Küstenartillerie Batterie "Rt Barjaci"
Aktualisiert am: 17. Februar 2009

Die abgelegenste Anlage auf der ganzen Insel ist die BOT Barjaci. Die Anlage liegt an einem Kap an der nordwestlichen Ecke der Insel und ist in Luftlinie relativ nahe an Komiža, dem westlichen Hauptort der Insel. Trotzdem muss man einen grossen Bogen über wilde Feldwege und Schotterpisten fahren, bevor man nach 30 min wilder Holperei mit seinem Fahrzeug dort ankommt. Wer den Weg dorthin aber auf sich genommen hat, wird hier viele Besonderheiten bei der Anlage entdecken.

Tarnung im Swiss-Style
Die BOT Barjaci dürfte vom Zeitpunkt etwas später erbaut worden sein als die Anlagen bei Rt Nova Posta, Smokovo Polje und Stupišce (vermutlich in den frühen 70er Jahren). Bewaffnet war die Anlage vermutlich mit alten deutschen 88 mm FLAK. Besonders hierbei war, dass die verschossenen Hülsen nicht wie bei den anderen Kanonen hinten raus fliegen, sondern über einen Schacht im Boden der Kanone in ein Magazin unterhalb der Feuerstellung gefallen sind. Ein solches System haben wir bei keiner anderen BOT auf der ganzen Insel entdeckt.
Diese Anlage war auch als einzige auf der ganzen Insel von Anfang an so ausgelegt, dass sie gut getarnt war. Darum wurden um die Feuerstellungen Tarnaufbauten in Form von lokalen Bauernhäuschen errichtet. Die Eingänge und Beobachtungsposten wurden ebenfalls in Form von Gebäuden getarnt. Die Form der Tarnung hat uns frappant an die Artilleriebunker in der Schweiz erinnert. Vielleicht haben die Erbauer dieser Anlage sich Ideen in der Schweiz geholt oder sonst in irgendeiner Form einen Technologietransfer in Sachen Tarnung.
Zwei weitere Kuriositäten finden sich bei der Beobachter- und Feuerleitstellung. Die Feuerleitstellung mit dem optischen Entfernungsmesser ist mit einer Panzerkuppel überdeckt. Dort findet sich der Schriftzug "Škoda Werke Pilsen 1901". Nachdem wir ja nun wissen, dass beim Bau der BOT Recycling von alten Anlagen betrieben wurde, liegt der Verdacht nahe, dass hier eine alte Panzerkuppel aus einem alten österreichisch-ungarischen Fort verwendet wurde.
Beim Beobachterstand findet sich eine zugemauerte Öffnung. Im Stand selber sind zwei Geleise zu erkennen. Ausserhalb des Standes ist eine Stellung zu erkennen, wo die Geleise hin geführt haben. Unser lokaler Führer Jurica hatte keine Ahnung, wozu dieser Raum und die Geleise gedient haben könnten. Für was also war dieser Raum gedacht und wozu die Geleise?? Der aufmerksame Besucher unserer Page hat sicher bereits einen Verdacht was das war.
Die Auslegung des Raums, seine Anordnung neben dem Distanzmesser, die Elektroinstallationen und die Geleise sprechen dafür, dass hier ein Infrarotscheinwerfer installiert war, so wie früher bei zahlreichen Werken in der Schweiz. Zwar gibt es dafür keine Beweise, jedoch sprechen alle Indizien dafür. So konnten wir wieder ein Rätsel auf dieser Insel lösen.

Die Abgeschiedenheit der BOT Rt Barjaci ist Segen und Fluch zugleich. Bis Anfang Jahr waren hier noch alle vier Geschütze montiert, bis hier die Eisendiebe zugeschlagen haben. Wegen der Abgeschiedenheit hat lange niemand bemerkt, dass sie hier ihre Schandtaten getrieben haben. Trotzdem waren sie nicht so gründlich wie bei den anderen Anlagen. Sie haben sich nur die grossen Stücke geholt und viele Kleinigkeiten, welche man sonst in keiner anderen Anlage mehr sieht, liegen gelassen. Die Abgeschiedenheit dieses Orts hat auch dafür gesorgt, dass diese Anlage die unbekannteste Anlage auf Vis ist. Deshalb sind bisher so gut wie keine Fotos davon im Internet zu finden. Diesen Umstand wollen wir mit unserer Fotodokumentation nun ändern.
 
Die unerzählte Geschichte der Inselfestung Vis


BOT Aussen


BOT Innen