Näfels - Artilleriewerk A6740 Niederberg
Aktualisiert am: 08. September 2008
Flankierend zum Tankgraben Näfels wurden zwei Artilleriewerke errichtet. Auf der linken Flanke wurde über der Gemeinde Näfels ab 1941 das Artilleriewerk Niederberg errichtet. Das Werk wurde zusammen mit den anderen Artilleriewerken des Zweiten Weltkrieges ausgemustert und befindet sich seit April 2008 im Besitz der Gemeinde Näfels.

Artilleriekonzept Linthgebiet
Mit der Konzeption der Sperren im Lintgebiet und der Sperre Näfels wurde auch der Bau von Artilleriewerken - zur Unterstützung der Sperren - geplant. Es wurden diverse Standorte evaluiert und auch diverse Konzepte näher geprüft. Dabei wurde auch kurzzeitig der Bau von Werken mit Turmartillerie - ähnlich den Werken Magletsch oder Castels der Festung Sargans - geprüft. Diese Konzept musste aus Mangel an Panzertürmen aufgegeben werden. Nebenbei sei gesagt, dass auch das Fernartilleriewerk bei Weinfelden zu Gunsten des Festungsgürtels Kreuzlingen dasselbe Schicksal hatte. Es waren einfach zu wenige Panzertürme verfügbar. Es mussten also neue Konzepte studiert werden und die Werke näher an der Front errichtet werden.
Das am Ende realisierte Konzept für die Artilleriewerke im Linthgebiet und Glarnerland sah am Ende drei Werke vor (Beglingen, Ennetberg und Niederberg), welche unterschiedlich ausgerüstet wurden und unterschiedliche Aufgaben hatten.

Geschichte des AW Niederberg
Anders als das Artilleriewerk Beglingen war das AW A6740 Niederberg von Anfang an als "reines" Artilleriewerk geplant und gebaut worden. Das Werk Niederberg wurde mit vier 7.5 cm Bunkerkanonen ausgerüstet, welche in Richtung Amdener Höhe, Weesen und Kerenzerberg wirken konnten. Während Beglingen mit seinen zwei 7.5 cm Bunkerkanonen auch auf das Vorfeld der Sperre Näfels wirken konnte, war dies bei den 7.5 cm BK des Werks Niederberg nicht möglich. Zusätzlich erhielt das Werk Niederberg noch zwei Beobachterstände. Stellungen für MG und Pak waren keine vorhanden. Nur ein Lmg-Stand zur Eingangsverteidigung wurde errichtet. Der Bau des Werkes begann 1941 und ab 1943 war das Werk "schussbereit". Erst gegen Ende 1944 war das Werk jedoch vollumfänglich fertig gestellt.
Mit der Ausserbetriebnahme der 7.5 cm Bunkerkanonen Mitte der 1980er Jahre wurde beschlossen, im Werk Niederberg die 7.5 cm BK durch 10.5 cm Haubitzen 46 - auf Hebelafetten - zu ersetzen. Restbestände dieser Haubitzen waren in grosser Zahl vorhanden, wurden diese doch durch die Einführung der 15 cm Panzerhaubitzen in der Feldarmee frei. Durch das grössere Kaliber wurde aber keine Steigerung der Reichweite erreicht, denn dafür waren die Rohre der Haubitzen zu kurz. Zuletzt wurde das AW Niederberg betrieben durch die Festugs Artillerie Kompanie 18/I.
Plan AW Niederberg A6740

Niederberg heute
Ab 1998 kam dann auch das Ende für das Artilleriewerk Niederberg. So wie alle anderen Werke aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde auch Niederberg entklassifiziert und geschlossen. Lange Zeit war unklar, was mit dem Werk geschehen sollte, bis im April 2008 die Gemeinde Näfels endlich "ihr" Werk übernahm. Anlässlich einer Führung im Juni 2008 konnten wir das Werk von innen besichtigen und es zeigte sich in einem guten Zustand. Zwar sind alle 4 Geschütze zerlegt, aber die Einzelteile sind vorhanden. Sicher wird in absehbarer Zeit auch dieses Manko behoben.
Niederberg weist im Gegensatz zu anderen Artilleriewerken eine kleine Besonderheit auf. Die Geschützstände hatten nicht nur eine Nummer, sondern auch einen Namen. Diese lauteten Victor (Stand 1), Andreas (Stand 2), Rudolf (Stand 3) und Balthasar (Stand 4).
 
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