Diessenhofen - Bunker und Sperrstelle am Rhein
Aktualisiert am: 03. August 2011
Seit es Menschen und Staaten gibt bilden Berge, Gewässer oder andere natürliche Hindernisse Grenzen. So auch der Rhein. Über seine gesamte Länge vom Bündnerland bis an die Nordsee trennt er Völker, Länder oder Imperien. Immer wieder wurden Kämpfe geführt, um eine Grenze bis an den Rhein zu schieben oder einen Übergang über den Rhein zu schaffen oder zu sichern. Besonders gefährdet waren daher alle möglichen Übersetzstellen.
Kartenausschnitt Sperrestelle Diessenhofen (1:25'000)  [ Friends only ]

Baudenkmäler in Diessenhofen
Bereits die Römer und die mittelalterlichen Grundherren errichteten in der Gegend von Diessenhofen Befestigungsbauten. Davon zeugt noch die Burg "Unterhof", welche im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Zahlreiche andere Baudenkmäler zeugen von der Blütezeit, welche diese Region erlebt hat. Dazu gehören die beiden am Rhein gelegenen Klosteranlagen Paradies (Schlatt) und St. Katharinental (Diessenhofen), die beide Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden sind und im Laufe des 19. Jahrhunderts als Kloster aufgelöst wurden. Zu den Baudenkmälern von nationaler Bedeutung zählt auch die Altstadt Diessenhofen als Ganzes mit Siegelturm, Stadtkirche, Unterhof und der gedeckten Holzbrücke über den Rhein. Viele dieser Bauwerke erhielten dann im Laufe der Grenzbefestigungen von 1938 weniger "schöne" Bauwerke als unmittelbare Nachbarn oder wurden sogar direkt in die Grenzbefestigungen integriert.

Grenzbefestigung ab 1936
Da in Diessenhofen die Landesgrenze mitten im Rhein verläuft wurde als erste Massnahme 1936 in die Holzbrücke ein Fallgatter aus Stahl als Tankbarrikade eingebaut. Wer durch diese Brücke fährt oder läuft sollte doch mal auf diese spezielle und einmalige Deckenkonstruktion achten. Ab Januar / Februar 1938 begann auch der Bau von Bunkern und Unterständen rund um Diessenhofen. Zwei dieser Bunker fallen dadurch auf, dass sie nicht zu erkennen sind. Direkt neben der Brücke beim Restaurant "Unterhof" steht ein als Remise getarnter Bunker. Die zweite "Remise" steht direkt neben dem Kloster St. Katharinental. Auch in das Klostertor wurde von aussen praktisch unsichtbar eine Zugschienenbarrikade eingebaut. Weitere Bunker stehen mehr oder weniger gut versteckt entlang dem Rhein und rund um Diessenhofen.
Pläne des MG Bunkers A5497 Katharinenthal Ost ohne und mit Tarngebäude  [ Friends only ]

1953 wurde auf Empfehlung der Landesverteidigungskommission die Sperrstelle den neuen Bedingungen angepasst und mit damals modernen Kugelbunker-Unterständen verstärkt. Auch die Festungsminenwerfer in Schlatt (1. Generation) und Schlattingen (2. Generation) gehören zu diesen Verstärkungen. So entstand im Laufe der Jahrhunderte auf engstem Raum ein Ensemble an unterschiedlichen Befestigungen, welche vom mittelalterlichen Burgturm bis zum vorfabrizierten Unterstand reichen.
 
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Anlagen im Ortskern


Anlagen in der Umgebung


Schiesspanorama 1942
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