von unserem zu Hause entfernt - zu Verkehrsbehinderungen an der Brücke über die Goldach, wegen einer kleinen "Baustelle". Die orangen Bauwagen waren wieder zurück und haben gestern das Sprengobjekt an der Brücke geleert. Wir haben schon länger auf diesen Moment gewartet, haben wir doch vor ein paar Wochen jemanden mit einem Meter an den Schächten herum messen sehen. Als ich dann gestern zum Mittagessen nach Hause fuhr stand da plötzlich eine Ampel, eine Spur war gesperrt und die organgen Bauwagen waren wieder da. So konnte ich nach dem Essen einige Fotos von der menschenleeren "Baustelle" machen. Ganz so "menschenleer" war sie dann doch nicht, haben doch die "Bauarbeiter" im nahen Schatten ihr Mittagessen eingenommen. Zwar liess man mich einige Zeit gewähren, als ich dann einen Blick in einen der offenen Schächte geworfen habe, wurde mit einem lauten "fertig da mit fotografieren!!" meine Neugier beendet. Da ich mich nicht unbedingt mit den Leuten anlegen will, habe ich auf eine Diskussion verzichtet. Leider hatte ich am Nachmittag wichtige Geschäftstermine - ja, auch wir haben normale Jobs und müssen mal arbeiten - so dass ich keine Fotos von der effektiven Leerung der Schächte machen konnte. Am Abend waren die Arbeiten soweit abgeschlossen, dass die Baustelle aufgehoben war, zwei blinkende Ampeln am Strassenrand standen und nur noch die Spuren um die Sprengschachtdeckel davon zeugten, dass hier untertags gearbeitet wurde. Die Jungs sind echt fix! Somit sind die Brücken über die Goldach in unserem Bereich nun entgültig desarmiert, und die fast letzten Reste des Kalten Krieges sind verschwunden.

1. PS: Sollte wieder jemand von der "20 Minuten" Redaktion diesen Text lesen und daraus eine Story basteln wie schon bei der Leerung des Sprengobjekts in Goldach (Nov. 2008) so wäre es nett, zumindest als Quellangabe einen Link auf unsere Page zu drucken. ;-)

2. PS: Sollten die "Bauarbeiter", die gestern in Tübach am Werke waren, auch zu den Besuchern unserer Page gehören, so danken wir dafür, dass man mich wenigstens ein paar Fotos hat schiessen lassen. Ich war der mit dem roten T-Shirt auf der Brücke. Nix für ungut Leute! :-)

Rückblick





20.04.09: Abwechslungsreiche Tour im nun bekannten Aargau
Das Wetter versprach, gut zu werden und so war es für uns keine Frage, wieder auf Tour zu gehen. Ziel war auch diesen Sonntag wieder das uns inzwischen etwas bekanntere Aargau. Wir wollten heute Lücken im Villiger Feld schliessen und die Fotos der Sperrstellen rund um Bözberg abschliessen, welche wir im Dezember letzten Jahres begonnen hatten.

Als wir ankamen, stellten wir als erstes Hochnebel fest. Also wurde umdisponiert und wir fuhren sofort nach Endingen. Dort waren uns wegen Gegenlicht einige Anlagen das letzte Mal nicht so gut geglückt. Dieses Mal aber war uns Fortuna hold und die Bunker, samt einiger neuer Anlagen waren dokumentiert. Danach fuhren wir zurück zum Villiger Feld, wo wir auch noch fehlende Anlagen fotografiert haben und das nicht vorhandene Gegenlicht für einige neue Fotos von bereits fotografierten Anlagen genutzt haben. Nach einer Pause bei kaltem Kaffe und Donuts fuhren wir dann weiter in die Region Bözberg.
Im Dezember haben wir um die Sperrstelle Stelli eine Tour mit unserem Führer vom Verein Festungsmuseum Reuenthal gemacht. Diese Fotos galt es nun zu ergänzen mit den anderen Anlagen rund um Stelli. Zu unserer grossen Freude gab es hier jede Menge Spezielles zu entdecken. Sei es der ehemalige Sanitätsbunker, der mit doppeltem Kampfstock an den Fels angebaute Bunker A3951 Sägenmühletal oder der einsame Pak-Bunker A3946 Kästel. Die Sperrstelle Stelli ist uns durch viele spezielle Anlagen ins Auge gestochen und wir werden euch hier vieles zu zeigen haben. Das besondere aber ist hier die Tatsache, dass mit dieser Sperrstelle eine Passage gesperrt wurde, durch die schon die römischen Legionen auf ihrem Weg nach Vindonissa marschiert sind. Es soll niemand sagen, wir würden uns nur für Bunker interessieren, weshalb wir uns auch auf die Spuren des Römerweges begeben haben. Es war eindrücklich zu sehen, wie hier schon vor mehr als 2000 Jahren Fuhrwerke ihre Spuren in den Felsen gegraben haben. Noch heute erkennt man die Fahrrillen aus jener Zeit. Offenbar wurden früher wichtige Verkehrswege schon so angelagt, dass diese während Jahrtausenden von Generationen genützt werden konnten. Zum Schluss haben wir auch über dem Römerweg noch ein frisch gestrichenes Ik-Schild gefunden, das natürlich auch abgelichtet wurde.
Nachdem Stelli abgeschlossen war, wollten wir ins Möhntal. Jedoch war die Strasse, welche wir verwendet wollten, plötzlich durch ein Fahrverbot versperrt. Also mussten wir rechts abbiegen und sind so zur Sperrstelle Letzi gekommen. Obwohl nicht geplant, haben wir trotzdem angehalten und auch diese Sperrstelle fotografiert, wenn wir schon mal da sind. Was hier besonders auffällt ist der treppenförmige Bunker A3922. Eine solche eigenwillige Bauform ist uns bisher auch noch nie begegnet. Nachdem Letzti auch auf den Chips war, ging es hinauf zum Bürerloch. Hier wollten wir noch die Bunker bei dieser Sperrstelle fotografieren, um auch diese Ecke abschliessen zu können. Langsam neigte sich der Tag dem Ende entgegen und als Abschluss haben wir noch ein Ik-Schild am Rothberg gefunden. Ach ja, der Zufall wollte es, dass wir irgendwo am Wegrand auch mal wieder so ein Teil mit ohne Erde auf dem Deckel gefunden haben. Ist nun schon Monate her, dass uns so ein Igel begegnet ist.

Dieser heutige Tag war geprägt von den unterschiedlichsten Anlagen in unterschiedlichster Bauweise. So langsam fangen wir an, den Aargau kennen und auch schätzen zu lernen. Nicht nur die Anlagen sind vielfältig, sondern auch die Landschaft hat ihren Reiz. Einzig die Autofahrer mit dem AG-Kennzeichen entsprechen dem Ruf, den sie in der restlichen Schweiz geniessen. Gemütliche Cabriofahrer, oder am Strassenrand stehende Fotografen scheinen dankbare Ziele zu sein.



18.04.09: Neue "Gz Br 8 - Igel" der vor der Haustüre
Die letzte Zeit sind einige interessante Hinweise bei uns eingetroffen bezüglich möglicher Igel-Sichtungen in unserer Umgebung. Darum haben wir den heutigen Nachmittag genutzt, den Hinweisen nachzugehen.

Als erstes waren wir bei der Sperrstelle Halden. Der nördliche Teil des GPH wurde frisch ausgeholzt und ist nun zum ersten Mal ohne Grünzeug sichtbar. Grund genug für uns, davon neue Fotos zu machen. Nächster Stopp war wieder einmal beim Bruggerhorn. Hier wurde im Campingplatz ein uns bisher unbekannter Lmg-Bunker gesichtet. Zu unserer Freude stand dort A5838 - ein Bunker, den wir für abgerissen hielten. Obwohl wir das Gelände früher von aussen abgesucht hatten, fanden wir nichts. Nach einem Gespräch mit dem Platzwart war uns auch klar warum. Er hat den Bunker erst vor einigen Wochen von seiner dicken Efeu-Schicht befreit. Sehr zu unserer Freude können wir so eine weitere A-Nummer bei der Sperrstelle Bruggerhorn einfügen.
Weiter ging es ins Rheintal. Bei Marbach haben wir einen weiteren Bunker gefunden. Er steht in einem Garten und wirkt auf die früher freien Felder zwischen Rhein und Marbach. Auch diese Anlage mit der Nummer A5874 war uns bisher unbekannt. Den nächsten Bunker fanden wir in der Ausfahrt von Altstätten an der Ruppenstrasse. Direkt über einer Brücke, versteckt im Wald, steht hier eine Anlage, deren Nummer uns leider unbekannt ist. Zum Schluss sind wir dann noch zur Landmark gefahren und haben einige neue Fotos geschossen.

An dieser Stelle ein grosses Danke an unsere Tip-Geber P.M. und F.D., welche uns mit ihren Hinweisen viel Freude gemacht haben. Mit den Fotos werden wir die entsprechenden Sperrstellen-Dokumentationen ergänzen. Eine persönliche Anmerkung zum Schluss. Als Hobby-Fotografen (wir betreiben nun genau seit 5 Jahren die Fotografie als Hobby) haben wir eines gelernt: Mitleid bekommt man geschenkt - Neid muss man sich hart erarbeiten. Wir werden auch in Zukunft mit Freude weiter hart arbeiten und freuen uns über jede der vielen Zuschriften von euch und die zahlreichen Hinweise! Ohne euch Besucher, wäre dieses Projekt nicht das, was es in diesen 18 Monaten geworden ist. Danke Leute!

Rückblick





14.04.09: Spontane Erkundungen im und um das Villiger-Feld
Eigentlich wollten wir uns gestern einen gemütlichen Ostermontag machen und maximal etwas Hintergrundarbeiten an der Page machen, aber als wir am Morgen zum Fenster raus schauten und den blauen Himmel sahen, beschlossen wir spontan, unsere Sachen doch zu packen und noch einmal eine Reise ins Aargau zu machen.

Und so befanden wir uns alsbald bereits in Rein, um dort unsere Bunker-Suche fortzusetzen. Hier galt es nach einen MG-Bunker am Rhein zuerst das hinter dem Centurion Rein versteckte AW Rein sowie die daran anschliessenden Bunker und eine schön erhaltene Sperre, die sich wunderbar im Frühlingskleid präsentierte, zu erkunden. Danach ging es in die Ortschaft Rein, wo sich das Artilleriebeobachterwerk A3870 befindet. Weiters kann man in diesem Ort hinter der Kirche einen weiteren Beobachterstand des AW und gut getarnt den Bunker mit Notausgang direkt an der Strasse entdecken. Die Sperrstelle Rein hat einiges zu bieten, besonders zu erwähnen sind hier noch zwei weitere der vier Vickers-Bunker, wovon sich einer direkt und als Scheune getarnt an der Strasse befindet. Der andere davon ist leider bereits am Zerfallen, da das Dach teilweise abgedeckt ist.
In Richtung Villigen findet man dann den letzten Vickers-Bunker A3898, der sich im Eigentum des Festungsmuseums Reuenthal befindet. Er ist jedoch nicht nur gut erhalten, sondern wurde auch bereits sehr liebevoll restauriert. Von hier aus fuhren wir weiter auf Schotterwegen durch die Rebberge Richtung Villigen, wo sich eine sehr schöne Anlage des Festungsmuseums Reuenthal - der Artilleriebunker A3846 Villiger-Buck - befindet. Wir staunten sehr, dass sich hier kein Fahrverbot finden lässt und liessen uns dies natürlich nicht entgehen, uns für einmal einen längeren Fussmarsch zu ersparen. Von hier hat man einen wunderbaren Blick über das Villiger Feld und auch einen schönen Blick auf das Artilleriewerk Besserstein. Bunkern macht hungrig und so gönnten wir uns für diesmal ein feines Mittagessen im Restaurant, was sich allerdings nicht als ganz einfach herausstellte, hatten wir doch nicht damit gerechnet, dass Restaurants am Ostermontag Ruhetag halten. Nach ein bisschen Suche wurden wir in Würenlingen doch noch fündig und gönnten uns dort eine Pause, aus der wir gut gestärkt und erholt in den restlichen Tag gingen.
Für den verbleibenden Nachmittag hatten wir uns vorgenommen, die restlichen Anlagen im Villiger-Feld zu fotografieren. Und wieder einmal stellte sich heraus, das man - wenn es von vorne nicht geht - halt hinten rum versuchen muss. So konnten wir den Bunker A3853 samt Bachsperre nach einem kleinen Spaziergang durch eine blühende Wiese in einem ebenfalls blühenden Garten fotografieren. An der Aare bei Villigen findet man auch ein noch gut erhaltenes IK-Schild, welches unserer Kamera natürlich nicht entging. Von jetzt an - so hatten wir uns vorgenommen - wollten wir eigentlich nur mehr Erkundungen für weitere Fotoreisen machen. So fuhren wir Richtung Bürersteig, wo wir es allerdings nicht lassen konnten, und den an der Strassenkreuzung befindlichen Bunker A3902 doch noch auf unseren Chip bannten. Unterhalb der Sperrstelle Bürersteig sind noch weitere Bunker und ein Unterstand zu finden, die wir wegen des guten Lichtes doch auch noch fotografierten. Von hier aus hat man auch einen guten Blick zum AW Geissberg, das wir dann bei einer anderen Gelegenheit erkunden werden.
Zuletzt fuhren wir dann noch nach Mettau, wo sich das im Besitz des Festungsmuseums Reuenthal befindliche IW Mettau befindet. Dieses wurde 1986 umgebaut und als Mannschafts-Unterstand genutzt. Direkt nebenan kann man jedoch die in diesem Zusammenhang betonierten Rak-Stellungen finden. Nun war aber endgültig Schluss für diesen Tag mit Fotografieren. Müde, sehr zufrieden und mit Chips voller guter Fotos - und mit 300 km mehr auf dem Tacho - kehrten wir zurück nach Hause.

Rückblick








11.04.09: Vom Surbtal ins Villiger-Feld
Der Frühling hält Einzug! Für Bunkerfotografen Freud und Leid zugleich. Freud, denn die Sonne lädt ein, das Cabrio-Dach zu öffnen und auf Bunkersuche zu gehen. Leid, denn die Vegetation beginnt sich bemerkbar zu machen und verdeckt langsam wieder die Bunker. Also heisst es, die Übergangsphase auszunutzen und wieder in für uns neue Gegenden zu gehen. Primäres Ziel unserer gestrigen Tour war das Surbtal.

Im Surbtal sind zwischen Döttingen und Endingen zahlreiche Anlagen zu finden. Diese Anlagen sind im Zeitraum von 1940 bis 1941 entstanden und sollten verhindern, dass ein Gegner von der Talseite das günstige Operationsfeld auf der oberen Terasse erreichen kann. Dazu wurden hier nicht nur Bunker, Unterstände und Beobachtungsstände errichtet, sondern auch zahlreiche GPH, welche noch heute in grosser Zahl vorhanden sind. Auch gab es von den Anlagen viel Abwechslungsreiches zu sehen. In Döttingen fällt der Bunker A3820 an der Surbbrücke auf. Diese Anlage wurde so wie die Anlagen der Sperrstelle Stadel oder Sperrstelle Halden modernisiert. Die Front wurde durch einen zusätzlichen Betonblock verstärkt und die Scharten verkleinert. Eine rätselhafte Anlage fanden wir dann bei der Burgruine Tegernfelden. Hier ist direkt in die Ruine ein Beobachtungsstand integriert worden. Diese Anlage war aber in unseren Unterlagen nicht verzeichnet und verfügt auch über keine A-Nummer. Ebenso ist diese Anlagen unseren Kontaktpersonen bisher unbekannt gewesen. Manchmal muss jemand von auswärts kommen, um etwas besonderes zu entdecken. Diese Erfahrung durften wir selber auch schon machen.
Von Tegerfelden ging es zu den Anlagen bei der Sperrstelle Endingen. Hier fallen besonders die vielen gut erhaltenen GPH auf. Zwei Erlebnisse sorgten aber dafür, dass wir diesen Ort in "besonderer" Erinnerung behalten werden. Als erstes war da dieser besonders aufwendige Zaun bei den Anlagen A3806 bis A3808. Hier schützt ein Bauer seine Wiesen und Bunker mit einem fast 2 Meter hohen Zaun, der nicht nur massiv ist, sondern auch über Stacheldraht verfügt und teilweise mit einem elektrischen Powerzaun umgeben ist. So eine Anlage um Wiesen haben wir bisher noch nie gesehen. Es stellt sich zwangsläufig die Frage, welche Probleme wohl in diesem Ort vorhanden sind, dass die Bauern zu solchen Mitteln greifen. Die paar Bunkerfotografen, die einmal im Jahr vorbei schauen, werden es wohl kaum sein. Auch fällt auf, dass wir auf Schritt und Tritt von zahlreichen Augen beobachtet wurden. Die aufmerksamen Augen der Bewohner in diesem Ort haben uns keine Sekunde aus den Augen gelassen. Die Überwachung ging schon weit über das normale Mass hinaus und so extrem, wie in diesem Ort haben wir es noch nie erlebt, seit wir diesem Hobby nach gehen. Wie viele dieser Leute sich wohl unsere Autonummer notiert haben? ;-) Trotz dieser herzlichen Aufmerksamkeit, die uns zuteil wurde, haben wir einen ruhigen Platz für unser Picknick gefunden. Wegen des vielen Gegenlichts heute, werden wir bei bewölktem Wetter hier nochmals vorbei schauen, um ein paar Fotos nachzuholen.
Nach dem Mittag sind wir Richtung Villiger-Feld gefahren. Hier haben wir die Sperrstelle rund um den Centurion Bunker fotografiert. Neben dem Centurion ist hier auch eine weitere besondere Anlage in Form eines Vickers-Bunkers zu finden. Besonders seine liebevolle Tarnung hat es uns angetan. Auch das vorgelagerte GPH ist ein Besuch wert, ist es doch noch in der ganzen Länge in seiner ursprünglichen Form vorhanden. Zum Schluss haben wir dann beschlossen, das gute Wetter auszunutzen und zum Artilleriewerk Reuenthal zu fahren. Als wir im Dezember das erste Mal dort waren, hatte es geregner und danach heftigst geschneit. So haben wir von diesem besonderen Werk nur Winterfotos gemacht - bisher. Das haben wir geändert. Neben einer Winter-Edition gibt es nun auch eine Frühlings-Edition dieses Werks und einiger seiner Aussenanlagen. Hier war dann aber am späten Nachmittag Schluss und ein langer Tag ging zu Ende. Zeit für uns, nach Hause zu fahren und das umfangreiche Fotomaterial zu sichten.

Was unsere Igel-Suche immer zu einem Highlight macht, sind Erlebnisse in der Natur. Gestern hatten wir wieder ein solches. Als wir auf dem Weg zu einem Bunker bei Döttigen waren, haben wir plötzlich zwei Jungfüchse beim Spielen beobachten können. Diese zwei kleinen süssen Füchse haben uns nicht bemerkt und so konnten wir lange ihrem Treiben zuschauen. Bisher haben wir beide noch nie Jungfüchse in freier Natur beobachten können, weshalb uns diese Beobachtungen besonders viel Freude gemacht haben. Wenn man Igel sucht, findet man öfters auch anderes Getier.

Rückblick





05.04.09: Bunker und Panzer im Aargau
Den gestrigen Samstag hatten wir wieder einmal für eine Bunkertour im Aargau reserviert - und es sollte ein langer Tag werden. Aber der Reihe nach:
Bereits in der Früh ging es los. Noch war es im Osten bewölkt, wir verliessen uns aber auf den Wetterbericht, der schönes Wetter mit blauem Himmel versprach. Leider verzogen sich die Wolken aber nicht so schnell - bis Mittag kam immer wieder mal ein Regenschauer vom Himmel. Trotzdem begann der Tag bereits mit einer Überraschung. Als wir in Weiach anhielten, um einen Bunker zu fotografieren, den wir bisher nur im Gegenlicht hatten, begegneten wir - weil die Schweizer Bunkerwelt ja so klein ist - Werner Pfenninger, der derzeit an seiner nächsten Publikation arbeitet. Auch er fotografierte gerade den Bunker und er lud uns dann auch noch ein, den Bunker mit ihm von innen zu besichtigen. So kamen wir unverhofft auch noch zu Innenfotos des Bunkers Weicach-West. Danke Werni.
Danach aber trennten uns die Wege wieder und wir fuhren weiter Richtung Hettenschwil. Auf dem Weg dorthin musste der eine oder andere Bunker noch einmal herhalten, damit wir euch noch bessere Fotos zeigen können. In Hettenschwil wartete dann bereits eine weitere Überraschung auf uns, entdeckten wir dort doch Pak-Garagen mit Tarnung. Dies war in den anderen Gegenden, die wir bisher besucht hatten, unüblich. Weiter ging es von hier via Bossenhus, wo wir eine kurze Mittagspause einlegten, Richtung Sperrstelle Reuenthal. Diese interessante Sperrstelle galt es vollständig zu dokumentieren. Hier rissen nach einem anfänglichen Regenschauer dann auch endlich die Wolken auf. Der Verein Festungsmuseum Reuenthal hat einen Teil dieser Bunker bereits aufwändig renoviert und so erstrahlt beispielsweise der mit Tannen als Tarnung bemalte Bunker Kirchtannen im vollen Glanz. In Leuggern bannten wir noch den Sanitätsunterstand "Irmgard" auf unseren Chip, bevor es dann wieder zum Rhein ging. Von den Aussen-Anlagen beim AW Reuenthal werden wir die Innenfotos nachholen, sobald unser Führer vom Festungsmuseum - der im Moment mit Führungen im Museum ausgebucht ist - wieder Zeit für uns hat.
Auf unserem gestrigen Programm standen auch noch die Rhein-Bunker des Museums Reuenthal in Fullfeld beim Militärmuseum Full. Dort erwartete uns dann eine weitere Überraschung. Auf dem Gelände des Militärmuseums Full übte gerade eine "Reanactor-Truppe" die Panzernahbekämpfung auf einen Praga-Panzerkampfwagen 38, von dem die Schweizer Armee kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges noch 24 Stück bestellt hat. Diese Gelegenheit liessen wir uns natürlich nicht entgehen, um einige Fotos zu schiessen und die Video-Funktion der neuen Kamera auszuprobieren - es entstanden hier die ersten kurzen Filmsequenzen von einem Praga Pz 38 in voller Fahrt in Full-HD Qualität. Sobald Zarko herausgefunden hat, wie er die Filme in der Page einbauen kann, werdet ihr diese auch sehen können. Anschliessend ging es noch auf eine kleine Fusstour zum Bunker A4246 Fullfeld-Rhein, wodurch dann die Sperrstelle Reuenthal vollständig dokumentiert war.
Auf dem Heimweg nutzten wir dann das gute Licht aus, um einige Fotos von Anlagen in Koblenz und Rekingen zu schiessen, die sich im Nachmittagslicht von ihrer besten Seite präsentieren. Diese Fotos werden dann bei den bestehenden Sets eingebaut. So ging ein langer intensiver Tag voller Überraschungen zu Ende - und wir kamen mit einem Rucksack voller neuer Fotos nach Hause.

Update 06.04.09
Unsere ersten Schritte als "Filmemacher" nehmen Formen an. Es ist uns gelungen, die Filme vom Samstag zu konvertieren und sie in die Page einzubauen. Um die Filme im Quicktime-MOV Format betrachten zu können, benötigt ihr das Plug-in Quicktime-Player von Apple. Falls ihr diesen nicht auf euerem PC installiert habt, könnt ihr diesen kostenlos downloaden unter http://www.apple.com/quicktime/download/. Viel Spass mit den ersten Filmen auf unserer Page.

Praga Panzerkampfwagen 38 in Vorbeifahrt
[Quicktime-MOV Format, 00:40 min, 7.1 MB]

Panzernahbekämpfung anno 1940 an einem Praga Panzerkampfwagen 38
[Quicktime-MOV Format, 00:31 min, 5.4 MB]

Rückblick





29.03.09: Immer dem Föhn nach mit der neuen Kamera
Fast pünktlich zu Zarkos Geburtstag ist die neue Canon EOS 5D Mk II Kamera bei uns eingetroffen. Geschlagene 11 Wochen mussten wir auf sie warten. Entsprechend gross war unsere Freude und die Spannung, diese endlich einmal selber im "Bunker-Einsatz" auszuprobieren. Leider hat der Wetterbericht am Freitag nur von Regen und etwas Föhn im Osten erzählt. Wenn wir aber etwas gelernt haben die vergangenen Wochen, dann die Tatsache, dass das Wetter, das im fernen Zürich prognostiziert wird, nicht unbedingt für den Osten stimmt. Also sind wir am Samstag früh bei Föhn raus und haben die Sonne gesucht.

Gefunden haben wir diese als erstes im Linthgebiet. So konnten wir dort weiter machen, wo wir letzte Woche aufgehört hatten. Endlich konnten wir den letzten Abschnitt der Linth vor dem Infanteriewerk Möslifluh fertig fotografieren. So konnten wir uns überzeugen, dass es auch hier eine friedliche zivile Nutzung für die Bunker gibt - und sei es nur als Grillstelle auf dem Bunkerdach. Weiter ging es dann in der Ebene zwischen Möslifluh und Reichenburg. Hier hat es einige Bunker, welche durch sehr grosse Schartenabdeckungen auffallen. Einer der Bunker verriet uns dann auch, warum das so ist. Da er keine Schartenabdeckung mehr hatte, konnten wir hier die grossen Schartentöpfe sehen, welche für diese Bunker Verwendung gefunden haben. Auch ein sehr gut erhaltenes GPH ist hier zu finden. Dieses gab sehr viele tolle Motive für unsere neue Kamera ab. Als wir dann aber beim Infanteriewerk Burg angekommen waren, brach der Föhn in der Linthebene zusammen und die Wolken kamen. Trotzdem reichte es noch für die Aussenfotos der Burg. Die restlichen Fotos in Reichenburg müssen auf unsere nächste Tour warten. Also ging es dann am Mittag weiter dem Föhn nach Richtung Domleschg.
Auch hier wollten wir noch abschliessen, was wir letzte Woche begonnen haben. Damals waren wir erst am späten Nachmittag bei den Werken der Sperrstelle Rothenbrunnen angekommen, so dass zahlreiche Aussenaufnahmen nochmals bei besserem Licht nachgeholt werden mussten. Auch hier bewährte sich unsere nun komplette neue Ausrüstung auf das beste. Mit den grossen Telezoom konnten wir selbst die entlegensten Scharten heranholen und so die gelungene Schartentarnung dokumentieren. Auch den Pak-Stand beim IW A7803 Juvalta links konnten wir dieses Mal "einfangen" und so diese Anlage fertig dokumentieren. Einzig das IW A7800 Ravetsch rechts wollte uns seine Geheimnisse nicht sofort preisgeben. Die Scharte liess sich beim ersten Anlauf aus der Nähe - dank der perfekten Tarnung - einfach nicht finden. Aus der Ferne haben wir sie dann vom Gegenwerk A7801 Ravetsch links dann mit dem Telezoom doch noch entdeckt. So sind wir dann nochmals rüber zum A7800 und haben auch hier noch einige Fotos aus der Nähe gemacht. Damit haben wir - ohne das wir es eigentlich geplant hatten - unsere Dokumentation der Sperrstellen des Kantons Graubünden begonnen und einen ersten Abschnitt abgeschlossen. Die bisherigen Bündner Anlagen, die wir schon fertig fotografiert haben, gehören ja integral zu anderen Festungen. Es lohnt sich, manchmal nicht auf den Wetterbericht zu hören. Der Regen hat uns dann erst auf dem Heimweg eingeholt.

Am Ende des Tages konnten wir feststellen, dass sich das Warten auf die neue Kamera gelohnt hat. Die Bilder des 21 Megapixel-Sensors sind überwältigend und die neue Funktion "Tonwertpriorität" sorgt dafür, dass selbst leicht überbelichtete Bildteile sich nun besser abzeichnen. Besonders eindrücklich ist das praktisch nicht mehr vorhandene Rauschen in den hohen ISO-Bereichen. Zusammengefasst kann man sagen, dass Canon mit dieser Kamera einen neuen Meilenstein gesetzt hat. Aber wie überall hat auch hier Qualität ihren Preis. So haben wir dieses Jahr ungeplant etwas mehr als 5'500 CHF in neue Ausrüstung investiert, aber es lohnt sich. Wir hoffen, dass sich dies auch in den neuen Fotos wiederspiegeln wird.

Rückblick




23.03.09: Auf Spurensuche von der Linth bis ins Domleschg
Der gestrige Sonntag war geprägt von einer Tour, die uns von der Linthebene über das Domleschg bis in die Via Mala führte. Ein ungewöhnlicher Weg, aber wie so oft im Leben führen Wege nicht immer nur geradeaus und haben öfters ungeplante Abzweigungen für einen parat.
So auch gestern, wo wir uns mit Herrn Felix Nöthiger von der Militärhistorischen Stiftung des Kantons Zürich beim Infanteriewerk Möslifluh veabredet haben. Er betreut für ein anderes Projekt dieses Werk und hat uns um das Werk geführt. Das Werk besticht von aussen durch eine sehr gut erhaltene Tarnung und zwei frisch gestrichene Aussenbunker. Neben diesen Anlagen direkt am Werk haben wir dann auch einige weitere Anlagen rund um das Werk und auf dem Benkener Büchel selber besichtigen können. Auch hier gab es wieder besonders schöne Reliefs zu entdecken. Nachdem noch die Werke in der Ebene kurz zusammen besichtigt wurden, war Herr Felix Nöthiger so freundlich, uns zu einigen Anlagen im Domleschg einzuladen.
Der Verein Pro Castelis, welcher ebenfalls von Herr Nöthiger präsidiert wird, hat in Rothenbrunnen die Werke der Sperre Juvalta übernommen. Diese sollen im Rahmen eines Projektes wieder in Stand gestellt werden und so später der Öffentlichkeit gezeigt werden können. Einige dieser Werke haben neben einer eindrücklich perfekten Tarnung auch ganz besondere Zugänge gehabt. Diese waren nur über Leitern hoch über der Strasse zu erreichen. Das Werk A7803 Juvalta links weiss mit einer ganz speziellen Geschichte aufzuwarten. Bis 1985 Jahre war hier eine Aussenstelle der Schweizerischen Nationalbank untergebracht. Regelmässig wurden hier Gold- und Geldreserven eingelagert. Diese mussten über eine speziellen Kran ins Werk hinauf transportiert, und dort im eigenen Tresorraum verstaut werden. So haben wir zum erstenmal in einem Werk eine Tresorraumtüre gesehen. Das Werk wurde 1989 modernisiert und die obere Etage samt Tresorraum aufgegeben. Heute ist das Werk leergeräumt und eine Baustelle, weswegen wir auf eine ausführliche Fotodokumentation verzichtet haben. Wir zeigen euch dann das Werk, wenn der laufende Umbau abgeschlossen ist. Rund um die Werke bei der Sperrstelle Juvalta sind auf engstem Raum die Befestigungsbauen aus mehreren Jahrhunderten zu sehen. Neben Geländepanzerhindernissen des Zweiten Weltkrieges sind Ruinen und Mauern aus dem frühen Mittelalter zu finden. Schon damals wurde diese wichtige Passage vom Heiligen Römischen Reich (heute Deutschland) nach Italien an dieser Stelle gesperrt und Wegezoll verlangt. Hier sind so berühmte Namen wie der König Barbarossa Richtung Süden gezogen. Seinem selbsternannten Nachfolger wollte man 1940 den Durchmarsch allerdings wesentlich mehr erschweren - wovon wir uns hier selbst überzeugen konnten. Auch ein kleiner Abstecher in die Via Mala lag noch drin und die dortigen Anlagen wurden von uns mit einem ersten Besuch beehrt.

So ging ein langer Tag mit vielen Eindrücken zu Ende. Er hat uns weiter weg geführt als geplant und uns Anlagen gezeigt, die wir auch (noch) nicht eingeplant hatten. Vielleicht gerade deswegen wird uns dieser Tag besonders eindrücklich in Erinnerung bleiben. Wir danken an dieser Stelle Herrn Felix Nöthiger auf das herzlichste dafür, dass er sich Zeit für uns genommen hat, und uns viele neue und unbekannte Eindrücke vermittelt hat. Auch bedanken wir uns herzlichst für die Gastfreundschaft und Mittagspause in seinem Domizil im Bündnerland. Die vielen tollen Fotos, die wir mitgebracht haben zeugen von einem erlebnisreichen Tag.

Rückblick



22.03.09: Wieder zurück am Rhein im Aargau
Nachdem wir die letzten Wochenenden wetter- und technikbedingt wenig unterwegs waren, ist der sonnige Samstag für uns Motivation genug gewesen, endlich wieder an den Rhein im Aargau zu gehen. Begleitet wurden wir durch einen ortskundigen Besucher unserer Page, welcher in einigen der Anlagen, die auf dem Programm stehen und standen, Dienst geleistet hat. So war garantiert, dass wir uns nicht "verlaufen" und so allerlei aus dem "Leben" der Anlagen erfahren konnten.
Start war Rietheim bei Zurzach. Hier hat unsere letzte Tour am Rhein im Aargau geendet. Nun haben wir hier die Bunker und Unterstände zwischen Rietheim und Koblenz fotografiert. Gleich beim ersten Bunker mussten wir uns durch ein Dickicht kämpfen und unsere treue Begleiterin - die Gartenschere - kam wieder in den Einsatz. Diese sorgte auch bei den nächsten Anlagen dafür, dass wie freie Sicht auf Bunker und Scharten hatten. Nachdem wir uns die Bunker bis Koblenz angesehen hatten, kamen wir nicht umhin, die Sperrstelle bei der Eisenbahnbrücke Koblenz auch noch zu dokumentieren. Wie ihr euch erinnert, haben wir euch Anfang Jahr davon berichtet, dass wir das Infanteriewerk beim Eisenbahntunnel anschauen durften. Nun haben wir die dazu gehörende Eisenbahnbrücke näher angesehen und allerlei auffälliges und auch weniger auffälliges entdeckt. Als Abschluss haben wir uns dann noch den Bunker "Gibraltar" angeschaut und eine kurze Picknick-Pause eingelegt.
Von hier fuhren wir zur Sperrstelle Felsenau, wo wir das Infanteriewerk A4261 über der Eisenbahnlinie sowie das dahinter liegende Werk und die Sperre im Wald angesehen haben. Besonders die Sperre im Wald mit den eingelassenen Eisenbahnscheinen hat besonders schöne Motive hergegeben. Weiter ging es dann zum östlichen Ende der Sperrstelle Leuggern, wo wir die beiden Anlagen am Seedamm fotografiert haben. Der MG-Bunker A4281 dient heute als "Beobachtungsturm" für Vogelfreunde und hat so eine friedliche Zukunft gefunden. Zum Schluss sind wir dann nach Leuggern selber gefahren, wo wir die beiden Infanteriewerke und die besonders eindrückliche Tankmauer rund um den Friedhof Leuggern näher angesehen haben. Müde, aber zufrieden mit den vielen tollen Motiven - endlich mal wieder mit blauem Himmel - haben wir hier dann unsere Tour beendet.

Wir danken Rolf für seine fachkundige Begleitung und die allerlei interessanten kleinen Details und Geschichten, die er zu berichten wusste. Es war spannend zu hören, wie es war, in diesen Anlagen Dienst zu leisten und was man dabei alles erlebt hat. Bestimmt wird es eine nächste Gelegenheit geben, bei der wir die Reise zusammen fortsetzen können. Es freut uns immer sehr, wenn Besucher unserer Page uns bei einem Teil unseres Weges begleiten wollen.

Rückblick




16.03.09: Mit "Fortuna" auf Igel-Suche mit vielen Überraschungen
Die letzten trüben Wochenenden haben wir mit anderen fotografischen Arbeiten verbracht. Leider ist unsere neue Kamera immer noch nicht geliefert. Eine Nachfrage bei Canon bestätigte nur, dass das neue Spitzenmodel von Canon wegen der enormen Nachfrage nicht schnell genug geliefert werden kann. Toll, also heisst es weiter warten. Trotzdem haben wir am Samstag mit dem Besuch der zwei Tage bei uns übernachtet hat, noch eine Igelsuche am Bodensee gemacht und sind prompt in Romanshorn nochmals fündig geworden. Neben dem bekannten Bunker A5725 Schlosshalde, steht versteckt hinter einen Bootshaus noch ein weiterer Bunker mit der Nummer A5724.
Dank regem Informationsaustausch mit anderen Igel-Freunden konnte einer von ihnen an den von uns gelieferten, aber noch nicht selber überprüften Koordinaten zahlreiche Anlagen finden. Dies obwohl die Anlagen teilweise als abgebrochen markiert waren oder wie in einem Fall sogar der Typ falsch verzeichnet war. Also haben wir beschlossen, diese Anlagen gleich selber auch noch zu besuchen. Dabei haben wir so einige Überraschungen erlebt.
Zuerst fuhren wir am Sonntag in die Region von Regensberg. An den dortigen Sperrstellen konnten wir die zahlreichen Unterstände sofort finden. Einer stach besonders heraus, war doch an ihm eine ganz besonderes Relief in Form der Glücksgöttin "Fortuna" zu sehen. Und Fortuna war uns den ganzen restlichen Tag hold. In Regenberg hatten wir die einmalige Gelegenheit, den MG Bunker A5291, welcher sich hinter der historischen Altstadtmauer versteckt, auch von innen zu fotografieren. Die Lage dieses Bunkers ist etwas vom Besonderenensten, das wir bisher gesehen haben. Dank unserem Türöffner hatten wir auch noch die "Fortuna", den MG Bunker A5292 Nöschikon bei Niederglatt auch noch von innen zu sehen.
Im zweiten Teil sind wir dann Richtung Diessenhofen und Eschenz gefahren. Unterwegs haben wir in Trüllikon noch die letzte uns fehlende Pak-Garage der Grenzbrigade 6 fotografiert. In Diessenhofen fanden wir denn einen Unterstand, welchen wir bisher für abgerissen hielten. Er lag gut versteckt in einem Hang einer Einfamilienhaus-Siedlung. Weiter in Eschenz haben wir dann einen weiteren Unterstand gefunden, welcher auch als "verschollen" galt. A5526 wechselte schon in den frühen 1970er Jahren den Besitzer und verschwand aus dem Inventar der Armee. Dank den Hinweisen eines alten Festungswächters fanden wir aber auch diesen Igel. Wie viele andere Unterstände war auch dieser mit einem wunderschönen Relief verziert. Zum Schluss kam noch die grösste Überraschung. Bisher dachten wir, wir hätten alle noch stehenden Bunker in Eschenz fotografiert. Irrtum! Ein verzeichneter Unterstand, den wir für abgeriessen hielten, entpuppte sich als Feld-MG Bunker A5533. Heute ist dieser Bunker die "Garage" für die Kinder-Dreiräder der benachbarten Familie. So ging dieser Tag mit viel "Fortuna" zu Ende. Fortuna war uns nicht nur mit den Igeln hold, sondern auch mit dem Wetter. Just als wir eingepackt hatten, begann es zu regnen. Freut euch auf Reportagen zu speziellen Sperrstellen und einigen bisher - den meisten von euch jedenfalls - noch unbekannte Ansichten.

Der Dank geht zuerst an unseren Besucher, welcher uns mit seiner Erkundung viel Sucharbeit erspart hat. Die rege Zusammenarbeit, die wir pflegen, trägt viele gegenseitige Früchte und bestätigt uns nur darin, dass man mit Zusammenarbeit sehr weit kommen kann. Ein weiterer Dank geht an unseren Türöffner, welcher uns die Anlagen um Regensberg geöffnet hat.







02.03.09: Erfolgreiche Lumpensammler-Runde am Rhein
Das gestrige schöne Wetter liess uns keine andere Möglichkeit offen … wir "mussten" wieder einmal auf eine Fototour! Nach der langen Schlechtwetterperiode freuten wir uns so richtig darauf, wieder einmal die Kamera samt der sonstigen Ausrüstung zu packen und auf Reisen zu gehen. Diesmal hatten wir uns vorgenommen, ein paar vergessene und uns nun aufgrund von Tipps bekannt gewordene "Igel" entlang des Rheins zu finden und auf Chip zu bannen.
Gleich bei unserem ersten Halt in Glattfelden staunten wir, was früher so alles eine A-Nummer bekommen hatte. Offiziell ist es ein Unterstand, aber ehrlich gesagt nichts anderes als eine bessere Gartenhütte mit Holztür, die aber Innen gross mit einer A-Nummer (A5377) versehen ist. Interessant - wenn man das vergleicht mit den grossen Artilleriewerken, die ebenfalls eine A-Nummer haben. Weiter ging es von hier zu einem IK-Schild (A5361) in Bülach, das von Brombeerbüschen umrankt ist und schon deshalb schwer einzunehmen ist. Interessant sind dort die Inschrift der Erbauer und das schon aus der Weite sichtbare Relief mit dem Schweizerkreuz. Dank einiger Tipps unserer treuen Besucher fanden wir in der Folge auch einige Pak-Garagen, die uns bisher entgangen waren und die an teilweise sehr einsamen Orten liegen. Und auch eine gedeckte Waffenstellung (A5359) bei Bülach entging uns nicht, was eine Reh-Herde jedoch zur eiligen Flucht veranlasste.
Nach einem Abstecher nach Dachsen zum nun bestens zugänglichen und von lästigem Laub befreiten Bunker A5469, fuhren wir weiter nach Hemishofen. Unter der (Eiffel-)Brücke in Hemishofen liegt noch ein Bunker (A5522), den wir bisher nur von der gegenüberliegenden Seite fotografiert hatten. Da uns ein solches Gegenüberfoto aber nicht ausreicht, begaben wir uns über komplizierte Wege unter die Brücke, um festzustellen, dass der Bunker total mit Efeu verwachsen war. Aber schon auf dem Weg dahin kam unsere gute Freundin - die Gartenschere - in Aktion, um Brombeerranken zu entfernen. Und der Gärtner Zarko war nun nicht mehr zu bremsen, und so ging es dem Efeu an den Kragen. Für alle, die diesen Bunker einmal ohne Bewuchs fotografieren wollen - er ist derzeit wieder von Brombeeren befreit zugänglich und gut sichtbar. Ach ja, die Rechnung für das Ausholzen des Bunkers werden wir nicht an das VBS weiter leiten.
Zum Schluss ging es dann noch nach Stein am Rhein, da wir erfahren hatten, dass der Bunker A5527 Burg gerade ausgeholzt wurde. So entstanden dort noch einige Fotos von der gegenüberliegenden Seite, von der man den Bunker nun sehr gut sehen kann und auch aus der Nähe schossen wir noch das eine oder andere Bild. Danach war es dann schon wieder Zeit - nach einem langen Tag, aber bepackt mit vielen neuen Fotos, den Heimweg anzutreten.

Da wir wie bereits erwähnt zur Zeit die Page am überarbeiten sind, werden wir gleichzeitig einige Sets und Reportagen mit vielen neuen Fotos ergänzen können. Seit gespannt auf einige neue und bisher eher unbekannte Ansichten.


21.02.09: Member-Bereich der "vergessenen Igel" endlich online!
Nachdem vielen von euch aufgefallen ist, dass plötzlich auf zahlreichen Seiten Links mit [ Members only ] markiert sind und nur mit Passwort zugänglich sind, wurden wir gleich mit Anfragen bombardiert, wie man denn zu dem Passwort kommt. Wir mussten euch vertrösten, da die Umbauarbeiten im Gange waren. Nun aber ist es soweit. Ab sofort ist der Member-Bereich der "vergessenen Igel" eröffnet!

Was ist alles zu finden im Member-Bereich? In diesem Bereich finden sich u.a. Pläne, Karten und Listen mit Koordinaten, weiterführende Informationen und Fotos in besserer Auflösung. Auch können hier weitere historische Fotos in besserer Auflösung entdeckt werden. Dafür haben wir einen eigenen Fotoblog eingerichtet. Als Besonderheit steht ausserdem im Member-Bereich ein Diskussions-Forum zur Verfügung.

Primär werden wir den Leuten Zugang gewähren, mit welchen wir schon länger und regelmässig in Kontakt sind und solchen die uns bei unserem Projekt schon geholfen haben. Der Bereich ist als kleines Dankeschön gedacht an die treuen Freunde unseres kleinen Projekts. Es kann sich aber jeder anmelden, sofern er uns einen guten Grund liefert, warum wir auch ihn in den Member-Bereich rein lassen sollen.
Um in den Member-Bereich zu gelangen ist eine Anmeldung bei uns notwendig. Diese werden wir prüfen und euch dann die Zugangsdaten per Mail zukommen lassen. Wir bitten darum um etwas Geduld nach der Anmeldung. Wir akzeptieren zur Anmeldung nur personalisierte Email-Adressen. Anmeldungen mit Freemail-Accounts (Hotmail, GMX, etc.) oder anonymen Bezeichnungen in der Mail-Adresse können wir leider nicht akzeptieren.

So, und nun viel Spass mit unserem Member-Bereich!

Rückblick



16.02.09: Schneewanderung an der sonnigen Linth
Nach einem verschneiten trüben Samstag, den wir mit der Aufarbeitung von Material und der Gestaltung des neuen Member-Bereiches verbracht hatten, zog es uns am Sonntag - der uns endlich einmal schönes und sonniges Winterwetter bescherte - wieder einmal hinaus. Während es am Morgen bei uns am Bodensee noch neblig war, machten wir uns auf in die bereits sonnige Linthebene, wo die Bunker entlang des Linthkanals darauf warteten, abgelichtet zu werden. Da wir leider immer noch mit nur einer Fotokamera unterwegs sind, war es heute an Christiane, den laufintensiven Teil der Tour zu übernehmen. Angekommen in Niederurnen und dick eingepackt für den kalten Wintertag ging es los, die vier Bunker zwischen Niederurnen und Benken zu erkunden. Noch lag der Pulverschnee auf dem Spazierweg, hatte sich doch an diesem Sonntag vor Christiane noch keiner auf diesen Weg begeben. Während also auf diese Weise einmalige und wunderschöne Winterfotos entstanden, begab sich Zarko auf Erkundung, damit wir für die nächsten Male bereits gerüstet sind. In Benken - wo wir uns dann wieder trafen - gab es dann noch eine unauffällige Panzerabwehrmauer zu fotografieren.
Nach einer kurzen Stärkung bei einem Sandwich und heissem Tee aus der Thermoskanne ging es bereits weiter. Nachdem wir gemeinsam bis Benken gefahren waren und nebenbei noch einen Bunker in einem Garten und eine grossen Bunker bei Grundbüel (Schänis) fotografiert hatten, trennten sich unsere Wege wieder. Christiane begab sich auf den langen Weg, um die vier Bunker entlang der Linth zwischen Benken und Tuggen/Grynau abzubilden und Zarko ging weiter auf Erkundungstour, die ihn diesmal nach Reichenburg führte. Zufällig traf er dort den Eigentümer des IW Burg, der ihm anbot, bei Gelegenheit das IW auch mal von innen zu fotografieren. Gerne werden wir darauf zurückkommen. Nach einem anstrengenden Marsch beschlossen wir, noch ein paar Fotos der Bunker von der anderen Seite des Kanals zu machen, bevor wir uns auf den Nachhauseweg machten. Und auch einige erste Fotos des IW Burg wurden noch geschossen.

Weil wir aber echte Bunkerfans sind, wollten wir auf dem Rückweg noch einen Bunker bei Hirschensprung im Rheintal suchen, für den wir einen Tipp erhalten hatten. Und da solche Tipps Gold wert sind, haben wir ihn dann auch gefunden und natürlich gleich fotografiert. So ging ein anstrengender aber schöner Sonntag langsam dem Ende zu. Hoffentlich kommt die neue Kamera bald, damit solche Einzelwanderungen wieder der Vergangenheit angehören.


14.02.09: Neues Fotoblog aktiviert
Die neue Kamera lässt noch auf sich warten. Bei dem Wetter auch kein Verlust, waren doch die Wochenenden nicht wirklich einladend für lange Fototouren. So haben wir die vergangenen Tage genutzt die vielen Fotos zu bearbeiten und unsere Page etwas zu aktualisieren und zu erweiteren. Den aufmerksamen Besuchern werden diese Umbauten und Aktualisierungen nicht entgangen sein. Die wichtigste neue Funktion aber haben wir gestern aktiviert.
Neu steht euch ein Fotoblog zur Verfügung. Wir stellen euch hier die besten Fotos unserer Fotoreportagen in grösserem Format zur Verfügung. Dazu erhaltet ihr zu jedem Foto einige erweiterte Informationen und die Koordinaten zur Anlage. In diesem Fotoblog werden von nun an die Titelfotos archiviert und sind auch zugänglich, wenn wir ein neues Titelfoto aufschalten. Wir werden das Fotoblog neben den täglichen Page-Updates regelmässig aktualisieren, aber nicht auf der Startseite ankündigen. Regelmässig reinschauen wird sich also lohnen. Die neuesten Fotos sind in der Sortierung immer vorne.
Als wichtigste neue Funktion könnt ihr im Fotoblog ab sofort die Fotos kommentieren oder eine Anmerkung hinterlassen. Bevor ein Kommentar beim Foto sichtbar ist, werden wir diesen vorher kurz prüfen und erst dann freischalten. Damit wollen wir verhindern, dass unsere Seite mit Spam oder unpassenden Kommentaren überflutet wird. Es kann daher etwas dauern, bis euer Kommentar unter dem Bild erscheint. Wir freuen uns jetzt schon auf zahlreiche Anmerkungen und Kommentare und wir hoffen, dass diese neue Erweiterung euch gefällt und rege genützt wird.

Auch arbeiten wir zur Zeit am Members-Bereich weiter. Eine erste Seite haben wir umgestellt und machen nun einige Tests damit. Enige Inhalte auf den Seiten werden neu exklusiv den "Members" vorbehalten sein. Diese Inhalte sind mit [ Members only ] markiert. Sobald alles so funktioniert wie wir uns das gedacht haben werden wir die Anmelde-Seite aufschalten.





02.02.09: Kurztrip am Bodensee und Bruggerhorn
Eigentlich wollten wir dieses Wochenende daheim bleiben und die vielen angesammelten Fotos endlich fertig bearbeiten. Trotzdem hat es uns dann am Sonntag etwas raus gezogen und so sind wir noch ein klein wenig bei uns auf Spurensuche gegangen.
Gleich zu Beginn konnten wir einen tollen Fund machen. Wir haben uns das Bodenseeufer von Goldach bis Steinach etwas näher angeschaut. Bisher sind wir davon ausgegangen, dass von Arbon bis Goldach alle alten Anlagen abgebrochen wurden. In Arbon und Horn ist dies der Fall, jedoch konnten wir in Steinach den Doppel-MG Bunker A5733 finden. Dieser Bunker steht noch gut erhalten am Bodensee und ist der östlichste Bunker der ehemaligen Gr Br 7. Da der Bodensee zur Zeit Tiefstand hat, konnten wir sehr gut Aufnahmen auch vom Ufer her machen.
Danach haben wir dann bei uns in Goldach und Rorschach noch einige alte ASU gefunden. Besonders um das Spielfeld des Tennis Club Rorschach ist eine Ansammlung von drei ASU zu finden. Dies legt den Schluss nahe, dass hier einmal eine KP Anlage gewesen sein muss. Auch von dem Sprengobjekt in Goldach, welches "nicht rückgebaut" wurde - ihr erinnert euch sicher noch (siehe News 2008 vom 21.11. und 8.12.) - haben wir noch ein paar Fotos gemacht, so dass auch diese Bilder euch demnächst präsentiert werden können. Beim Steinig Tisch konnten wir dann den Bunker A5805 einmal ohne Laub fotografieren. Dabei ist uns aufgefallen, dass diese unscheinbare Anlage auf dem Dach ja noch einen kleinen "Turm" mit einer zusätzlichen Scharte hat. Dies war uns bisher nie aufgefallen - und selbst jetzt mit fast keinem Laub - ist es nur schwer zu erkennen. Auch beim Schloss Wartegg haben wir noch einen seltenen Fund gemacht in Form von drei VOBAG Unterständen mit Metall-Deckel! Diese Kombination ist äusserst selten. Zum Schluss haben wir beim Bruggerhorn noch ein paar Ansichten nachgeholt und dank dem fehlenden Laub neue bessere Fotos von einigen Anlagen erhalten.

So haben wir in kurzer Zeit frische Luft getankt und einige neue Ansichten vor unserer Haustüre geschossen. Nachdem wir die Fotorestanzen gut abgearbeitet haben, hoffen wir demnächst unsere neue Kamera zu bekommen, so dass wir wieder auf "grosse Fahrt" gehen können.

An dieser Stelle ein herzliches Danke an alle 6'526 Besucher im Januar, welche sich 71'686 Seiten auf unserer Page angesehen haben. Es freut uns sehr, dass sich unser kleines Projekt bei euch einer solchen Beliebtheit erfreut.

Rückblick




26.01.09: ...und noch mehr "vergessene Igel" vor der Haustüre
Ein Besucher unserer Page hat uns aus seinem alten Archiv einige Koordinaten von Anlagen zwischen Rheineck und Berneck mitgeteilt. Da die Angaben in seinen Unterlagen alt waren, wusste er nicht, was davon heute noch steht. Also mussten wir wohl oder übel alle Koordinaten anfahren, resp. anwandern. Bisher sind wir davon ausgegangen, dass in Rheineck nichts mehr zu finden ist und auch nach Au nicht mehr viel steht. Ein Irrtum - wie sich herausstellen sollte.

Start war Rheineck. Nachdem wir schon vor zwei Wochen hier einen grösseren Panzerabwehrbunker gefunden hatten, sind wir gestern zuerst gegenüber auf den Burgsteig gelaufen. Der Weg lohnte sich. Gut versteckt, aber für das geübte Auge sofort sichtbar, verbirgt sich hier ein Lmg-Bunker. An der alten Mauer ist noch der alte Schartendeckel zu sehen, wobei wohl kaum ein Einheimischer noch weiss, wass sich dahinter verbirgt. Die Freude wurde grösser, als auch bei der zweiten Koordinate sich ein total verwachsener MG Bunker zeigte. Unter der Tanne ist nur noch die Scharte zu sehen. Um ein gutes Übersichtfoto der Anlagen in Rheineck zu bekommen, haben wir uns auch in "Feindesland" begeben und die Bunker vom gegenüberliegenden Gaissau (A) fotografiert. Unsere Fotoaktivitäten von Gebäuden und Hügeln erregte Interesse bei einer Poizeipatroullie, die versteckt eine Radarkontrolle machte, und bei einer mobilen Grenzwachtpatroullie. Die Damen und Herren Beamten werden sich bestimmt jetzt noch fragen, was die zwei komischen Vögel da fotografiert haben - sind doch die Anlagen für Unwissende nicht zu erkennen. Für uns war es eine grosse Überraschung, in Rheineck noch zwei weitere stehende Anlagen zu finden.
Weiter ging es nach St. Margrethen. Hier sollen sich in der Gegend um den Friedhof und Apfelberg noch zwei Bunker befinden. Zu unserer grossen Freude haben wir auch diese beiden MG Bunker total verwachsen, aber noch stehend vorgefunden. Nun wissen wir, dass die nördwestlichen Anlagen der Sperre Bruggerhorn - mit Ausnahme eines MG Bunkers, der 1994 abgerissen wurde - alle noch stehen. Von hier fuhren wir dann nach Berneck, wo es angeblich noch drei Bunker hat. Und weil es ein so schöner Tag war, und wir bisher soviel Erfolg hatten, sollte auch hier uns das Glück hold sein. So konnten wir in Berneck in einem Rebberg ein etwas grösseres Doppel-MG Werk und zwei flankierende MG Bunker im gegenüberliegenden Hügel finden und fotografieren.

Am Ende unserer Tour angekommen, haben wir direkt - vor unserer Haustüre - sieben neue "total vergessene Igel" vorgefunden. Es ist für uns immer eine besonderes Highlight, wenn man praktisch direkt zu Hause auf vergessenen Pfaden reisen kann und Neues entdeckt. So schön es ist, in für uns unbekannten Gegenden bekannte Anlagen zu dokumentieren, so erfreulicher ist es, daheim Unbekanntes zu entdecken. Dies ist mit ein Grund, warum wir so gerne auch daheim auf den Pfaden der "vergessenen Igel" reisen - denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Unbekannte so nahe ist. Freut euch auf die Reportagen von bisher praktisch noch unbekannten Anlagen aus der Ostschweiz. An dieser Stelle noch ein grosses Danke an unseren Besucher mit den Koordinaten. Die "vergessenen Igel" stehen alle noch - einsam und vergessen - an ihrem Platz!

Rückblick









25.01.09: Und wieder Kreuzlingen - und wieder Neues
Die neue Kamera lässt wegen der grossen Nachfrage in der CH leider immer noch auf sich warten. Da will man die Wirtschaft ankurbeln und dann kann die Wirtschaft nicht liefern. Also haben wir beschlossen, bis das neue Ding da ist weiter unsere nähere Umgebung abzuklappern. So sind wir also gestern wieder nach Kreuzlingen und Weinfelden aufgebrochen, um mit unserem Führer vom Festungsgürtel ein paar Blicke hinter einige Türen zu werfen.

Start war Bottinghofen, wo wir noch den zweiten Bunker unter der Strasse (A5698) von innen anschauen konnten. Was den wenigsten bekannt ist, ist dass dieser kleine MG-Bunker auch über eine Lmg Stellung verfügte. Danach haben wir noch einen Blick hinter A5700 geworfen, der durch eine Türe in der Lärmschutzmauer auch hinten zugänglich ist. Von Bottinghofen gings nach Bätershausen, wo wir einen Blick in einen Standard-Zugsunterstand werfen konnten. Dieser ist zwar schon seit Jahren leegeräumt, aber trotzdem ist es interessant zu sehen, wie diese Unterstände mit neuen Betontüren innen modernisiert wurden. Nächste Station war Triboltingen. Hier wartete als Überraschung der Bunker A5631 plötzlich ohne störende Bäume auf uns. Der Bunker wurde diese Woche frisch ausgeholzt und so konnten wir für euch erstmals gute Fotos dieses Bunkers ohne störende "Tarnung" machen. Auch waren wir uns nicht zu schade, uns durch einen engen und verschmutzen Schachtdeckel zu zwängen. Dieser verbindet den Zugangsstollen dieses Bunkers mit der Aussenwelt. So wird es auch erstmalig bei uns einen Blick aus dem Inneren dieses Bunkers zu sehen geben. Abschluss in Triboltingen war der Pak-Bunker A5632 an der Strasse. Unser Führer hatte seinen Werkzeugkoffer dabei und so konnten wir auch das "Scheunentor" der Schartentarnung für euch öffnen. Wer bisher daran gezweifelt hat, dass dieses "Haus" ein Bunker ist, wird spätestens jetzt seine Zweifel ausgeräumt wissen.
Von Triboltingen ging es zum Abschluss nach Weinfelden. Oberhalb des KP der Grenzbrigade 7 gibt es noch eine ganz besondere Anlage zu sehen. Hier wurde ein Doppel-ASU (F7714) errichtet, welcher die Funksendestation des Brigade KP beherbergte. Daneben war hier auch der Notfall Richtstrahlstandort des Kommandoposten. Der Standort wurde nicht zufällig hier gewählt. Von hier aus hat man eine sensationelle Sicht - und somit auch Funkverbindung - auf Alpstein und Säntis. Da die Anlage von hinten durch einen Hügel gedeckt war, war der Standort auch geschützt vor feindlicher elektronischer Aufklärung. Was diesen Funk-ASU besonders macht, ist sein NEMP-Schutz. Während der danebenliegende ASU nicht geschützt ist, wurde dieser innen mit Metall ausgekleidet und geerdet. Einen solchen kombinierten Funk- und Notfall-Richtstrahl-ASU hatten wir bisher noch nie gesehen. Darum war die Freude umso grösser, diese seltene Anlage auch einmal sehen zu können. Diese Anlage ist bereits länger enklassifiziert und wird demnächst komplett ausgeräumt und liquidiert. Eigentlich sollte dies schon letztes Jahr geschehen, jedoch wollte man die Anlage dem Verein Festungsgürtel Kreuzlingen überlassen. Dieser ASU wäre die ideale Ergänzung des Brigade KP gewesen, welcher bereits im Besitz des Vereins ist. Da der Verein aber kein Interesse hat, sind die Tage dieses speziellen ASU wohl gezählt. Zumindest auf den Fotos könnt ihr dann noch sehen, wie es innen ausgesehen hat.

Wir danken unserem Führer für diese interessante und kurzweilige Tour. Auch wenn wir schon zum x-ten mal nun im Festungsgürtel unterwegs waren, haben wir es doch wieder geschaft Neues auf unsere Speicherkarte zu brennen. Sobald dann die neue Kamera da ist, wird unsere Fotoreise im Aargau und Linthgebiet wieder weiter gehen. Bis dahin haben wir noch ein paar Überraschungen für euch aus unserer Umgebung parat - oder kennt ihr schon die Bunker von Berneck (SG)? Wenn nicht, wir fotografieren sie für euch.

Rückblick




19.01.09: Überraschendes vor der Haustüre
Endlich! Nach fast vier Wochen Dauernebel hat er sich endlich auch bei uns am Bodensee verzogen. Der Regen war für unsere Gegend erst gegen den späteren Nachmittag angekündigt und so haben wir beschlossen, in unserer Umgebung auf Update-Tour und Kamera-Test zu gehen. Dabei haben wir zu unserer Freude auch einiges neues entdeckt.

Erstes Ziel war wiederum der Heldsberg. Als wir 2007 mit unserem Projekt begannen, war der Heldsberg eines der ersten Werk,e die wir uns angesehen haben. Die Aussenfotos waren im Sommer entstanden und dem entsprechend relativ "grün". Also wollten wir die Aussenaufnahmen wiederholen. Das fehlende Blattwerk und das gleichmässige Licht sorgten dafür, dass wir in kurzer Zeit alles Scharten und Stände neu aufnehmen konnten. Man merkt, dass die neue Kamera und unsere Erfahrung inzwischen besser sind als zu Beginn. So haben wir dann am Heldsberg auch noch den einen oder anderen Unterstand entdeckt, welche uns bisher entgangen sind. Leider waren diese aber schon zugemauert und nicht zugänglich.
Nach dem Heldsberg haben wir uns am Bruggerhorn bei St. Margrethen und Au umgesehen. In der Autobahnausfahrt St. Margrethen steht im Gehölz ein hellblaues Gebäude. Wir wussten zwar, dass es was Militärisches ist, haben uns aber bisher die Hütte nie näher angesehen. Das war ein Fehler. Als wir durch die Tarnfenster blickten, erkannten wir einen Doppel-MG Bunker dahinter. Die Fenster können von innen einfach ausgehängt werden und so wird aus dem dem unscheinbaren Haus ein gefährlicher Bunker. Die Tarnung hier ist wahrlich ein "Wolf im Schafspelz". Tausende Autos fahren hier jeden Tag vorbei, ohne zu ahnen ,was das für ein Gebäude ist.
Das zweite Highlight war der Bunker A5859 in Au. Wir hatten diesen schon früher einmal gesucht, aber nicht gefunden. Also wollten wir es nochmals probieren, wenn so wie jetzt die Blätter weg sind. Bisher dachten wir der Bunker sei abgerissen, doch auch hier ein Irrtum. Wir fanden durch aufmerksames Hinschauen den Bunker im Garten eines Einfamilienhauses. Der Bunker ist komplett mit Efeu zugewachsen und jetzt im Winter verraten die viereckigen Konturen dem geübten Auge, was dahinter steckt. So konnten wir auch den letzten der Bunker in Au finden und dank unserem grossen Teleobjektiv auf den Chip brennen.
Zum Schluss haben wir noch einen Abstecher nach Thal gemacht. Den Bunker A5818 hatten wir schon früher fotografiert, aber irgendetwas trieb uns nochmals dorthin. Und weil das Glück uns manchmal belohnt, fanden wir diesen grossen Pak-Bunker zu unserer grossen Überraschung offen vor. So konnten wir auch einen Blick von innen erhaschen und uns davon überzeugen, dass hier ein grosses Gegenwerk zum Steinigen Tisch errichtet wurde. Nicht umsonst sind hier 2 MG, 1 Beo und eine Pak eingebaut worden. Mit all den Fotos, die entstanden sind, können wir in den nächsten Woche einige bestehende Reportagen mit vielen neuen und besseren Fotos aktualisieren.

Pünktlich zum einsetzenden Regen haben wir dann unsere Tour beendet. Die neue Kamera bewährt sich und sobald auch die zweite neue Kamera hier ist, können wir dann auch wieder auf Tour gehen. Wir freuen uns schon darauf, mit unseren neuen Werkzeugen neue "vergessene Igel" einzufangen und euch zeigen zu können.

Rückblick










18.01.09: Kamera-Test am Heldsberg mit Überraschungen
Nach unserem Unfall Anfang Jahr waren wir ohne unsere Hauptkamera geblieben. Eine Reparatur lohnte sich nicht mehr. Zum Glück war sie versichert und so konnte mindestens ein Teil unserer Kosten beglichen werden. Trotzdem hat dieser Sturz unsere Planung über den Haufen geworfen, da wir nun gezwungen waren nicht nur eine, sondern beide Kameras zu ersetzen. Diese Woche ist nun zumindest die erste Kamera bei uns eingetroffen. Ab nun dürfen wir eine Canon EOS 50D unser Eigen nennen. Natürlich wollten wir die neue Kamera gleich ausprobieren und haben uns dafür vor unsere Haustüre begeben.

Schon vor Weihnachten wurden wir von der für die Aussenbunker verantwortlichen Person des Festungsmuseums Heldsberg dazu eingeladen, die zum Teil noch in Restauration befindlichen Aussenbunker rund um den Heldsberg zu besuchen. Dies war der ideale Anlass, um unsere neue Kamera einmal auszutesten. Also trafen wir uns gestern am Heldsberg um die drei Aussenbunker näher in Augenschein zu nehmen. Als erstes gings zum Bunker Oberer Heldsberg Nord (A5848). Dieser MG Bunker, welcher die Zufahrt und Eingang zum AW sichert, ist noch in Arbeit. Der Bunker war wie die anderen auch bis auf die elektrischen Installationen komplett leergeräumt. In mühevoller Arbeit haben die Bunker-Restaurateure diesen und die anderen Bunker wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. So konnten wir dann den Bunker Oberer Heldsberg Süd (A5849) in einem fast schon fertigen Zustand antreffen. Hier sind nur noch wenige Arbeiten notwenig bis auch er wieder in früherem Glanz erstrahlt. Zum Schluss haben wir dann noch den Doppel-MG Bunker Ottersbach (A5847) besichtigt. Der Bunker besticht von aussen durch eine besonders grosse MG Scharte Ost. Dies kommt daher, weil es sich um ein MG auf Hochschusslafette handelt. Innen kam dann aber die wahre Überraschung. Hier hat sich der Restaurateur selber übertroffen. Beide Stockwerke waren in einer solchen Detailtreue wieder hergerichtet worden, dass wir aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen. Unzählige kleine Details wurden hier wieder beschafft und am richtigen Ort platziert. Sei es die Seife, die in einer eignen Holzbox versorgt ist, oder der aufgefüllte Sanitätsschrank. Durch zahlreiche Puppen wurde das Leben in einem solchen Bunker dargestellt. Hier zeigte sich wieder die Detailtreue, haben doch die "Soldaten" sogar die richtigen Patten mit den richtigen Nummern jener Einheit getragen, welche früher diesen Bunker belegt hatte. Einzig die MG fehlten. Dies darum, weil wegen zahlreicher Einbruchsversuche die Bewaffnung entfernt wurde. Der Kampfraum wurde ausgerüstet, wie es zur Zeit des Kalten Krieges ausgesehen hat, der Unterkunftsraum wurde wie im Zweiten Weltkrieg ausgerüstet. Um das Leben authentisch darzustellen, fehlten auch nicht die künstlichen Lebensmittel, welche dem Ganzen das Tüpfelchen auf das i setzen. Selten haben wir einen so liebevoll eingerichteten MG Bunker gesehen wie diesen hier. Kein Wunder, stecken hier doch 6 Jahre Arbeit dahinter. Potentiellen Einbrechern sei gesagt, dass in den Bunkern keine Munition oder funktionsfähige Waffen gelagert sind.
An dieser Stelle danken wir recht herzlich Herr Thomas Uhler für die Einladung und Führung durch diese Anlage. Wir möchten auf diesem Wege nochmals unser Kompliment zur geleisteten Arbeit zum Ausdruck bringen. Die vielen Fotos, die wir gemacht haben, zeugen davon, wieviele Details es zu sehen gab auf diesem kleinen Raum. Freut euch jetzt schon auf die Fotos dieser Anlagen.

Zum Schluss haben wir uns noch nach Rheineck begeben und einen "neuen" Bunker fotografiert. In einem Schiesspanoramafoto vom IW Steinig Tisch haben wir einen Hinweis auf einen uns noch unbekannten Bunker gefunden. Und tatsächlich - direkt am Waldrand bei einer Einfamilienhausüberbauung haben wir diesen Doppel-MG Bunker dann gefunden. Auf Grund seiner eckigen Bauform muss es sich um einen Bunker handeln, welcher durch die Truppe errichtet wurde. Bedenkt man den Umstand, wieviele Anlagen rund um Rheineck bereits abgerissen wurden, ist dieser "Fund" umso bedeutender für uns. Fotos und Infromationen zur Lage werden wir demnächst in unsere Page einbauen.


15.01.09: Gemeinde Reute kauft die Anlagen bei Knollhausen
Der Gemeinderat von Reute (AR) hat an seiner Gemeinderatssitzung beschlossen, dass sie die Infanteriewerke bei der Sperre Knollhausen übernehmen will. Ein entsprechender Vermerk ist aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 14. Januar 2009 zu entnehmen. Dort steht:

Die armasuisse hat der Gemeinde Reute die Bunkeranlage Knollhausen zum Kauf angeboten. Die Bunkeranlage ist nicht mehr in Betrieb, gilt aber als Bunkeranlage mit regionaler Bedeutung und kann demnach nur an die öffentliche Hand verkauft werden. Die Bunkeranlage besteht aus drei Parzellen, wobei zwei davon bewaldet sind und eine Parzelle ein öffentlicher Parkplatz ist. Eine Parzelle liegt auch in der Grundwasserschutzzone S2 der gemeindeeigenen Quellen in Knollhausen. Der Gemeinderat Reute hat sich entschlossen dem Kaufangebot zuzustimmen, und die Bunkeranlage für Fr. 4'200.00 zu erwerben. Der Kauf ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Sobald dies geschehen ist, wird der Gemeinderat Reute über die weitere Verwendung der Bunkeranlage Knollhausen beraten und ein entsprechendes Umnutzungsgesuch bei den kantonalen Amtsstellen stellen.

Es war uns schon länger bekannt, dass solche Gespräche stattfinden. Es scheint jedoch nun zu einer Einigung zwischen Gemeinde und armasuisse gekommen zu sein. Somit wechselt ein weiteres Werk in unserer Region seinen Besitzer und geht in das Eigentum der Gemeinde über.


Rückblick




03.01.09: Spannende Koblenzer Innenansichten und ein Sturz mit Folgen.
Die Igelsuche 2009 hat gestern in Koblenz (AG) begonnen, durften wir doch wieder eine Einladung zu einer Aussenanlage des Festungsmuseums Reuenthal annehmen. Ziel war gestern eines der ersten grossen Infanteriewerke an der Grenze zu Deutschland - das IW A4232 Koblenz-Tunnel.

Bereits um 9 Uhr früh hiess es antreten zur Besichtigung. Um genügend Kraft und Energie zu haben für die vielen Fotomotive waren wir eingeladen zu einem Kaffe in der "Bunker-Kombüse". Christiane liess sich natürlich nicht lumpen und hat dazu einen feinen Marmor-Cake gebacken. Nach dem freundlichen Empfang durch unsere beiden Führer für diesen Tag und den Fachgesprächen bei Kaffee und Cake hiess es dann auch mal Fotos schiessen. Die sehr schön erhaltene Anlage kann mit vielen Noch-Originaleinbauten aufwarten. Daher waren auch viele Motive zu finden. Unsere beiden Führer haben keine Mühe gescheut und sogar die mühsame Arbeit auf sich genommen, die Schartenschutzdeckel alle abzumontieren. So war es uns dann möglich, das Werk sogar ohne Schutzdeckel von aussen zu fotografieren. Nachdem A4232 auch noch von der Eisenbahnstrecke her fotografiert wurde, hat sich Christiane auch noch in den Eisenbahntunnel gewagt und den abgebrochenen Lmg-Stand - oder zumindest die Überreste davon - fotografiert. Da dieser Lmg-Stand von innen über eine Wendeltreppe mit knapp 100 Stufen mit dem IW verbunden ist, haben wir natürlich auch noch sehen können, was sich innen noch mehr verbirgt.
Nachdem wir das IW teilweise dokumentiert hatten, haben wir uns auf den Weg gemacht, noch die in der unmittelbaren Umgebung stehenden MG-Bunker und Unterstände zu fotografieren. Dabei geschah das Unglück des Tages. Zarko ist auf der vereisten Treppe vom MG-Bunker A4237 ausgerutscht und so unglücklich gestürzt, dass er mit der Kamera auf dem Boden aufgeschlagen ist. Ergebnis dieses "schwungvollen" Ausrutschers: 1 kaputte EOS 5D und ein lädierter Unterarm. Zum Glück sind keine Knochen gebrochen und auch das teure Weitwinkelobjektiv ist heil geblieben. Da wir zwei Kameras haben, konnten wir unseren Ausflug zumindest mit der zweiten Kamera fortsetzten.
Auf diesen Schreck hin haben wir uns erst wieder in der Bunker-Kombüse aufwärmen und mit dem restlichen Kaffee und Kuchen aufwärmen müssen. Bei guten Gesprächen und interessanten Themen geht die Zeit schnell vorbei und der Schmerz und Schaden geht vergessen. Trotzdem haben wir uns dann am späteren Nachmittag noch auf den Weg gemacht, einige Koblenzer Anlagen von aussen zu fotografieren und andere zumindest optisch zu erkunden.
An dieser Stelle danken wir unseren beiden Führern, welche uns so herzlich empfangen haben und sich Zeit genommen haben, uns dieses schöne Werk zu zeigen und einige Stunden mit uns verbracht haben. Es hat uns trotz des kleinen Unglücks sehr viel Spass gemacht mit euch und wir freuen uns jetzt schon, auf nächste gemeinsame Besichtigungen. Unseren Besuchern können wir einen Besuch in diesem tollen Werk nur wärmstens empfehlen. Infos zur Besichtigung dieser Anlage findet ihr unter www.festungsmuseum.ch.

Wegen des Sturzes und der damit verbundenen menschlichen und technischen "Schäden" müssen wir erst einmal schauen, wann wir wieder auf Tour gehen können. Material haben wir aber so oder so genug, dass ihr in den nächsten Wochen sicher nicht auf die regelmässigen Updates verzichten müsst.
01.01.09: Kleiner Jahresausblick 2009
2009 hat nun angefangen. An dieser Stelle wünschen wir nochmals allen unseren zahlreichen Besuchern alles Gute, viel Glück und vor allem viel Gesundheit im neuen Jahr. Nach dem Jahresrückblick, den wir gemacht haben, versuchen wir hier einen kleinen Jahresausblick für 2009 zu machen. Ausblicke und Planungen sind meistens Wunschvorstellungen. Wie wir alle wissen, kommt es meistens anders als man denkt.

Für 2009 haben wir uns vorgenommen, die Anlagen in der Linthebene fertig zu erfassen und zu dokumentieren. Wie ihr gesehen habt, haben wir Ende 2008 unsere Arbeiten an diesem Teilprojekt wieder aufgenommen. Als Fortsetzung davon wollen wir versuchen, die Anlagen in der Zentralschweiz etwas zu dokumentieren. Erste Anlagen haben wir ja auch Ende 2008 bereits besuchen können. Das zweite Schwergewicht wird bei den Anlagen am Rhein sein. Wir wollen hier im Kanton Aargau die entsprechenden Anlagen der Rheinlinie und im Aaretal besuchen und uns so weiter Richtung Grenze bei Basel bewegen. Allerdings denken wir nicht, dass wir schon dieses Jahr die "Wacht am Rhein" beenden werden.
Für den Sommer, wenn die dichte Vegetation im Tal unsere Igelsuche erschwert, wollen wir wieder etwas in die Höhe gehen. Darum haben wir einige Anlagen im Graubünden ins Auge gefasst. Auch wollen wir uns dieses Jahr wieder in die Gotthardregion begeben und dort vor allem auf dem Hospiz und im Tessin einige Anlagen nachholen. Wie letztes Jahr schweben uns für 2009 einige Mehrtagesausflüge vor. Hier sind Planungen im Gange für die Festung St. Maurice und das Berner Oberland. Trotzdem werden wir unsere "Stammgegend" von Rheintal bis Bodensee nicht vernachlässigen und eventuell den einen oder anderen Update auch hier machen. Das sind dann aber eher die spontanen Kleinausflüge.
Für die Sommerferien sind wir uns noch nicht schlüssig, wohin es gehen soll. Jedoch hat es in Kroatien noch einige Inseln, die ebenfalls befestigt waren und auch an der Küste in Istrien gibt es noch so einiges zu entdecken. Eventuell aber führt uns der Weg auch ganz wo anders hin. Schauen wir mal, was 2009 diesbezüglich bringt.

Zum Schluss noch ein Danke für alle, die uns letzten Monat so fest besucht haben. Der Dezember war ein Rekordmonat. Noch nie haben uns mehr als 6000 Leute besucht und dabei in Sachen Hits die Millionengrenze gesprengt. In absoluten Zahlen hatten wir im Dezember 6'067 Besucher, 64'155 Seiten, 1'040'742 Zugriffe und 25.4 GB Datentransfer. Wir staunen und verbeugen uns vor allen, die uns mit ihrem Besuch die Referenz erwiesen haben. Euere stete Treue ist uns Motivation, auch 2009 auf Igelsuche zu gehen.