In einem Hügel zwischen St. Margrethen und Au liegt gut versteckt zwischen Bäumen und tief im Fels eingegraben das Artillerie-Kasemattenwerk Heldsberg. Diese Festung
war der Anker der Verteidigung in der Region Rheineck und sicherte mit ihren Kanonen und Maschinengewehren die Mündung des Rheines in den Bodensee. Der Auftrag lautete,
den Übergang über den Rhein zwischen Montlingen und dem Bodensee zu verhindern und einen Angriff über den See aus dem Raum Lindau zu vereiteln, um damit die
Mobilmachung im Landesinnern zu ermöglichen.
Kartenausschnitt St. Margrethen, Au, Berneck (1:25'000) [ Friends only ]
Spätestens seit der Rheinkorrektur Anfang des 20. Jahrhunderts war das Bruggerhorn beim Heldsberg zum Einfallstor im Osten der Schweiz geworden. Eine Eisenbahnbrücke und drei Strassenbrücken
führten vom benachbarten Lustenau in diesem Abschnitt über den Rhein an die Schweizer Grenze. Zwei weitere Brücken bei Fussach lagen auf österreichischem Gebiet, so dass sie nicht durch die
Schweizer Armee gesprengt werden konnten. Somit war die Wehrmacht mit einem Fuss schon über dem schützenden Rhein. Diesem bedrohlichen Umstand muste man unbedingt begegnen und dies
tat man mit dem Bau des Artilleriewerks Heldsberg.
Dazu wurden ca. 1000 m Stollen in den Fels gesprengt und gegraben, 160 m Höhendifferenz überwunden, sieben Maschinengewehre und vier 7,5 cm Bunkerkanonen 39 eingebaut. Die Reichweite dieser
halbautomatischen - in der Schweiz entwickelten - Kanonen betrug 10.5 km und reichte somit bis zum Bahnhof Bregenz oder zur Hafeneinfahrt von Lindau. Aufgeteilt in je eine Batterie
Nord und Süd war das Werk so angelegt, dass sämtliche Brücken über die Bregenzerache und den Rhein von Bregenz bis Kriessern unter Beschuss genommen werden konnten. Damit war sichergestellt, dass der Wehrmacht der Rheinübergang
- auch in der "Ostmark" - verwehrt war. Sekundär konnten die Bunkerkanonen auch zur direkten Panzerabwehr am Bruggerhorn eingesetzt werden. Dazu verfügten sie über Zielfernrohre. 21
Maschinengewehre in Aussenbunkern deckten den Zugang zur Festung, zu den Geschützscharten und die umfangreichen Panzer- und Infanteriehindernisse der
Sperrstellen rund um das Bruggerhorn. Die Besatzung der Festung betrug 200 Mann, und dazu kamen noch einmal 400 Mann für die
Aussenverteidigung mit Minenwerfern und Panzerabwehrwaffen.
Wirkungskarte des AW A5850 Heldsberg (1:100'000) [ Friends only ]
Panoramaansicht Artilleriewerk A5850 Heldsberg - Bttr Süd
Die Planung für die Festung erfolgte 1938, nachdem das Nachbarland Österreich am 12. März 1938 über Nacht von deutschen Truppen annektiert worden war. Gleich darauf wurde von
lokalen Baufirmen in nur 2 Jahren die Festung gebaut und bis 1941 fertig gestellt. Innerhalb des Berges befanden sich eine Zentrale zur Erzeugung von Elektrizität, eine
Küche, eine Kantine, ein Trinkwasserreservoir mit 110.000 Liter Trinkwasser, Wohnräume von Mannschaften, Unteroffizieren und Offizieren. Dazu kamen ein umfangreiches Munitionslager,
Waffenwerkstätten, Feuerleitzentralen, eine kleinen Krankenstation und auch zwei Leichenkammern für im Kampf getötete Soldaten.
Fotos der Anlagen um den Heldsberg am Bruggerhorn im Fotoblog
Flugaufnahmen vom Bruggerhorn und Heldsberg [ Friends only ]
Die Festung Heldsberg blieb weit über den Zweiten Weltkrieg hinaus aktiv. Erst mit der Errichtung von mehreren modernen 12 cm Festungsminenwerfer ab den 1970er Jahren im Hinterland
von St. Margrethen verlor die Festung ihre Bedeutung. Sie blieb aber im Inventar der Armee, wenn auch nicht als Artilleriewerk. 1992 mit dem Ende des kalten Krieges wurde die Anlage
aus dem Militärdienst entlassen und ging in das Eigentum der Gemeinde St. Margrethen über. Der Verein Festungsmuseum Heldsberg betreibt heute in der Anlage ein weitherum bekanntes
und absolut sehenswertes Festungsmuseum. Wer in der Region St. Margrethen vorbei fährt, sollte hier unbedingt einen Besuch einplanen.
An dieser Stelle möchten wir dem Verein Festungsmuseum Heldsberg recht herzlich für die bisher gewährte Hilfe
bei unserem Projekt danken. Zahlreiche Mitglieder des Vereins gehören zu den tatkräftigen Helfern, welche uns erst die vielen Fotos ermöglicht haben.
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Kapitel Hauptseite
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[ Heldsberg Aussen ]
Übersicht
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[ A5850 Innen ]
Eingang und Maschinenraum
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Aussenanlagen Ost
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Stollen und Stand MG2+3
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Aussenanlagen West, Teil 1
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Stand BK2
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Aussenanlagen West, Teil 2
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Stand BK1
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Aussenbunker
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Stand Beob1 + MG1
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Unterstände
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Stollen und Stand BK4
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Uem ASU F8210
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Stand BK3 + MG4
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Vergleich 1941 - 2009
[Historisches Exklusivmaterial]
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Unterkunft Untergeschoss
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Schiesspanorama 1942/66/73
[ Friends only ]
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Unterkunft Obergeschoss
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Museum
[Neu!]
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