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Endlich wieder einmal ein Samstag ohne Dauerregen. Grund genug für uns, wieder auf Achse zu gehen. Den Morgen verbrachten wir im Grossraum Rapperswil, wo wir einige uns gemeldete Koordinaten
besucht haben. Der Sonnenschein sorgte dann dafür, dass wir entgegen dem ursprünglichen Plan auf den Bachtel gefahren sind, um bei Sonnenschein und wunderbarer Aussicht dort oben ein feines
Mittagessen zu geniessen. Frisch gestärkt wollten wir dann am Nachmittag Richtung Wäggital und über die Sattelegg an den Sihlsee. Erster Stopp waren die drei Bunker der Sperrstelle Vorderthal. Hier errichtete man drei relativ grosse Anlagen, welche den Zugang zum Wäggital und Sattelegg sperren sollten. Noch heute sind alle drei Anlagen erhalten und nicht sofort sichtbar. Einerseits wegen der Vegetation, andererseits, weil die Tarnaufbauten noch erhalten sind. Zwei der Bunker befinden sich heute in privatem Besitz, während die dritte Anlage noch keinen Käufer gefunden hat. Ein Danke geht an dieser Stelle an die jeweils anwesenden Landbesitzer, welche uns alle den Zugang zu den Anlagen über ihr Grundstück erlaubt haben. Trotz ihres urchigenn Aussehens, hat sich wieder einmal gezeigt, dass es sich durchwegs um freundliche und fröhliche Zeitgenossen handelt, die für einen informativen Schwatz zu haben sind. Nachdem alle Anlagen im Kasten waren, gings über die Sattelegg zum Sihlsee. Zuerst sind wir zur Sperrstelle bei Schlapprig gefahren. Hier mussten wir jedoch feststellen, dass fotografieren im Moment schwer ist. Einerseits hat die Vegetation die Anlagen schon im Griff. Andererseits war das Gras zu hoch, um - ohne Schaden für den Bauern anzurichten - an die Bunker hinzugelangen. Also haben wir beschlossen, hier im Herbst wieder rein zu schauen. Gleich daneben liegt die Sperrstelle Egg beim Stauwehr des Kraftwerks am Sihlsee. Diese Sperrstelle - bestehend aus den beiden MG Bunkern A7078 und A7079 - beherbergt heute eine schweizweite Besonderheit. Der Bunker A7078 ist heute in ein Einfamilienhaus integriert. Und wenn wir sagen integriert, dann meinen wir das auch so. Als wir dort angekommen sind, wurden wir durch eine freundliche Frau aus dem Nachbarshaus angesprochen, welche unsere Fotoaktivitäten beobachtet hat. Sie erkundigte sich, ob wir uns für den Bunker interessieren, was wir natürlich bejaht haben. Wie sich herausstelle, war die Frau die Bauherrin und Besitzerin des (Bunker) Hauses. Sie lud uns sofort zur Besichtigung des noch nicht ganz fertiggestellten Hauses ein. Sowas lassen wir uns natürlich nicht entgehen und betraten gespannt das Haus. Was wir da sahen, überraschte uns total. Tritt man durch die Haustüre in das moderne und mit hochwertigen Materialien erstellte Minergie-Haus, so steht man in der Küche mit Essraum und wird begrüsst von der Bunkerfront mit Eingang und Lmg-Scharte. Die Bunkerfront ist komplett erhalten und ist heute Teil des Hauses. Aus dem Essraum kann man den Buner betreten, der noch fertig ausgebaut wird zum Waschraum und zur Sauna. Auf dem Dach wird noch eine Terasse errichtet, die man dann über das obere Stockwerk aus dem Wohnzimmer heraus betreten kann. Hier entstand vermutlich das erste echte Haus, welches den Bunker nicht als Abstellraum integriert hat, sondern den Bunker als Teil des Wohnkonzeptes einbezogen hat. Die Idee entsprang nicht dem Hirn eines studierten visionären Architekten, sondern war komplett die Idee und Vision der Bauherrin. Schon vor vielen Jahren hatte sie den Bunker vom damaligen EMD erworben, da er noch in der Bauzone neben ihrem Haus stand. Viele Jahre reifte in ihr die Idee, aus dem Bunker etwas besonderes zu machen. Und so zeichnete sie selber die Entwürfe und Pläne für das Haus, kämpfte gegen visionslose Architekten und Handwerker, die nicht verstanden, dass es sich hier nicht um ein Standardhaus handelt, sondern um eine Vision und unkonventionelle Idee. Das Resultat dieser Mühen kann sich sehen lassen. Mit offenen Mündern standen wir da und müssen gestehen, dass dieses einmalige Objekt uns etwas neidisch gemacht hat. Aber wir gönnen es der Bauherrin, da sie hier etwas einmaliges geschaffen hat. Der vergessene Igel hat eine neue Aufgabe bekommen und wird noch für viele erstaunte Gesichter bei jedem Besucher dieses Hauses sorgen. Wir für unseren Teil waren uns einig: So sollte unser "Traumhaus" aussehen. ;-) Hier endete dann auch unser Ausflug und es war Zeit für den Heimweg. Ein Danke an dieser Stelle nochmals an die überaus freundliche Bauherrin für die spontane Einladung. Mit der Besichtigung haben Sie uns eine grosse Freude gemacht. |