Airolo - Tunnelsicherung Gotthardsüdportal und Sperrstellen
Aktualisiert am: 06. März 2012
Mehr als zwei Jahrzehnte - 1860 bis 1882 - war nichts geschehen in Sachen Befestigungsbau in der Schweiz - ausser jede Menge Planungen. Erst im Jahr 1885 nach der Eröffnung des Gotthardeisenbahn-Tunnels beendete der Bundesrat diese Phase und löste die erste Bauetappe in Sachen Gotthardbefestigung aus. Am Ende entstanden die heute bekannten Werke Fort Airolo, Motto Bartola und Stuei. Neben diesen bekannteren Werken mit ihrer spannenden Baugeschichte, entstanden bei Airolo ab 1902 auch zahlreiche kleinere Werke, welche die aufgedeckten Schwächen und Lücken der grösseren Werke ausmerzen sollten. Im Zweiten Weltkrieg wurden diese Anlagen ergänzt durch zahlreiche MG und Panzerabwehrwerke, welche den Aufstieg eines durchgebrochenen Gegners in Richtung Gotthard verhindern sollten.

Tunnelsicherung Gotthardsüdportal
Der Abschluss des Tunnels, welcher eine Sprengung der Tunnelröhre verhindern sollte, wurde in den Jahren 1886/87 durch die Gotthardbahn-Gesellschaft erstellt. Dem direkten Feuer entzogen, wurde im Inneren des Tunnels - im Sinne eines doppelten Abschlusses - ein Gitter- und ein Panzertor erbaut. Eine doppelschartige Flankiergallerie in der östlichen Tunnelwand ermöglichte es, mit Feuer auf die Tore zu wirken. Im alten - zugemauerten - und mit Erdaufschüttun verstärkten Richttunnel fanden die Wachmannschaften und zwei 8.4 cm Kamponier-Kanonen Platz. Aus Kostengründen wurde aber auf das projektierte gemauerte Blockhaus westlich des Portals verzichtet. Lediglich ein Verbindungsstollen zwischen dem Fort Airolo und dem Tunnel wurde realisiert.
Im Frühjahr 1902 enstand ein diplomatischer Streit zwischen dem Bundesrat und dem italienischen Gesandten Giulio Silvestrelli, in dessen Verlauf die Spannungen zwischen Italien und der Schweiz anstiegen. Die Schweiz sah sich veranlasst, die Werke am südlichen Gotthard in kürzester Zeit in Kriegszustand zu versetzen, und die Truppen bezogen die Anlagen. Dabei offenbarten sich schlagartig zahlreiche Unvollkommenheiten und Schwachstellen der Anlagen. Die Tunnelsicherung war mit dem Fort Airolo und den Anlagen im Tunnel nicht zu gewährleisten. Hier musste etwas geschehen und zwar schnell. Um das Tunnelportal zu schützen, errichtet das Gotthardkommando umgehend das geplante Blockhaus (A8309) und platzierte Fahrpanzer über dem Portal. Die Anlagen wurden zudem mit Drahthindernissen gesichert und die gänzlich verrosteten Tore ersetzt. In Folge zog man dann auch die nutzlosen Tunnelgeschütze zurück. Ab 1911 wurde dann das Wachhaus beim Tunnel unterirdisch mit dem Blockhaus verbunden. Das Blockhaus blieb noch bis nach dem 2. Weltkrieg in Betrieb.
Fotos und Schema der alten Sicherungen am Tunnelportal [ Friends only ]

Sperrstellen
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Gotthardpassstrasse massiv infanteristisch befestigt. So entstanden entlang der Strasse am Hang von Airolo, hinauf nach Motto Bartolla und rüber nach Stuei zahlreiche Bunker, Waffenstellungen und Unterstände unterschiedlichster Bauart. Diese wurden im Kalten Krieg ergänzt durch modern Atomschutzunterstände. Zur artilleristischen Feuerunterstützung der Sperranlagen wurde das Artilleriewerk A8370 Foppa Grande durch den ersten 12 cm Festungsminenwerfer ergänzt. Beim Bau der neuen Gotthardpass-Strasse mussten einige der Bunker abgebrochen werden. Dafür wurden alle Brückenbauwerke zur Sprengung vorbereitet. Auch die Gotthardtunnels selber wurden zur Sprengung vorbereitet. Inzwischen ist aber der Sprengstoff überall entfernt worden.
 
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Blockhaus A8309
Tunnelportal



Bunker um Stuei


Bunker um Motto Bartola
Teil 1



Bunker um Motto Bartola
Teil 2



Bunker um Foppa Grande

Interaktive Karte A8370 AW A8370 MW A8342 A8343 A8344 A8345 A8355 A8356 A8350 A8309 Fort Airolo A8377 A8376 A8371 A8372 A8351 A8364 CassinaBttr A8362 A8361 A8367/68 Motto Bartolla A8316 A8334 abgebrochen A8336 A8337 A8315 Gaspiei Blockhaus Gaspiei MG1 Gaspiei MG2 Gaspiei MG3 A8314 A8328 A8329 A83xx abgebrochen Fahrpanzer A8327 A8326 A8325 A8324 A8323 A8308 A8335 A8363 A8365 A8366