Die kleine Insel (kroat. Otok) Lastovo wird schon seit der Steinzeit bewohnt. So wie die Menschen damals sicheren Schutz in Höhlen gesucht haben, so hat die Jugoslawische Marine
(JRM) Schutz vor dem Feind in künstlichen Höhlen gesucht. Von 1945 bis 1988 war diese Insel für Ausländer gesperrt und bis 1992 für die Jugoslawische Volksarmee (JNA) reserviert.
Zahlreiche Bunker und unterirdische Depots zeugen noch heute von dieser Zeit.
Durch ihre strategische Lage in der Adria konnte von Lastovo aus die Schifffahrt zu den für Europa wichtigen nordadriatischen Häfen Venedig, Triest, Koper und Rijeka kontrolliert
werden. Neben der Inselfestung Vis war Lastovo der zweite wichtige Stützpunkt der JRM in der Adria. Ab 1953 wurde im Rahmen des JRM Ausbauprogramms "Neptun" zahlreiche Bunker,
unterirdische Anlegestellen und geschützte Marinehäfen auf zahlreichen Adriainseln erstellt. Die Insel Lastovo wurde dabei - zusammen mit den Inseln Vis und Mali Lošinj - zu einer
Inselfestung (kroat. Vojnopomorsko Uporište VPU) ausgebaut. Erbaut wurden so Küstenartilleriebatterien, Depots für Küstenraketensystemen, unterirdische Lagerstollen für Raketen,
Torpedos und Minen, Stollen für Raketen- und Torpedoschnellboote, Kommandoposten und Radarstellungen.
Im Herbst 2009 haben wir uns auf den Weg gemacht die Anlagen auf der Insel zu erkunden und erzählen euch nun hier die bisher unerzählte Geschichte der Inselfestung Lastovo. Mit
dieser Reportage sind wir die erste Seite im Internet, welche sich umfassend fotografisch mit dem Thema der Inselfestung Lastovo auseinander setzt.
Fotos der Anlagen auf Lastovo im Fotoblog
Diese kommunistischen Beton-Hinterlassenschaften sind bei den Touristen die jedes Jahr zahlreicher nach Lastovo strömen unbekannt. Die Einheimischen interessieren sich wenig bis
gar nicht für dieses Kapitel ihre Geschichte, ist es doch mit vielen unschönen Erinnerungen verbunden. Entsprechend schwer war es für uns Informationen vorher im Internet zu finden.
Das was zu finden war, war mehrheitlich oberflächlich und ungenau. Auf der Insel haben wir uns dann bei einer Fischerfamilie einquartiert, welche zu unserem grossen Glück, viel
wusste und uns den Weg zu den Anlagen zeigen konnte. Aus all diesen Quellen und den Beobachtungen vor Ort haben wir versucht ein Bild zu zeichnen - so wie es sich uns heute darstellt.
Es kann also durchaus sein, dass wir in einigen Dingen daneben liegen. Sollte jemand andere Informationen oder bessere Quellen besitzen, so würden wir uns über eine Nachricht freuen.
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