Logistikanlage und Kavernen für Seeminen und Torpedos "Ceska Vila"
Aktualisiert am: 18. November 2008
Neben Bunker und geschützten Anlage für den Kampf wurden auf Vis auch zahlreiche unterirdische Anlagen für die Logistik und Führung errichtet. Die grösste logistische Anlage auf Vis waren die Kavernen im Hafen Vis bei der Ceska Vila (Tschechischen Villa).

Lager und Werkstätten für Seeminen und Torpedos
Die Tschechische Vila ist ein altes Herrenhaus aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie. Dieses Haus gehörte einem alten böhmischen (heute tschechischen) Industriellen, welcher hier seine Sommerresidenz hatte. Das Haus liegt an bester Lage, direkt in der Hafeneinfahrt von Vis. Hinter dem Haus befindet sich ein eigener Park und Badestrand. In der kommunistischen Zeit war das Haus ein Teil des Hauptquartiers. Auch Kommandeure einer "klassenlosen Gesellschaft" wohnen gerne exklusiv.
Im Felskopf hinter der Villa wurde in den frühen 60er Jahren ein grosser unterirdischer Komplex errichtet. In mehreren Kavernen, welche über Stollen miteinander verbunden waren, wurde ein unterirdisches Magazin für Seeminen und Torpedos errichtet. Um die schweren Waffen bewegen zu können, wurde im ganzen Stollensystem ein Schienensystem installiert. Auf diesen Geleisen konnten die Waffen auf kleinen Wägelchen hin und her verschoben werden. Die Gleise wurden auch ausserhalb der Anlage verlegt. Vom Werkseingang führten diese bis zum ca. 300 m entfernten Hafen und dort auf die Molen. Hier konnten die Boote direkt beladen werden. Damit auch die grösseren Schiffseinheiten den Hafen befahren konnten, wurde dieser ausgebaggert. Im Hafengelände wurden ausserdem Werkstätten für den Unterhalt der Waffen errichtet.
Die Anlagen heute
Diese Anlagen zeigen heute dasselbe traurige Bild wie alle anderen Anlagen auf der Insel. Die Villa ist zerfallen und das Dach beschädigt. In den Räumen ist Abfall von unzähligen Partys zu finden. Versuche von Investoren, die attraktive Lokalität zu übernehmen und ein exklusives Touristen-Ressort zu bauen sind alle an den Behörden gescheitert. Offenbar wissen selbst die lokalen Beamten nicht, was sie mit diesem kleinen Schatz anfangen sollen, den sie da haben.
In den Stollen und Kavernen wüteten und wüten noch immer die Eisendiebe. Es ist unglaublich anzusehen, was sie alles angerichtet haben. Die Türen sind schon lange weg und sogar die Geleise haben sie aus dem Boden gestemmt. Es ist kaum zu glauben, dass diese mühsame Arbeit für so wenig Eisen soviel Gewinn abwerfen kann. Die Anlage kann einfach erkundet werden und ist durch ihre Grösse alleine schon sehr beeindruckend. Wie es einmal früher drin ausgesehen hat kann man sich aber heute nur noch schwer vorstellen.
 
Die unerzählte Geschichte der Inselfestung Vis


Areal Aussen


Anlage Innen