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Auf der Halbinsel Velje More waren die Kampfanlagen der JRM auf Lastovo untergebracht. Neben einer Raketenbasis für das Küstenraketensystem BROM ist hier auch eine Küstenartillerie-Batterie
erbaut worden. Für die Besatzungen gab es keine Bunker, sondern nur eine kleine Kaserne.
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Mannschaft bezieht Stellung

"acht-acht" im Einsatz
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BOT Velje More
Die BOT Velje More ist eine Standard-Küstenartillerie-Batterie der JRM mit gedeckter Stellung. Wie diese Standard-Anlagen aufgebaut sind findet ihr im Kapitel über die jugoslawischen Küstenartillerie-Batterien.
Ausgerüstet war die BOT Velje More mit vier deutschen 8,8-cm-Flugabwehrkanonen. Diese Flak 41 - sogenannte "Acht-Achter" - waren Beutegeschütze aus dem Zweiten Weltkrieg. Ihren legendären Ruf erwarben sie sich
weniger in ihrer Hauptrolle als Flugabwehrkanone, sondern vor allem durch ihren Einsatz im Erdkampf, insbesondere bei der Panzerbekämpfung. Sie wurde aufgrund ihrer hohen Durchschlagskraft in
leicht modifizierter Form auch als Bewaffnung für den Panzerkampfwagen verwendet. Ihre maximale Reichweite beträgt 19,8 km mit einer praktischen Feuergeschwindigkeit von 20-25 Schuss pro Minute.
Kein Wunder also, hat die JRM dieses Geschütz zahlreich in Küstenartilleriestellungen eingebaut.
In der BOT Velje More sind noch alle vier Geschütze vorhanden. Obwohl beim Abzug der JRM im Mai 1992 gesprengt, wurden sie hier noch nicht - so wie an vielen anderen Orten - von Eisendieben
gestohlen. Zwar ist auch hier schon viel abmontiert und abtransportiert worden, doch präsentieren sich die restlichen noch vorhandenen Einrichtungen in dieser Anlage recht gut. Darum gibt es
hier im Vergleich zu den Anlagen auf der Inselfestung Vis einiges mehr zu entdecken. Was hier auffällt, ist dass der Feuerleitbunker nicht mit der Anlage verbunden ist, sondern zusammen mit der
Stellung für die Artillerie-Radaranlage etwas abgesetzt liegt.
Panoramafotos der Anlagen bei Velje More
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Abschuss einer P21/22 Rakete

BROM fahrbereit

Rakete P-22 mit IR-Suchkopf



Laden - Zielerfassung - Feuer


Raketenmagazin und BROM in Raketenbasis
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Das jugoslawische BROM
Bis in die späten 1970-er Jahre hinein war die Verteidigung der Küsten ausschliesslich Sache der Küstenartillerie-Batterien. Um die grossen Schiffe der NATO schon auf grosse Distanz von Land
$aus bekämpfen zu können, mussten Raketen her. Ein solches Raketensystem wurde erst 1979 beschafft und war im ehemaligen Jugoslawien bekannt unter dem Namen BROM (Baterija Raketa Obala More =
Raketenbatterie Küste - See).
Dabei handelte es sich um das sowjetische Küstenraketensystem 3P51M Rubezh (Nato-Code SSC-3 Styx). Dieses besteht aus einem schweren Lastwagen von Typ MAZ-543M, auf dem zwei Raketen vom Typ
P-21 mit Radar-Suchkopf oder P-22 mit IR Suchkopf (Nato Code SS-N-2C) untergebracht sind. Des Weiteren befindet sich in einem Aufbau die Feuerleitstelle und auf einem ausfahrbaren Mast ein
Radar zur Zielsuche und Zielbeleuchtung.
Die Reichweite der P-21/22 Rakete beträgt 85 km. Sie fliegt im Unterschallbereich und ist primär zur Bekämpfung von grossen Schiffen ausgelegt. Deshalb verfügt sie auch über einen relativ
grossen Sprengkopf von 513 kg. Sie gilt nicht als besonders zuverlässig und ist wegen ihrer geringen Geschwindigkeit leicht abzufangen. Trotzdem darf man dieses Waffensystem nicht unterschätzen,
kann die Rakete doch auf einige erfolgreiche Einsätze (z. B. im 6-Tage-Krieg) zurück blicken. Das Basisdesign der Rakete stammt von Ende der 1950-er Jahre und wurde kontinuierlich weiterentwickelt.
Neben den Raketen P-21/22 setzte die JRM auch die Raketen P-15/20 des selben Design auf den Raketenschnellbooten und Fregatten ein.
Die BROM waren zu 4 sogenannten ORD (Obalno Raketni Diviziun = Küstenraketen Abteilung) mit je zwei Feuereinheiten zusammengefasst. Verteilt waren sie auf die Inseln Mali Losinj (207. ORD),
Vis (208. ORD), Lastovo (209. ORD) und Radovici (210. ORD). Zwei Systeme waren als Reservesysteme in Split stationiert.
Mit dem Abzug der JRM und JNA von Lastovo wurden auch die BROM von der Insel abgezogen. Bis zur Auflösung der letzten Reste Jugoslawiens im Jahre 2006 war das System dort noch im Einsatz. Sieben
verbliebene 3P51M Rubezh wurden komplett nach Ägypten verkauft.
Die Raketenbasis Velje More
Zum Schutz der BROM und zur Lagerung der Raketen wurde bei Velje More ein eigener unterirdischer Komplex errichtet. Diese "Raketenbasis" ist im Prinzip eine unterirdische Garage für die zwei
Lastwagen und Lagerplatz für 24 Raketen P-21/22.
Die imposante Anlage besteht aus einem hohen Tunnel, in welchen die Lastwagen einfahren konnten. Die Eingänge waren von oben bestens getarnt. Dazu wurden "Steine" aus Styropor in Netze über
die Einfahrt gehängt. So waren die Eingänge zur Anlage aus der Luft nicht zu erkennen. In der Anlage selber befinden sich zwei grosse Kammern, welche durch dicke Betontüren gesichert sind.
In jeder dieser Kammer waren 12 Raketen auf Wägelchen gelagert untergebracht. Über einen Kran an der Decke konnten die Lastwagen be- und entladen werden. Neben den Lagerräumen für die Raketen
sind noch einige weitere kleinere Räume für die Wache, Generator und das Technikpersonal enthalten. Eine unterirdische Unterkunft für die Besatzung ist nicht vorhanden. Diese war in einer
kleinen Kaserne ausserhalb der Anlage untergebracht.
Als eigentlicher Blödsinn muss der Standort der Anlage bezeichnet werden. Egal, wer diese Anlage geplant, geprüft und gebaut hatte, er hat sich dabei wohl nichts überlegt. Wie sonst ist es
möglich, ein Tunnelsystem, welches ein wichtiges Waffensystem schützen soll und ein Raketendepot enthält, so anzulegen, dass die Eingänge direkt vor der Feuerstellung liegen und dies erst
noch direkt in Feindrichtung. Die ganze Anlage war direkter Feindeinwirkung ausgesetzt und wäre praktisch sofort ausgeschalten worden. Fliegerdeckung war keine gegeben. Wäre die Anlage um
180° gedreht worde, wäre die Einfahrt geschützt und von der Feuerstellung abgewendet gewesen. Auf einem nahegelegnen Hügel befand sich eine Reservefeuerstellung. Durch seine Lage muss die
ganze Anlage als wertlos betrachtet werden. Obwohl das System mobil ist, kanne es wegen seiner Grösse alles andere als leicht verlegt werden. Die engen Strassen auf der Insel haben eine
Verlegung der BROM ausserhalb von Velje More sicher zu einer logistischen Herausforderung gemacht. Die kroatische Marine verzichtete darauf, die Raketenbasis weiter zu betreiben, da es für
das kroatische MOL System überdimensioniert und veraltet war.
Alle Anlagen auf Velje More wurden bis Mai 1992 durch die Truppen der JNA und JRM genutzt, bevor sie beim Abzug teilweise zerstört wurden. Die Kampfanlagen wurden von der koratischen Armee
(HV) übernommen und bis 2008 teilweise weiter verwendet. Die Kaserne blieb ungenutzt und wurde seither von der Bevökerung geplündert und dem Verfall überlassen.
Quelle Fotos: Diverse Seiten im Internet
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Die unerzählte Geschichte der Inselfestung Lastovo
Velje More Ansichten
Küstenartillerie Batterie Aussen
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BROM / 3P51M Rubezh Externe Fotos
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Kaserne Velje More
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