Eglisau - Bunker am Rhein und Sperrstellen
Aktualisiert am: 24. Januar 2010
Die Gegend rund um die Gemeinde Eglisau verbirgt eine grosse Anzahl von Anlagen und Sperren. Wer dem Rhein entlang von Tössriederen bis Rheinsfelden unterwegs ist, wird verborgen hinter Büschen, unter Brücke, in den Wäldern und den Schluchten über so manches Kleinod des Schweizerischen Befestigunsbaus stossen.
Kartenausschnitt Anlagen Eglisau und Sperre Seglingen (1:25'000)  [ Friends only ]

Die Rheinübergänge
Der günstige Rheinübergang bei Eglisau wurde schon in früher Zeit genutzt. 1249 wird erstmals eine Brücke urkundlich erwähnt. Bis 1254 wurde diese befestigt und mit Toren versehen. Mit dem Brückenzoll konnten schliesslich gute Einnahmen erzielt werden. Schwere Zeiten für Eglisau und die Rheinbrücke brachen während der helvetischen Republik an. So war Eglisau ab Oktober 1798 abwechselnd durch französische, österreichische und russische Truppen besetzt. Die Rheinübergänge waren umkämpft und die Brücke wurde zweimal zerstört.
Mit dem zunehmenden Aufkommen der Eisenbahn galt es, die rechtsrheinischen Gebiete in Schaffhausen mit der Schweiz zu verbinden. Es war eine Eisenbahnlinie geplant, welche über deutsches Staatsgebiet führen sollte. Der dazu notwendige Eisenbahnviadukt führte bei Eglisau über den Rhein. Das imposante Bauwerk konnte 1897 eingeweiht und dem Verkehr übergeben werden. Ein weiteres wichtiges Bauwerk war das Rheinkraftwerk bei Rheinsfelden, welches zwischen 1915 und 1920 errichtet wurde. Damit erlangte Eglisau mit seinen Rheinübergängen entgültig eine wichtige strategische Bedeutung, welche es zu sichern galt.

Befestigung der Eglisauer Übergänge
Im Ingenieur-Offizierskurs von 1934 - von welchem in Sachen Befestigunsbau in der Schweiz schon öfters die Rede war - waren auch die Rheinübergänge bei Eglisau ein Schwergewicht im Dispositiv. Die Brücken sollten verbarrikadiert, mit je einer panzerbrechenden Artilleriewaffe beschossen und vom Artilleriewerk Rüdlingen mit Bogenfeuer belegt werden. Soweit die Theorie. Realisiert wurden bis 1937 lediglich die Panzerbarrikaden und das Infanteriewerk Seglingen axial zur Strassenbrücke. Das IW Seglingen gehörte zusammen mit dem IW Güetli (Schaffhausen) und Herblingen zur ersten Serie der Betonbunker am Rhein. Neben dem IW Seglingen wurden zur Unterstützung der Sperren noch drei einfache MG Bunker durch die Truppe erstellt. Die Inschriften am Bunker zeigen, dass diese 1936 erbaut wurden.
Mit dem Start der Rheinbefestigungen wurde auch rund um Eglisau eine rege Bautätigkeit ausgelöst. Es wurden nun zahlreiche MG Bunker und Unterstände errichtet. Einige dieser Werke wurden direkt in die Rheinbrücken integriert. Der auffälligste Bunker ist dabei der Doppel-MG Bunker A5418 im Pfeiler des Eisenbahnviadukts.
Auch nach dem Krieg wurde in den 1960er Jahren die Übergänge bei Eglisau nochmals mit zahlreichen KUBU und VOBAG Unterständen verstärkt. Vor allem das Vorfeld der Sperrstelle sollte besser geschützt werden. Dazu wurden dann noch Pak-Garagen errichtet.
Die zweite Verteidigungslinie
Hinter der ersten Linie am Rhein entstand im Zweiten Weltkrieg zwischen Fisibach und Rhinsberg eine zweite Abwehrlinie. Der östliche Abschluss dieser Linie bildete die so genannte Sperrstelle Seglingen. Diese ca. 1 km südlich von Eglisau gelegene Sperre bestand aus einer Tankmauer und Höckerhindernisen, zwei Pak- und einem MG Bunker und vier Unterständen. Auch diese Sperre wurde in den 1960er Jahren mit modernen Unterständen, Kugelbunkern und einer Pak-Garage verstärkt.
Was diese Sperranlage besonders wertvoll macht ist die Tatsache, dass es sich um den einzigen noch (fast) ganz intakten Abschnitt der zweiten Abwehrlinie im Kanton Zürich handelt. Ein Teil der Sperre liegt heute in einem Naturschutzgebiet.
Plan A5394 Wölflishalden Süd [ Friends only ]

Auch auf dem Laubberg hinter Eglisau entstand ein dichtes Netz von Unterständen. Hier sind versteckt im Wald eine wahre Fülle von unterschiedlichsten Anlagen zu finden, die alle eine andere Bauweise aufweisen. Die grosse Dichte an Unterständen lässt darauf schliessen, dass hier eine Luftlandug verhindert werden sollte. Durch eine solche hätte die dichte Sperrstelle umgangen werden können. Leider sind einige Unterstände teilweise bereits abgebrochen oder zugedeckt worden.
Im Abschnitt Neuhus ist auch noch ein gut erhaltenes GPH bestehend aus eingegrabenen Eisenbahnschienen zu finden.

Die Anlagen heute
Der Abschnitt Eglisau präsentiert sich noch heute in einem erstaunlich guten Zustand. Zwar sind viele Anlagen heute in privatem Besitz, trotzdem sind sie noch erhalten. Nur ein paar Unterstände wurden bereits abgebrochen. Der Bunker A5421 am Rhein dient heute als Badi-Hütte. Die Gemeinde Eglisau hat diesen Bunker gekauft und liebevoll umgebaut. So dient dieser ursprüngliche Doppel-MG Bunker heute den Badenden im Rhein als Umkleidekabine.
Plan Tarngebäude A5321 Altes Widerlager [ Friends only ]

 
Kapitel Hauptseite


Bunker am Rhein
Abschnitt Tössriederen



Sperrstelle Seglingen
Tanksperren



Sperrstelle Seglingen
Bunker und Anlagen



Sperrstelle Eglisau
Strassenbrücke



Sperrstelle Eglisau
Eisenbahnbrücke



Stützpunkt Laubberg


Bunker am Rhein
Abschnitt Neuhus



Schiesspanorama 42-83
[Historisches Exklusivmaterial]
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