Bergün - Sperrstellen Albula und Bergünerstein
Aktualisiert am: 18. September 2011
Der Albulapass verbindet das Albulatal bei Tiefencastel mit dem Engadin bei La Punt. Weil die schmale Strasse über den Pass seit dem Bau der Albulabahn ab 1904 in verkehrstechnischer Hinsicht keinerlei Bedeutung mehr hat, verwundert es auch nicht, dass bei der Rekognoszierung der Bündner Pässe im Frühsommer 1936 der Pass untergeordnete Priorität hatte. Ursprünglich sah man vor, den Pass - ca. 1 km unterhalb des Hospizes - mit einem Bunker und zwei Felskavernen zu sperren. Die Sparmassnahmen und die erwähnte niedrige Bedeutung des Albula führten dann dazu, dass das BBB ab Mai 1938 nun nur noch den Bunker ausführte. Dieser war dafür mit 2 MG und einer IK vergleichsweise stark bewaffnet. Entgegen der damals gültigen Doktrin wirkten seine Waffen nicht flankierend auf die Sperre aus Natursteinblöcken, sondern frontal. Als Besonderheit ist auch zu erwähnen, dass er als einziger Bunker im Kanton Graubünden dreistöckig ist.
Erst mit der Mobilmachung und der Aktivierung des Baubüros der Geb Br 12 wurde dann dieser exponiert gelegene Bunker auch durch die beiden flankierenden MG Kavernen in den Felsköpfen links und rechts geschützt.

Nachgelagert zur Sperre auf dem Albulapass errichtete das Baubüro ab Herbst 1940 beim Bergünerstein eine Sperrstelle. Hier konnte mittels Sprengung ein motorisierter Gegner am nachhaltigsten aufgehalten werden, da die Reparaturarbeiten mit Sicherheit mehrere Monate in Anspruch genommen hätten. Gesichert wurde die Sperre durch zwei Lmg Kavernen. Die relativ schwache Bewaffnung mit nur 2 Lmg dürfte daher kommen, dass die Hauptaufgabe der Werke eine Sicherstellung der Sprengung war. Einmal gesprengt wären die Werke aufgegeben worden, da man die Sperre infanteristisch sowohl im Osten über Stuls wie auch im Westen auf der rechten Albulaseite über Crest Ota leicht umgehen hätte können.
 
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A7660 Albula Strasse


Anlagen Albula


Anlagen Bergünerstein

Interaktive Karte A7660 A7661 A7662 A7666 A7667 GPH_Albula SprO