Die unerzählte Geschichte der Inselfestung Lastovo
Letzte Aktualisierung: 16. Dezember 2010
Die kleine Insel (kroat. Otok) Lastovo wird schon seit der Steinzeit bewohnt. So wie die Menschen damals sicheren Schutz in Höhlen gesucht haben, so hat die Jugoslawische Marine (JRM) Schutz vor dem Feind in künstlichen Höhlen gesucht. Von 1945 bis 1988 war diese Insel für Ausländer gesperrt und bis 1992 für die Jugoslawische Volksarmee (JNA) reserviert. Zahlreiche Bunker und unterirdische Depots zeugen noch heute von dieser Zeit.

Durch ihre strategische Lage in der Adria konnte von Lastovo aus die Schifffahrt zu den für Europa wichtigen nordadriatischen Häfen Venedig, Triest, Koper und Rijeka kontrolliert werden. Neben der Inselfestung Vis war Lastovo der zweite wichtige Stützpunkt der JRM in der Adria. Ab 1953 wurde im Rahmen des JRM Ausbauprogramms "Neptun" zahlreiche Bunker, unterirdische Anlegestellen und geschützte Marinehäfen auf zahlreichen Adriainseln erstellt. Die Insel Lastovo wurde dabei - zusammen mit den Inseln Vis und Mali Lošinj - zu einer Inselfestung (kroat. Vojnopomorsko Uporište VPU) ausgebaut. Erbaut wurden so Küstenartilleriebatterien, Depots für Küstenraketensystemen, unterirdische Lagerstollen für Raketen, Torpedos und Minen, Stollen für Raketen- und Torpedoschnellboote, Kommandoposten und Radarstellungen.
Im Herbst 2009 haben wir uns auf den Weg gemacht die Anlagen auf der Insel zu erkunden und erzählen euch nun hier die bisher unerzählte Geschichte der Inselfestung Lastovo. Mit dieser Reportage sind wir die erste Seite im Internet, welche sich umfassend fotografisch mit dem Thema der Inselfestung Lastovo auseinander setzt.
Fotos der Anlagen auf Lastovo im Fotoblog

Diese kommunistischen Beton-Hinterlassenschaften sind bei den Touristen die jedes Jahr zahlreicher nach Lastovo strömen unbekannt. Die Einheimischen interessieren sich wenig bis gar nicht für dieses Kapitel ihre Geschichte, ist es doch mit vielen unschönen Erinnerungen verbunden. Entsprechend schwer war es für uns Informationen vorher im Internet zu finden. Das was zu finden war, war mehrheitlich oberflächlich und ungenau. Auf der Insel haben wir uns dann bei einer Fischerfamilie einquartiert, welche zu unserem grossen Glück, viel wusste und uns den Weg zu den Anlagen zeigen konnte. Aus all diesen Quellen und den Beobachtungen vor Ort haben wir versucht ein Bild zu zeichnen - so wie es sich uns heute darstellt. Es kann also durchaus sein, dass wir in einigen Dingen daneben liegen. Sollte jemand andere Informationen oder bessere Quellen besitzen, so würden wir uns über eine Nachricht freuen.

 Die Fotos und Geschichten
Die Geschichte des Otok Lastovo
Letzte Aktualisierung: 27. Februar 2010

Lastovo zählt inzwischen als Geheimtipp unter den Seglern und Touristen und so ist es nicht verwunderlich, dass Jahr für Jahr mehr Menschen auf die Insel strömen. Obwohl das erste Dokument in dem die Insel Lastovo erwähnt wird aus dem 6 Jahrhundert n.Ch. datiert, deuten Funde in einer Höhle auf Lastovo darauf hin, dass die Insel schon in der Steinzeit (8500 v.Ch.) bewohnt war. Wir erzählen euch in diesem Kapitel die Geschichte der Insel Lastovo und zeigen euch einige Fotoimpressionen von der Insel, der Ortschaften, der Buchten und des Naturparks.

Die jugoslawische Küstenartillerie Batterie
Letzte Aktualisierung: 26. Februar 2010

Hier kurz erklärt wie eine Küstenartillerie Batterie (BOT) der ehemaligen jugoslawischen Kriegsmarine aufgbeaut ist und über welche Einrichtungen sie verfügt. Dazu auch ein kleiner Vergleich mit den Artilleriewerken in der Schweiz. Das Kapitel dient als Einführung zu den Fotos der Küstenartillerie Batterien auf den kroatischen Inseln, welche wir fotografiert haben.

Inselfestung Lastovo - Vojnopomorsko Uporiste (VPU) Lastovo
Letzte Aktualisierung: 17. März 2010

Eine VPU war eine militärsch befestigte Insel. Diese sollten einem Angriff der NATO von Italien her entschieden Widerstand leisten. Ihre Aufgabe was es auch der Flotte der JRM einen gesicherten Ankerplatz zu bieten und die Boote mit Munition und Treibstoff zu versorgen. In diesem Kapitel stellen wir euch die Kommandoanlagen, die Bunker und Waffenstellungen, sowie die Kaserne kommunistischer Bauart auf Lastovo vor.

Küstenartillerie Batterie und Raketenstützpunkt Velje More
Letzte Aktualisierung: 30. Juli 2010

Auf der Halbinsel Velje More waren die Haupt-Kampfanlagen der Jugoslawischen Kriegsmarine auf Lastovo untergebracht. Neben einer Raketenbasis für das sowejtische Küstenraketensystem 3P51M Rubezh ist hier auch eine Küstenartillerie-Batterie erbaut worden. Diese war ausgerüstet mit vier alten deutschen 8,8-cm-Flugabwehrkanonen (Flak 41), welche Beutegeschütze aus dem Zweiten Weltkrieg waren.

Marinehafen Jurjeva und die Flotte der JRM in Kalten Krieg
Letzte Aktualisierung: 01. November 2010

In der Bucht Jurjeva bei Prežba liegt der geschütze Marinehafen von Lastovo. Der Hafen diente als Anlege- und Versorgungsstelle für die Raketen- und Torpedoschnellboote der JRM. Dazu wurden zahlreiche unterirdische logistische Anlagen erbaut, wie zwei Stollen für Schnellboote, Stollen für die Lagerung von Raketen, Torpedos, Seeminen, sowie ein riesiges unterirdisches Treibstoffdepot. In diesem Kapitel stellen wir euch diese Anlagen, sowie die Flotte der JRM während des Kalten Krieges vor.

Küstenartillerie-Batterie Mrcara
Letzte Aktualisierung: 16. Dezember 2010 [Neu!]

Auf der gleich nord-westlich von Lastovo gelegenen kleinen Insel Mrcara befindet sich die zweite Küstenartillerie-Batterie im Archipel von Lastovo. Die BOT Mrcara ist im Gegensatz zur Anlage bei Velje More eine sogenannte offene Stellung, welche über ein Stollensystem miteinander verbunden ist. Heute ist die nur mit dem Boot erreichbare Insel ein Geheimtipp unter Seglern, wegen des kleinen Restaurants und seiner ausgezeichneten Küche.

Interaktive Karte Insel Mrcara Jurjeva Kaserne KP Velje More